Voller Leben und Begeisterung

Heinrich Müller und seine Band begleiten den Gottesdienst in der Turnhalle Schlatt (Foto: Peter Krüsi)

Wegen der unbeständigen Witterung entschied sich die Kirchenpflege Schlatt, den Openair-Gottesdienst anstatt im Freien rund ums Schulhaus in der Turnhalle durchzuführen.

Am Sonntag war das Wetter gewitterhaft und unsicher, so dass sich die vielen Besucher samt Heinrich Müller und seine neue Band wohler und geborgener in der geräumigen Turmhalle fühlten. Die überaus grosse Menge von BesucherInnen fand bequem Platz an den vielen bereitgestellten Tischen. Pfarrer Kurt Gautschi hiess alle Anwesenden von nah und fern herzlich willkommen. Ein frohes und humorvolles Willkommen galt auch Heinrich Müller und seiner Band.

Die Worte und die selber komponierten Lieder, mit wunderschöner Musik vorgetragen, ergänzten sich ausgezeichnet. Es ist ein Wunder, wie sich der Wohlklang der Stimme des Sängers immer wieder präsentieren konnte. Es sind Geschichten und Ereignisse aus dem Leben, die von der vierköpfigen Band vorgetragen wurden und die vielen ZuhörerInnen immer wieder aufs Neue fesselten.

Nach einer Lesung aus dem Matthäusevangelium, wo Jesus beteuert, wie wertvoll das Leben des Menschen vor Gott ist, hob Pfarrer Kurt Gautschi zu seiner gut durchdachten und ansprechenden Predigt an. Grundtenor der Ansprache war die Freude am Leben. Viele Menschen ärgern sich wegen andern Menschen, sei es im Verkehr, bei der Ladenkasse, oder weil sie sich andern gegenüber benachteiligt fühlen. All diese Probleme sind ein Produkt unserer eigenen Gedanken. Die Lesung aus der Bergpredigt sagt es klar: «Anstatt mit dem Verstand im Sorgenhaufen herumzuwühlen sollten wir auf das schauen, was uns Freude macht. Erinnern wir uns, wo wir als Kind unsere stillen Freuden gefunden haben? Nehmen wir die kindlichen Freuden wieder auf! Lassen Sie sich wieder beschwingen durch die zarten Gefühle.» Für diese Worte erntete der Pfarrer grossen Applaus. Die Kollekte wurde zur Linderung der Not in Nigeria erhoben.

Anpacken statt aufschieben

Nicht nur während dem Gottesdienst spielten Heinrich Müller und seine Band ihre Lieder. Auch nachher, während sich das Publikum mit Gegrilltem und Desserts eindecken konnte, wurde in einem kurzen Konzert weiter musiziert. Der Song «Nine To Five» berichtet von einem Mann, der es leid war, jeden Tag regelmässig zur Arbeit zu gehen. Um seinen Lebensstil zu ändern, kauft er sich ein Smartphone und findet darauf viele «Freunde». Schliesslich merkt er aber, dass er immer einsamer wird und die wirklichen Freunde verloren hat. Das bewegt ihn, wieder zum alten Arbeitsleben zurückzukehren.

Zum Lied «Summerwind» erklärte Müller, dass wir Träume haben, wenn wir jung sind, aber wir warten und unternehmen nichts, bis es manchmal zu spät ist. «Wir Menschen warten immer auf etwas, manchmal bis zum Tode.» Beim Song geht es nicht ums Wetter, sondern darum, dass wir das, was wir gerne machen möchten, nicht aufschieben, sondern es endlich anpacken und tun sollten.

Auch ohne Regen und Gewitter wurde der Gottesdienst in der Turnhalle für viele zu einem unvergesslichen Erlebnis. Eine frohe und gelöste Atmosphäre lag zum Greifen nah in der Luft.