Wie haben Sie es mit Tierversuchen?

Bis vor einigen Jahren war es für mich klar, dass es für unseren wissenschaftlichen Fortschritt in der Medizin Tierversuche braucht, um Medikamente auf ihre Verträglichkeit zu testen. Zwar wusste ich von Methoden, welche im Stande sind, ohne Tiere zu quälen, Medikamente oder Chemikalien zu testen, aber ich schenkte den Aussagen von Schulmedizinern noch Glauben, welche behaupteten Tierversuche seien unerlässlich.

Als ich von einer Bekannten angefragt wurde, ob ich bei einer Initiative für ein Tierversuchsverbot mitmachen würde, hatte ich mir noch Bedenkzeit ausbedungen. Ich wollte mich erst selbst gründlich über Nutzen und Sinn solcher Experimente informieren, welche praktisch die Basis, unserer, mit Milliarden geförderten Schulmedizin, darstellen. Dass unsere natürliche Erfahrungsmedizin, Pflanzenheilkunde, Homöopathie etc. vollkommen ohne Tierversuche auskommen, war mir ja klar, aber für die immer komplexer werdenden Krankheiten der heutigen Zeit, verblieb ein gewisses Verständnis für das sogenannt notwendige Tierleid.

Weltweit werden jedes Jahr über 130 Millionen Versuchstiere in Versuchslaboratorien von Pharmaunternehmen und Universitäten verbraucht, umgebracht und entsorgt. In der EU sind es um die zwölf Millionen, in der Schweiz redet man von etwa 700’000. Wenn man versucht, dies mit den gepriesenen Erfolgen unseres mit kranken Kassen ausgestatteten Gesundheitssystems zu rechtfertigen, kommen aber doch schnell Zweifel auf: Jährlich mehr Kreislauferkrankungen, mehr Krebs, mehr Depressionen, mehr Abhängige von tödlichen Schmerzmitteln, mehr Allergien, mehr Kinder, welche in der Schule Sondertherapien brauchen, etc. Könnte es sein, dass da, angefangen mit den Tierversuchen, in der Pharma bis zur Anwendung durch die staatlich geschulten Schulmediziner grundsätzlich etwas falsch läuft?

In Deutschland sterben pro Jahr 58‘000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten, welche zuvor ausgiebig an Tieren getestet worden waren. Am Rheumamittel Viox von Merck starben mehr als 100‘000 Amerikaner an Herzversagen. Über 90 Prozent der an Tieren getesteten Medikamente fallieren beim Menschen und kriegen keine Zulassung, jene welche zugelassen werden, haben die beschriebenen Nebenwirkungen. Immer mehr Ärzte geben es zu; Tierversuche kann man nicht auf den Menschen übertragen, weil der Mensch weder Maus, Hund noch Schwein ist. Der einzige Grund, weshalb die Pharma es noch macht, ist, um sagen zu können, es sei getestet. Da kann man sich mit Fug und Recht fragen, wozu lässt man all diese Versuchstiere krepieren? Eine deutsche Ärztin, welche sich aktiv gegen Tierversuche einsetzt, nennt es so: Tierversuche sind ein Relikt aus alten Zeiten.

Dass es andere Methoden gäbe, hörte ich das erste Mal während der für uns Bauern katastrophalen BSE-Krise. Damals wurden zur Bekämpfung der Dasselfliegen durch Zwang der Behörden und Veterinärindustrie, den Kühen Nervengifte auf den Rücken geschüttet, um deren Larven im Körper abzutöten. Als dann immer mehr Kühe Nervenstörungen hatten und nicht mehr gerade laufen konnten, wurde das Märchen erfunden, dies komme vom Verfüttern von Fleischmehl. Obwohl pro Betrieb nur ganz wenige Tiere betroffen waren, wurde eine nie gekannte Angstkampagne aufgefahren. Ein hochansteckendes Prion sei dafür verantwortlich, wurde der Bevölkerung suggeriert. Es wurde vorausgesagt, dass in England 100‘000 Menschen wegen dem Verzehr von BSE-Fleisch an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sterben würden. Nichts hat sich bewahrheitet. Trotzdem wurden unzählige gesunde Kühe in England und auf dem Festland grundlos ausgemerzt und verbrannt. Tausende Bauern verloren die Existenz.

In dieser hektischen Zeit machte der Neurologe James Whatley einen Versuch mit tierischen und menschlichen Zellen und applizierte das gleiche Nervengift, welches zuvor den Kühen auf den Rücken gegossen wurde, auf diese Zellen. Das eindeutige Resultat war: Eine dosisabhängige Zunahme von falschgefalteten Prionen, genau wie bei BSE. Die Zwangsmassnahmen der Behörden arteten damals also zu einem grossflächigen Tierversuch mit katastrophalen Folgen aus. Später führte in Deutschland die Impfung gegen BVD zum Tod von 4000 Kälbern, bis der zugelassene Impfstoff von Pfizer verboten wurde. Auch bei der Blauzungenimpfung standen unsere Behörden nie zu den flächendeckenden Schäden, welche sie verursacht hatten. Mit Testverfahren in vitro hätte auch dieses behördliche Vergehen an unseren Tieren verhindert werden können.

Heute gibt es verschiedene Firmen, welche solche Tests anbieten. Aber die Lobby sträubt sich und hat keine Freude, wenn die Toxizität ihrer Medikamente sicher und schnell ohne Tierversuche nachgewiesen werden kann. Seitdem ich all diese Informationen habe, engagiere ich mich im Komitee www.tierversuchsverbot.ch. Unterschriftenbogen und Infos sind bei mir erhältlich. Und wie haben Sie es mit Tierversuchen?