Springsport vom Feinsten

Das internationale Springsport-Flair hält bereits zum zweiten Mal Einzug in Turbenthal. Vom 14. bis 16. August war die Reitanlage Gmeiwerch nach dem erfolgreichen letzten Jahr wieder Austragungsort einer internationalen Senioren-Springkonkurrenz.

Annemarie Hächler und Dollar Sue im vollen Galopp (Foto: gp)
Annemarie Hächler und Dollar Sue im vollen Galopp (Foto: gp)

Während vier Tagen quartierten sich auf der Anlage Gmeiwerch in provisorischen Stallungen fremd wiehernde Pferde ein: Über 80 Vierbeiner gingen an den Start. Unter der Leitung von OK-Präsident Urs Hächler sollte das Turnier abermals ein Erfolg werden. Die Idee einer schicken weissen Sonnenbrille als Reitergeschenk hätte am ersten, noch sonnigen Austragungstag nicht passender sein können. Am Samstag hielt dann das Wetter leider nicht mehr und die Reiter mussten sich mit einigen Regengüssen abfinden. Doch die Anlage im Gmeiwerch zeigte einmal mehr, dass sie auch bei schlechtem Wetter internationale Standards erfüllt: Der Boden hält und die Sprünge konnten trotz Regen sicher absolviert werden.

Für die Zuschauer im Trockenen war es trotz des Wetters eine heisse Angelegenheit, die nicht nur pferdebegeisterte Herzen höher schlagen liess. Am Samstag im kleinen Grand Prix fieberten die Zuschauer mit, wo sie konnten. So zum Beispiel bei Evelyn Weisser, die nach einem guten Ritt am letzten Sprung einen Abwurf verzeichnen musste. Das angespannte Publikum, die Hände bereits zum Applaudieren bereit, brachte nur ein schockiertes «Neiii» heraus. Auch ein «Merde» zwischendurch erinnerte an das internationale Flair dieses Anlasses. Hans Bürgisser (Schweiz) sicherte sich als Zweitplatzierter nach Diane Roche (Frankreich) einen Podestplatz. Im spannenden AJA Nations Cup, dem Höhepunkt des Samstags, konnte die Schweiz den Sieg einheimsen.

Tösstaler Podestplatz

Der Höhepunkt der Einzelwertung wartete am Sonntagnachmittag auf. Der Top-Favorit der Schweiz, August Fuchs, mit seiner Stute Selona machte seiner Rolle alle Ehre und entschied die Prüfung souverän für sich. Beim ihm als letztem Teilnehmer, der eine Nullrunde in schneller Zeit hinlegen musste für einen Podestplatz, war das Publikum am Mitfiebern: Nach dem letzten Sprung riss man die Hände in die Höhe und feierte den Sieger ausgiebig.

Die Konkurrenz liess sich zuvor jedoch nicht lumpen. Annemarie Hächler aus dem Tösstal schaffte im zweiten Umlauf als erste die Nullrunde. Die wendige Stute Dollar Sue war mindestens so ehrgeizig wie ihre Reiterin und so liess das Paar die bisherigen sechs Starter hinter sich. Am Schluss reichte es für den sehr guten dritten Platz und das Podest war somit mit zwei Schweizern und Boris Miksa aus Deutschland klar rot-weiss geprägt. Ein grosser Dank der zum Teil weit gereisten Gäste galt der tollen Organisation des Anlasses, welcher sich zum zweiten Mal nicht hinter bekannteren Veranstaltungsorten verstecken muss.