Toni Vescoli macht was er will

Der Künstler las aus seinem Buch, spielte aber auch etliche seiner Lieder (Foto: eve)

Essen und dann sitzen bleiben – das machte man am Samstag sehr gerne. Toni Vescoli lud zu seinem Abendprogramm «MacheWasiWill», in dem er Passagen aus seinem Buch vorliest und alles mit wunderbarer Musik untermalt.

Cordon bleu, Entrecote, Kalbsschnitzel oder Spargel-Risotto mit Bärlauch – die etwa 100 ZuschauerInnen wurden von Fausto, dem Unikat der Blume in Fischenthal, köstlich verwöhnt und schlemmend auf einen wundervollen Abend eingestimmt. Der Saal des Restaurants war gemütlich und zum Sitzenbleiben hergerichtet. Das Kerzenlicht schuf eine heimelige Atmosphäre, die zum gemütlichen Verweilen einlud.

Pünktlich um 20.30 Uhr stand er dann auf der Bühne und begrüsste mit einem «Grüezi, gahts oi guet?» sein Publikum zur musikalischen Lesung «MacheWasiWill». Toni Vescoli, das Urgestein der Schweizer Musikszene, war bereit, aus seinem Buch zu lesen und damit aus seinem Leben zu erzählen und immer wieder zur Gitarre und seiner Mundharmonika zu greifen.

Das Buch mit dem Titel «MacheWasiWill» hat seinen Namen dem gleichnamigen Mundartsong von Vescoli aus dem Jahre 1983 zu verdanken. Auf über 600 Seiten gibt der liebenswerte Toni Einblick in sein Leben und die vielen musikalischen Stationen, die er in über 55 Jahren Karriere erlebte. Er führt mit viel Witz und Charme durch sein erfülltes Leben, seine Kindheit in Peru und Küsnacht und die vielen Hochs und Tiefs, die er in all den Jahren als Musiker, Hochbauzeichner, Möbelrestaurateur und Redaktor erlebte.

Sein Buch, das er mit Unterstützung zweier Kollegen selber geschrieben hat, ist gefüllt mit über 400 Bildern aus seinem Leben und vielen Geschichten daraus. Er erzählt von seinen Eltern, den Umständen in Teheran, wo diese lebten, und berichtet schmunzelnd von der spannenden Zeit seiner Entstehung in einem Pfirsichgarten. Kurzweilig und witzig geht es weiter zu den ersten Jahren seiner Kindheit in Peru und der Rückkehr in die Schweiz, wo er wegen seines Namens keinen einfachen Start hatte. Immer dabei und spürbar ist seine Liebe zur Musik, die ihn seit seiner Kindheit begleitet. So erzählt er von seinen musikalischen Anfängen auf einem Tisch stehend, Elvis imitierend, im Schwarzen Ring in Zürich.

Der Pionier der Schweizer Rockszene lässt seine musikalische Laufbahn Revue passieren, erzählt von den schwierigen Anfängen als Musiker, der Gründung seiner Band Les Sauterelles bis hin zu dem Highlight als Vorband der Rolling Stones und den Hitparadenplatzierungen. Links sein Tisch, an dem er aus dem Buch vorliest, rechts sein Mikrofon, an dem er zahlreiche Songs zum Besten gibt, werden in der Mitte mit einem Projektor die schönsten Bilder aus seinem Leben gezeigt und füllen so den Abend mit einem spannenden, musikalischen und persönlichen Toni Vescoli.

Es erstaunt nicht, dass dieser Mann so viel erreicht hat und er kann wirklich machen, was er will – man hört und sieht ihm einfach gerne zu.

Weitere musikalische Lesungen sind geplant. Die Daten findet man auf vescoli.ch.