«Tanne»-Wirt mit neuem Standbein

Nebst der Baumer «Tanne» führt der Wirt Ismet Cungu neu auch den Gasthof Gemeindehaus im Schaffhausischen Wilchingen (Foto: hug)

Ismet Cungu, der Wirt des Gasthauses zur Tanne in Bauma, führt neu auch den Gasthof Gemeindehaus im Schaffhausischen Wilchingen. Darauf will er sich langfristig konzentrieren.

Der Wirt des Gasthauses zur Tanne in Bauma, Ismet Cungu, führt neu im Schaffhausischen Wilchingen den Gasthof Gemeindehaus. Dies berichteten kürzlich die «Schaffhauser Nachrichten». Das «Gemeindehaus» war seit April 2016 geschlossen, weil kein Nachfolger gefunden wurde. Seit etwa Mitte Oktober ist das Restaurant nun unter Cungu wieder geöffnet. Es gehört der Gemeinde und verfügt in der vorderen Gaststube über rund 50 und im Stübli bis zu 30 Plätze. Im oberen Stock gibt es ausserdem einen Saal, in dem bis zu 100 Personen Platz finden. In der Anfangszeit ist der Gasthof von Montag bis Sonntag jeweils von 8.30 Uhr bis 23.30 Uhr geöffnet.

Verlässt der Wirt die «Tanne»?

Ebenso steht in dem Bericht, dass die Familie Cungu «aktuell noch» das Gasthaus zur Tanne in Bauma führt. «Derzeit pendle ich zwischen den Lokalen hin und her. Langfristig werden wir uns aber auf das Restaurant hier in Wilchingen konzentrieren», sagt Ismet Cungu gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten». Noch wohnt die Wirtefamilie in Bauma, ein Umzug sei aber geplant. Gegenüber dem «Tößthaler» wollte Cungu weder den Bericht kommentieren, noch Fragen beantworten. Zum Beispiel, ob er den Pachtvertrag mit der Gemeinde über die «Tanne» definitiv kündigen und das Gasthaus verlassen werde. Und falls ja, wann.

Der Baumer Gemeindepräsident Andreas Sudler wusste auf Anfrage nichts von dem Bericht und kann entsprechend noch nicht viel dazu sagen. Gemäss Sudler beträgt die Kündigungsfrist des Pachtvertrages der «Tanne» sechs Monate. Auf eine allfällige Kündigung Cungus angesprochen, sagt der Gemeindepräsident: «Ich fände es schade, wenn die Familie Cungu die ‹Tanne› verlassen würde. Es wäre ein Verlust, wenn ein Restaurant weniger in Bauma geöffnet hätte.» Dass ein solcher Leerstand durchaus eintreffen könnte, zeigt die Erfahrung. So stand das 1964 durch die Gemeinde gekaufte Gasthaus in den letzten rund 20 Jahren zwischendurch immer wieder leer, in den 2000er-Jahren sogar etwa fünf Jahre lang. Die meisten Wirte hatten sich an der «Tanne» die Zähne ausgebissen und verliessen sie aus wirtschaftlichen Gründen wieder. Dass vor der Wiedereröffnung durch Ismet Cungu Anfang August 2013 die Türen des Gasthauses nur rund drei Wochen geschlossen blieben, stellte die Ausnahme dar.

Keinen Einfluss auf Liegenschaftenstrategie

Momentan arbeitet der Gemeinderat eine Liegenschaftenstrategie aus. Deren Resultat wird zeigen, welche Liegenschaften, allenfalls auch mit Blick auf neue zukünftige Nutzungen, langfristig im Bestand der Gemeinde bleiben sollen. Eine allfällige Kündigung Cungus hätte auf diese Strategie aber «keinen Einfluss», erklärt der Baumer Gemeindepräsident. Die Strategie ist heute noch nicht spruchreif. Geplant ist, dass diese der Bevölkerung 2018 präsentiert werden kann. Sudler führt nächstens mit der Familie Cungu ein Gespräch.

Ismet Cungu jedenfalls scheint sich in Wilchingen sehr gut aufgenommen zu fühlen und schmiedet weitere Pläne. «Ich wurde geradezu von Sympathie überschwemmt. Das ist ein tolles Gefühl», wird er in den «Schaffhauser Nachrichten» zitiert. Die Einwohner seien froh, dass das Restaurant Gemeindehaus nun wieder offen sei. Der Wilchinger Gemeinderat gewährt Cungu für den Anfang als Schub eine verminderte Pacht. Längerfristig sollen auch die sieben Hotelzimmer im oberen Stock in Schuss gebracht werden – und im grossen Saal will Cungu den Jungen etwas bieten. Da könnten Musikevents oder Fondueabende stattfinden.

Rolf Hug
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