Zeller Persönlichkeit des Jahres 2016

Richard Heer gab in Kollbrunn 31 Jahre lang Schule (Foto: Andrea Hebeisen)

Ehrung für den Zeller Künstler Richard Heer

Richard Heer, ein vielseitiger weitherum bekannter 74-jähriger Künstler in den Bereichen Malerei, Fotografie, Filmen, Objekte, Installationen sowie Initiant und Mitorganisator der Atelierausstellung in Rikon, wurde als Persönlichkeit des Jahres 2016 von der Gemeinde Zell geehrt. In seiner Laudatio sprach der Gemeindepräsident Martin Lüdin nicht nur über die künstlerischen Werke, sondern stellte der grossen Zuhörerschaft den Menschen Richi Heer vor. Dieser war sichtlich nervös gewesen, hatte doch seine Frau Esther spontan die ganze Familie zu dieser Ehrung eingeladen und es waren fast alle gekommen, die Geschwister, die Kinder und Enkelkinder. Stolz hörten sie nun den Ausführungen und Anekdoten aus dem Leben Richard Heers zu, ein bisschen von den Kindheitserinnerungen mit seinem Bruder und der Schwester in Winterthur-Breite, genaugenommen beim Viehmarkt; aus seiner über 40-jährigen Zeit als Primarlehrer, davon 31 Jahre in Kollbrunn; aus seinem Leben mit der ersten Frau Ruth und deren viel zu frühen Tod; der Zeit danach als Witwer mit zwei Kindern Andreas und Sarah im Teenager-Alter und das zweite Glück mit seiner jetzigen Frau Esther und dem Sohn Fabian.

Der Umzug 1979 nach Zell in das pittoreske Häuschen, die «alte Schmitte», bot der Familie Raum für künstlerische Projekte in alle Richtungen. Lesungen, Theater- und Filmprojekte für die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde Zell, Kunstobjekte zu bestimmten Themen wie beispielsweise «Töss» entstanden in dem Atelier. Nebenbei studierte Richard Heer (er war von 1964 bis 2005 als Primarlehrer tätig) Kunstgeschichte, Pädagogik und Volkskunde, er verfasste Berichte für den «Landboten» und seine heimatkundlichen Berichte wurden später Bestandteil eines Lehrmittels der Stadt Winterthur – er ist auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2005 Lehrer geblieben. Auch heute noch finden regelmässig Mal- und Zeichenkurse bei ihm statt.

Seit 1990 ist im Dachgeschoss des Werkhofs Schöntal in Rikon das künstlerische Zuhause von Richard Heer, dort hat es einige Atelier-Räume, in denen sich verschiedene KünstlerInnen eingemietet haben. Es entstanden die gemeinsamen Kunstwerke «Schöntal-Mappen», es findet jährlich eine Atelierausstellung mit Gastkünstlern statt, vom 3.-12. November 2017 ist’s wieder soweit.

Richard Heers zeichnerisches und künstlerisches Talent ist in der Gemeinde Zell vielfach zu entdecken: in der Gemeindechronik sind Illustrationen, im Schulhaus Berg in Rikon sind die Kunstwerke am Bau von ihm, der Zeller Schneckenturm beim Jubiläumsanlass des Dalai Lama, die Bühnenbilder beim Paul-Burkhard-Musical Jonas waren von ihm, ebenso das Bühnenbild (stolze 6 x 2 Meter) beim Verbandsturnfest 1992 in Zell, sogar Super-8-Filme über die Tösstaler Höhlen oder über Kollbrunn entstanden auf seine Initiative hin.

Er wünscht sich mehr Bodenhaftung und Wahrheit in der Welt, dass alle Menschen mehr miteinander reden, gegenseitig Respekt haben und sich so akzeptieren wie jede/jeder ist. Mit minutenlangem grossem Applaus unterstrich das Publikum die treffenden Worte für den sympathischen Künstler und Persönlichkeit des Jahres 2016. Sichtlich gerührt und bescheiden, wie immer, nahm Richard Heer die Laudatio an und bedankte sich herzlichst mit seinen Worten: «Die Gemeinde Zell mit allem und allen liegt mir halt schon sehr am Herzen, die Menschen, die Kinder, die Natur, die Umwelt, die Töss, das Kulturelle – gerne lebe und wirke ich hier – danke für die grosse Ehre».