«Viele Kunden schätzen den direkten Kontakt»

Die Postfiliale in Kollbrunn wurde schon zum zweiten Mal überfallen (Foto: zVg)

Anfang Woche wurde die Postfiliale in Kollbrunn innert Jahresfrist zum zweiten Mal überfallen. Liegt es am fehlenden Panzerglas? «Nein», meint Oliver Flüeler, Mediensprecher der Schweizerischen Post.

Am vergangenen Montagmittag hat ein unbekannter Mann die Angestellte der Postfiliale an der Dorfstrasse in Kollbrunn mit einer Faustfeuerwaffe bedroht und mehrere tausend Franken erbeutet. Bereits Ende September 2016 war die Post in Kollbrunn Schauplatz eines versuchten Raubüberfalles. Das wirft Fragen nach der Sicherheit auf. Zahlreiche Poststellen verfügen heute über offene Räume und Schalter ohne Panzerglas, das Angestellte und Kunden an der Theke trennt. Das alles trifft auf die Filiale in Kollbrunn zu.

Fehlendes Panzerglas mache eine Filiale aber nicht anfälliger für Überfälle, sagt Oliver Flüeler auf Anfrage. Er ist Mediensprecher der Schweizerischen Post. Das Sicherheitsdispositiv und die -einrichtungen würden entsprechend angepasst, so dass heute dank der Sicherheitstechnik eine Glasabtrennung nicht nötig sei. Und er gibt zu bedenken, dass es offene Theken nicht nur bei der Post, sondern auch in Banken und in anderen Geschäften gibt. Im Gegenteil: «Viele Kunden schätzen den direkten Kontakt zu den Angestellten.»

Schulung des Personals

Warum gerade die Filiale in Kollbrunn wiederum Opfer eines Überfalls geworden ist, darüber will Flüeler nicht spekulieren. Klar ist, dass die Post nach jedem solchen Vorfall die Sachlage prüft. «Die Unternehmenssicherheit wird informiert und der Sozialdienst aufgeboten, der sich um das Personal kümmert», erklärt der Mediensprecher. Jeder Vorfall wird genau analysiert und danach geprüft, ob ein Verbesserungsbedarf bei den Sicherheitsvorkehrungen besteht. So geschah es auch nach dem versuchten Raubüberfall vom letzten September. «Allerdings gibt es keine garantierte, absolute Sicherheit», sagt Flüeler. Und weiter: «Die Sicherheitsvorkehrungen bei der Post entsprechen dem heutigen technischen Stand, und die Mitarbeiter werden für den Fall eines Überfalls geschult.»

Oliver Flüeler
Oliver Flüeler

Glaubt man den Zahlen scheinen sich die Sicherheitsvorkehrungen der Post zu bewähren. Gemäss Flüeler ist in den letzten 15 Jahren die Zahl der Postüberfälle zurückgegangen. Allgemein registriere die Polizei in grenznahen Gebieten aus nachvollziehbaren Gründen etwas gehäufte Vorfälle, da sich die Täter rasch ins Ausland abzusetzen versuchten. In Kollbrunn wird nun der Tathergang analysiert. Über allfällige neue Sicherheitsvorkehrungen kann der Post-Mediensprecher aus Sicherheitsgründen keine Auskunft geben. Den betroffenen Mitarbeitenden steht bei jedem Vorfall der interne Sozialdienst zur Verfügung. «Jede Person reagiert auf einen Überfall anders. Jene, die es wünschen, erhalten psychologische Unterstützung», erklärt Oliver Flüeler. Die Poststelle Kollbrunn blieb während der polizeilichen Untersuchungen bis Dienstagmittag geschlossen.