Zurück im «Dörfli», wo alles begann

Vreni Margreiter in Tiroler Tracht an der Töss (Foto: Heidi Mäder)

Vreni Margreiter wohnt wieder in Saland, nur rund 200 Meter Luftlinie von ihrem Elternhaus entfernt, in dem sie aufgewachsen ist. «Ich bin hier überglücklich», sagt der Volksmusik-Star. Heute Abend hat sie einen Auftritt im Restaurant Bahnhof.

Sie ist wieder da zurück, wo alles angefangen hat. Die Rede ist von Vreni Margreiter, geborene Bieri. Der Volksmusik-Star, der unter anderem mit Hits wie «Euse Bernhardiner» Berühmtheit erlangte, wohnt seit diesem Jahr wieder in Saland. In einer ruhigen, schönen Wohnung nur rund 200 Meter Luftlinie von ihrem Elternhaus hinter der Garage Kunz entfernt, in dem sie mit zwei Brüdern und drei Schwestern aufgewachsen ist. Und ganz in der Nähe des Restaurants Krone, wo sie einst ihre ersten Auftritte hatte, das aber seit längerer Zeit geschlossen ist. «Ich bin hier überglücklich», sprudelt es aus Vreni Margreiter heraus. Sie ist voller Energie und Tatendrang.

Sehr herzlich aufgenommen

Interessant ist die Anekdote, wie sie zur ihrer jetzigen Wohnung gekommen ist: «Ich war gleich nebenan im Restaurant Chelleland und habe Wirt Reto Wüthrich erzählt, dass ich eine Wohnung suche. Und er hat mich gleich auf das eine Angebot in nächster Nähe aufmerksam gemacht», lacht Margreiter, die gerne einfach Vreni genannt wird. Zu Beginn brauchte sie aber ein wenig Bedenkzeit darüber, ob es gut sei, wieder nach Saland zurück zu kehren. Unter anderem ist ihr Vater vor rund vier Jahren verstorben, zu dem sie eine sehr enge Beziehung hatte und mit dem sie jeweils sehr gerne «gejödelet» hat. «All die Erinnerungen. Ich war zuerst einfach nicht sicher, ob es das Richtige ist», erzählt sie und wird ein wenig melancholisch. Doch heute ist die Nachdenklich-keit vollends verflogen. «Es war eine super Entscheidung hierher zu ziehen.»

Auch von den Nachbarn sei sie sehr gut aufgenommen worden. Ebenso «vom Dorf». So hat Vreni letzthin bei einem Einkauf in Bauma eine alte Kameradin auf ihre gemeinsame Schulzeit angesprochen. «Daraufhin hat mich diese spontan umarmt. Das war so schön», erzählt sie.

In ihrer Freizeit geniesst die gebürtige Bauerntochter vor allem die Ruhe und die Natur. Ihr bevorzugter Lieblingsort ist die Töss, entlang welcher sie viel joggt und spaziert. «Früher war sie für mich einfach ein Fluss. Erst heute realisiere ich, wie schön die Töss eigentlich ist. Und immer wieder kommen mir auch wunderschöne Erinnerungen an meine Kindheit hoch», schwärmt sie.

Vom «Dörfli»- …

Dass Vreni nicht nur einfache Zeiten durchgemacht hat, weiss jeder, der die Presse ein wenig verfolgt hat. «Ich habe mit der Vergangenheit abgeschlossen und schaue nun nach vorne.» Die 61-Jährige singt fast täglich, trainiert ihre Stimme und achtet auf ihre Gesundheit. Ebenso hat sie zwischendurch kleinere Auftritte, unter anderem heute Abend im Restaurant Bahnhof in Bauma. «Ich freue mich riesig darauf», sagt sie und ihre Augen leuchten, «vor allem darauf, viele alte Bekannte wieder zu sehen.» Schliesslich hatte sie einen ihrer ersten öffentlichen Auftritte in Bauma, bei einem Grümpelturnier des Fussballclubs. Und natürlich auch in der «Krone» in Saland, wo sie einst servierte. «Wenn jeweils nichts lief, habe ich die Gitarre zum Plausch hervorgeholt und dazu gesungen», erzählt sie. «So hat alles angefangen.» Später hat sie dann im «Bären» in Turbenthal gearbeitet, den es auch seit längerem nicht mehr gibt. Ihren ersten grösseren Erfolg hatte Vreni dann im Stück «Dörfli-Star», einer Mischung aus Theater und Gesang, geschrieben vom bekannten Schweizer Autor, Regisseur und Produzent Hans Gmür. Darin spielte respektive sang sie in der Hauptrolle – den «Dörfli-Star». Mit «Dörfli» ist aber nicht Saland gemeint, sondern das Zürcher Niederdorf, wo das Stück auch spielte. Es sei eine strenge Zeit gewesen, erinnert sie sich. Nach den Proben tagsüber in Zürich, habe sie im «Bären» in Turbenthal noch bis spätabends gearbeitet. Im Stück spielten auch Schauspiel-Grössen mit, wie zum Beispiel Walter Andreas Müller und Ursula Schäppi, die unter anderem als Ehepaar Chifler in der Spielsendung «Traumpaar» einem breiten Publikum bekannt sein dürften.

… zum Volksmusik-Star

Danach sang Vreni einige Jahre vor ausländischen Reisegästen im legendären «Swiss Chalet» im Zürcher Niederdorf. 1987 hatte sie dann einen ihrer ersten Fernsehauftritte in der ARD-Sendung «Im Krug zum grünen Kranze». Es folgten weitere Sende-Auftritte, zum Beispiel bei Karl Moik im «Musikantenstadl». Später hatte sie zusammen mit ihrem Ehemann Rudi, der 2005 aus dem Leben schied, Auftritte als Gesangsduo. Mit dem Stück «Euse Bernhardiner» landeten «Vreni & Rudi» 1991 auf dem zweiten Platz des Grand-Prix der Volksmusik und einen grossen Hit. Im selben Jahr gewannen sie auch den Prix Walo. Später führten sie dann das Restaurant Hopp dä Bäse in Illnau, damals «der ultimative Treffpunkt der Volksmusik- und Schlagerszene», wie Vreni es nennt. «Gastgewerbe und Musik. Das waren immer meine Leidenschaften.» Ihren Erfolg erklärt sie sich damit, dass sie es schaffte, die Leute in ihren Bann zu ziehen und zu begeistern wusste. «Und natürlich bin ich auch eine Kämpferin. Wenn ich etwas will, setze ich mich zu 100 Prozent dafür ein.»

Vor rund sechs Jahren feierte Vreni dann ihr Comeback bei Florian Silbereisen in der ARD. Ein blöder Unfall band sie aber wieder für längere Zeit zurück. Und wie geht es mit der Karriere nun weiter? «Im nächsten Jahr ist eine Single geplant», antwortet Vreni. Ausserdem sei sie in ein Projekt involviert, über das sie aber noch nichts Konkretes sagen möchte. «Aber das wichtigste Gut bleibt sowieso die Gesundheit».

Rolf Hug
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