Wissen verändert die Welt

Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, einen ganzen Tag in ein hochkarätiges Wirtschaftssymposium hineinzuhören. Schweizerische Wirtschafts- und Politgrössen, aber auch Spitzenpolitiker aus Europa und Übersee waren zugegen.

Nach tiefen Einblicken in Zukunftsstrategien, Sichtweisen über Entwicklungen des EU-Raumes und was dies für die Schweiz bedeuten könnte, wie auch unausweichliche Tendenzen punkto Digitalisierung und den damit verbundenen Veränderungen, schaue ich nicht wirklich entspannter in die Zukunft. Auch als folgend die CEOs der grössten Schweizer Banken die charmant verpackten Bedenken äusserten, löste sich meine Anspannung nicht. Von Blasen, längst fälligen Bereinigungen und hochexplosiven Cocktails war etwa die Rede, ohne hier näher auf Details einzugehen. Die namhaften und rhetorisch bestens gerüsteten Europaparlamentarier kamen auch nicht umhin, zwar mit gezwungener positiver Haltung, ihren Bedenken unterschwellig Ausdruck zu verleihen.

Europa erfährt eine rasante Instabilität. Obwohl sich das schon vor längerer Zeit anbahnte, wurde es von der Bevölkerung lange nicht wahrgenommen – nicht zuletzt, weil dies so gewollt und gesteuert wird. Schliesslich will man den «Mob» nicht unnötig beunruhigen und viele der elitären Gesellschaft möchten sich noch Zeit ausbedingen, um die eigenen Felle in Sicherheit zu bringen.

Von einem Hintergehen der Bevölkerung kann dennoch nicht die Rede sein, denn noch nie war der Zugang zu Informationen so einfach wie heute. Ein Stichwort, ein Mausklick und sie googeln durch die ganze Welt. Heute ist die Kunst des Wissens vielmehr, die vielen Informationen richtig zu filtern und herauszufinden, welche davon richtig und relevant sind. Damit möchte ich sagen, dass heute in unseren Breitengraden alle den Zugang zu unendlichem Wissen haben. Ich nutze ihn, um mich, meine Sichtweisen und das Verständnis für die Veränderungen auf der Welt, aber auch in meiner Umgebung wahrzunehmen. Nur so kann ich versuchen, die Welt in der ich lebe objektiv einzuschätzen, um mein Handeln und Leben aktiv danach zu gestalten. Es ermöglicht mir, auch andere Sichtweisen einzunehmen, nicht nur die, die mir vorgegeben werden. Der Spagat zwischen Rationalem und Emotionalem spielt dabei natürlich auch eine grosse Rolle und führt letztendlich zu meinem Denken und Handeln. Zwingende Voraussetzungen dafür sind Interesse und Neugier. Ich muss bereit sein, Zeit zum Lesen, Hören und Denken zu investieren. Leider kommt bei mir der Austausch etwas zu kurz, da ich nicht so gerne rede – aber ich arbeite daran.

Liebe LeserInnen, was möchte ich Ihnen damit sagen? Ich erkläre es anhand eines Beispiels: Bei den Insektenhotelkursen, die ich unter dem Jahr durchführe, habe ich festgestellt, wie einfach und toll es ist, Leute für Themen sensibilisieren zu dürfen. Häufig fehlt es nur an Wissen und Interesse. Wenn das einmal geweckt wird, kann auch ein Umdenken stattfinden. Wenn ich meine Gäste in die phänomenale Mikrowelt der Insekten entführe, ihnen zeigen darf, wie einzigartig unsere wunderbare Natur funktioniert und wie ich einen Beitrag dazu leisten kann, die kleinen bedrängten Arten zu unterstützen, spüre ich den Sinneswandel deutlich. Und wenn ich sie dann noch frage, wann sie zum letzten Mal die Autoscheibe reinigen mussten, weil viele tote Insekten darauf klebten, ist die Erkenntnis gross, wie es um unsere Natur steht. Dazu ganz nebenbei: Die Deutschen versuchen aktuell verzweifelt, eine Regierung zu bilden. Die Standpunkte und Ansichten der verschiedenen Parteien lassen sich kaum unter ein Dach bringen. Die erste einstimmige und schnelle Einigung aller Parteien bei den Verhandlungen war, dass für die Insekten dringender Handlungsbedarf besteht.

Fazit: Es liegt bei jedem Einzelnen, die Zukunft unserer Kinder aktiv und interessiert mitzugestalten. Kommen Sie mit in die unendliche und spannende Welt der Informationen und des Wissens.