Umfrage zum Älterwerden mit Überraschungen

Heinz M. Schwyter (rechts) stellte vor rund 100 Interessenten die Ergebnisse der Umfrage vor (Foto: sr)

Die Ergebnisse der im Mai erfolgten Umfrage «Leben und Älterwerden in Turbenthal» stellte Gemeinderat Heinz M. Schwyter am vergangenen Mittwoch den rund 100 Interessierten im «Lindenhus» in Turbenthal vor.

Die Umfrage «Leben und Älterwerden in Turbenthal» wurde für die Erarbeitung eines Alterskonzepts erstellt und an 1144 Personen über 60 Jahre in der Gemeinde Turbenthal versandt. Der Rücklauf von 470 beantworteten Fragebögen bezeichnete Gemeinderat und Gesundheitsvorstand Heinz M. Schwyter als gutes Resultat, das in einem 55-seitigen Bericht zusammengefasst wurde.

Damit, so Schwyter, können nächstes Jahr durch die neu gebildete Kommission Gesellschaft zusammen mit der Pro Senectute, die das Projekt begleitet, repräsentative Schlüsse gezogen werden, um ein Alterskonzept zu erarbeiten. Diese Vorgehensweise sei von Wila übernommen worden, deren Studien zu ähnlichen Resultaten gelangten. Dieses Alterssegment werde je länger je wichtiger, meint Schwyter, da das Durchschnittsalter steige und Einwohner über 60 zum jetzigen Zeitpunkt bereits einen Viertel der Turbenthaler Bevölkerung ausmacht. Deshalb sei es sehr wichtig, deren Bedürfnisse und Wünsche zu kennen.

Gute Gesundheit und viel Wohnfläche

Den Turbenthaler Senioren gehe es im Allgemeinen gut, leitete Schwyter aus den Auswertungen ab. Die Mehrheit ist mit der Gesundheit zufrieden und verfügt über genügend finanzielle Mittel, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. Erstaunlich ist dabei, dass 66 Prozent der Befragten Wohneigentum besitzt. Diese Tatsache entspricht nicht dem schweizerischen Durchschnitt. 85 Prozent wohnen auf einer Fläche von drei oder mehr Zimmern. Dies sei genug Raum, um sich gegenseitig nicht zu nerven, bemerkte Schwyter dazu lachend. Alterswohngemeinschaften wären eine attraktive Antwort auf die fehlenden erschwinglichen, altersgerechten Wohnungen in der Region. Ebenso bemerkenswert und erfreulich zeigt es sich, dass über 90 Prozent der über 60-jährigen noch keine Pflege brauchen. Durch Spitex und Verwandtschaft soll so weit als möglich die Unterstützung im Alter abgedeckt werden. Um diese Entwicklung zu unterstützen, will die Gemeinde passende Strukturen schaffen. Ideen dazu seien zum Beispiel die Zeitgutschriften oder Hauslieferdienste.

Der soziale Austausch findet ausschliesslich im näheren Umfeld statt, auch deshalb, weil zunehmend Treffpunkte fehlen. Dabei kommt der Gemeinderat auf das Projekt Kulturscheune Tösstal zu sprechen, das eben solche Bedürfnisse abdecken könnte. Den Billettautomat am Bahnhof anwenderfreundlich machen, mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum zur Verfügung stellen und erschwingliche Wohnungen sowie einen guten Winterdienst wünschten sich die Zuhörer zum Schluss der Veranstaltung. Schwyter wollte es nicht unterlassen, auf die kommenden Gemeinderatswahlen hinzuweisen. Er bot sich an, auch künftig die Interessen auch dieser Bevölkerungsschicht engagiert zu vertreten. Die Umfrageergebnisse werden auf der Homepage der Gemeinde Turbenthal demnächst veröffentlicht.