Steuerfuss bleibt trotz Defizit auf Vorjahresniveau

Zell

Der Voranschlag 2018 der Gemeinde Zell schliesst bei einem budgetierten Aufwand von 37,6 Millionen Franken sowie einem Ertrag von 36,7 Millionen mit einem Aufwandüberschuss von 877’400 Franken ab. Der Steuerfuss soll aber weiterhin 122 Prozent betragen.

Die überdurchschnittlich hohen Investitionen der letzten Jahre sind nun abgeschlossen und werden den Finanzhaushalt der Gemeinde Zell auch noch in den kommenden Jahren belasten. Dies geht aus einer Mitteilung des Gemeinderats Zell hervor. Unter dieser Voraussetzung stand auch dieses Jahr die Erarbeitung des Budgets unter dem Motto «absolut Notwendiges vom Wünschbaren zu trennen».

Das Defizit beläuft sich wie im Vorjahr auf knapp zehn Steuerprozente. Nach wie vor sind auf der Aufwandseite die Bereiche Bildung mit 12,4 Millionen Franken und die Soziale Wohlfahrt mit 7,6 Millionen Franken die Hauptausgabenposten. Dies entspricht rund 53 Prozent des gesamten Etats. Weiterhin fallen auch die Gesundheitskosten, unter anderem die Pflegefinanzierung, wesentlich ins Gewicht.

Alle grossen Investitionsvorhaben sind mittlerweile abgeschlossen. Für das Jahr 2017 sind verkraftbare Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen in der Höhe von 3,5 Millionen Franken geplant. Diverse kleinere und grössere Vorhaben mussten aufgrund der angespannten finanziellen Situation zurückgestellt oder gar gestrichen werden. Ohne solche Massnahmen wäre eine vernünftige Finanzierung der Investitionen mit einem erträglichen Mass an Neuverschuldung nicht möglich
gewesen.

Aufwandüberschuss ist verkraftbar

Somit erreicht die politische Gemeinde Zell für das Voranschlagsjahr 2018 bei den Investitionen wieder normale Gewässer. Folgende Investitionsvorhaben sind vorgesehen:

  • Schulhausbauten und übrige Verwaltungsliegenschaften: 1,5 Millionen Franken
  • Sanierung Kugelfang: 0,4 Millionen Franken
  • Gemeindestrassen, Werke und Gewässerunterhalt: 1,5 Millionen Franken
  • Diverse kleinere Investitionen: 0,1 Millionen Franken
  • Total Nettoinvestitionen: 3,5 Millionen Franken

Der erwartete Aufwandüberschuss von 877’400 Franken ist angesichts des geplanten stattlichen Eigenkapitals per 31. Dezember 2018 von rund zehn Millionen Franken verkraftbar, so dass auch die zusätzlichen Abschreibungen von 36 Millionen Franken finanzpolitisch vertretbar sind. Zell konnte in den vergangenen Jahren eine überdurchschnittliche Substanz anhäufen und wies eine tiefe Verschuldung aus. Eine erste grosse Tranche der aufgenommenen Fremdgelder in zweistelliger Millionenhöhe kann im Voranschlagsjahr zurückbezahlt werden. Auch bei einzelnen Finanzkennzahlen, die sich in der Vergangenheit negativ entwickelten, ist eine positive Trendwende absehbar.

Mittel gezielt einsetzen

Der Finanzhaushalt ist – bedingt durch die getätigten hohen Investitionen – nur dank der immer noch soliden Ausgangslage einigermassen im Lot. Das gezielte Einsetzen der eigenen Mittel steht weiterhin im Vordergrund. Nur so können die finanziellen Herausforderungen der nächsten Jahre bewältigt werden.

Die geplanten kantonalen Sparmassnahmen können sich für die Gemeindefinanzen erheblich auswirken.