Sternenberg am Bichelsee

Während hinten noch eingerichtet wird, nehmen die ZuschauerInnen an den Festtischen Platz (Fotos: abs)

Ein heisser Freitag wurde am Abend gekrönt mit einer Openair-Aufführung des Schweizer Spielfilms «Sternenberg» im Strandbad Bichelsee.

Die Gemeinde Sternenberg verlor anfangs Jahr ihre Eigenständigkeit und fusionierte mit Bauma. Der Zürcher Regisseur Christoph Schaub setzte ihr aber schon 2004 ein Denkmal mit dem Film «Sternenberg». Genau dieser Film wurde am warmen Freitagabend im Strandbad Bichelsee gezeigt. Sternenberg wurde also gewissermassen für kurze Zeit ans Ufer des kleinen Sees an der Kantonsgrenze verpflanzt.

Während der kürzlich verstorbene Mathias Gnädinger als ältester Primarschüler der Schweiz seinen massigen Körper hinter die Schulbank zwängte, stiegen die letzten Badegäste aus den angenehm warmen Fluten des Bichelsees. Das macht eben den besonderen Reiz dieses Anlasses aus: Menschen, die Abkühlung suchen, und solche, die sich gerne einen Film anschauen möchten, vermischen sich und geniessen für kurze Zeit gemeinsam die entspannte Atmosphäre. «Es ist ein schöner Platz, und es ist so friedlich hier», hört man denn auch öfters.

Würste statt Popcorn

Bequeme Plüschsessel sucht man bei diesem Openair-Kino vergebens. BesucherInnen setzen sich auf harte Festbänke, auf einen selber mitgebrachten Stuhl oder finden sonst eine Sitzgelegenheit. Einige harren auch stehend aus. Die meisten müssen den Kopf drehen, damit sie die Leinwand sehen. Doch man hört kaum Reklamationen.

Statt Popcornduft liebkost Wurstgeruch die Nase. Das am Stand bezogene Getränk steht vor einem auf dem Festtisch, und man darf auch mal kurz etwas reden, ohne deswegen gleich gerügt zu werden. Eintrittspreis? Gibt es nicht. Die Organisatoren schreiten vor Filmbeginn mit Kübeln durch die Zuschauerreihen und bitten um eine Kollekte. Weil keine Tickets verkauft werden, ist die genaue Zuschauerzahl schwierig zu eruieren. Am Freitagabend war die Zahl aber bestimmt hoch.

Möglichst geringer Aufwand

Das Openair-Kino am Bichelsee ist ein Fest für Jung und Alt. Diese drei jungen Zuschauerinnen haben es schon vor der Aufführung lustig
Das Openair-Kino am Bichelsee ist ein Fest für Jung und Alt. Diese drei jungen Zuschauerinnen haben es schon vor der Aufführung lustig

Vor langer Zeit existierte im Neubrunnertal ein Verein, der sich Kroki-Kino nannte. Sein Zweck war, ab und zu im Restaurant Krone in Neubrunn Filme zu zeigen. Hansruedi Büchi, Film- und Theaterfan aus Seelmatten, wurde einst angefragt, ob er in diesem Verein mithelfen würde. Er war grundsätzlich bereit, stellte aber eine Bedingung: «Ich mache nur mit, wenn wir Filme am Bichelsee zeigen.» So entstand das Openair-Kino am Bichelsee.

Nach der Auflösung des Vereins übernahm Hansruedi Büchi zusammen mit Badmeister Guido Müller die alleinige Organisation. Die nötige Anlage kann er von einem Verein in Fischingen mieten, beim Einrichten helfen ihm Verwandte und Nachbarn. «Alles muss mit möglichst geringem Aufwand geschehen», sagt Büchi.

Als grösste Herausforderung bezeichnet er das Aufstellen der Leinwand und Einrichten der nötigen Anlage. Dies geschieht nämlich inmitten der Badegäste, und die können an einem Abend wie am Freitag recht zahlreich sein. Es bleibt auch kaum Zeit, die aufgestellte Anlage zu testen. Sobald es dunkel genug ist, wird der Film gestartet. Das Ende der Pause wird durch den Badmeister über Lautsprecher verkündet. Und am Schluss applaudiert das Publikum. Hansruedi Büchi, Guido Müller und ihre HelferInnen nehmen diese Dankesbezeugung gerne entgegen.