Schulfusion Elsau-Schlatt: Zusammenführen, was zusammengehört

Sie unterstützen das Projekt: Oliver Fischer, Vertreter des Elternforums (links), Thomas Keller, Vizepräsident Primarschule Schlatt (Mitte) und Philipp Berni, Präsident Oberstufe Elsau-Schlatt (rechts) (Foto: tb)

Vor der letzten Informationsveranstaltung am 1. November für die Abstimmung über den Zusammenschlussvertrag der Schulen Elsau und Schlatt erläuterten drei Vertreter des Projektes im Gespräch mit dem «Tößthaler» die wichtigsten Punkte.

Nachdem in verschiedenen Veranstaltungen, Zeitungsberichten und Flugblättern in Elsau und Schlatt ausführlich über das Projekt der Schulfusion Elsau-Schlatt informiert wurde, geht es jetzt in
die Schlussrunde. Am 26. November wird über den Zusammenschlussvertrag an der Urne abgestimmt. Um die Schlatter Stimmbürger nochmals auf diese wichtige Vorlage aufmerksam zu machen, gab der «Tößthaler» Thomas Keller, dem Vizepräsidenten der Primarschule Schlatt, Philipp Berni, dem Präsidenten der Oberstufe Elsau-Schlatt, und Oliver Fischer, dem Vertreter des Elternforums Schlatt, die Möglichkeit, ihre Vision des Schulprojektes zu erläutern. Es ging darum, die Karten offen auf den Tisch zu legen und eine Auslegeordnung zu Argumenten und Befürchtungen zu machen.

Worum geht es bei der Schulfusion Elsau-Schlatt?

Es geht um den Zusammenschluss der Primarschulen Schlatt und Elsau mit der Oberstufe zu einer neuen Schule. Es soll sich zusammenfügen, was logisch zusammengehört. Es ist eine natürliche Entwicklung, denn die Oberstufe vereinigt schon heute die Schüler der Primarschulen aus Elsau und Schlatt.

Welches ist die Motivation für die Schule Schlatt?

Als kleine Schule hat die Primarschule Schlatt nicht so grosse Möglichkeiten in der pädagogischen Schulentwicklung. Mit dem Lehrplan 21 kommen grosse Aufgaben auf die Schule zu, wie zum Beispiel die Einführung neuer Fächer, was einen verhältnismässig grossen Aufwand bedeutet. Mit dem Zusammenschluss entsteht ein gemeinsamer Rahmen, der die Schulentwicklung vom Kindergarten über die Primarschule bis zum 9. Schuljahr koordiniert. Vor allem die Schnittstelle zwischen Primar- und Oberstufe wird entschärft, wenn die Primarschulen mit einem gemeinsamen Konzept die Schüler sowohl im fachlichen wie auch im sozialen Bereich auf die Oberstufe vorbereiten. Besonders die Ansprüche des Fremdsprachenunterrichts und die Herausforderung durch die Digitalisierung können zusammen im gleichen pädagogischen System angegangen werden.

Welches sind die Vorteile des Zusammengehens?

Die Ressourcen der kleinen Schule Schlatt sind begrenzt. In einer neuen starken Schulorganisation tun sich mehr Türen auf. Das betrifft etwa die Förderung von leistungsschwachen, aber auch leistungsstarken Schülern mit Zusatzangeboten. Eine gemeinsame Lehr- und Lernkultur bildet die Grundlage für künftige Schulentwicklung. Während eine Schule mit acht Lehrkräften schnell an die Kapazitätsgrenze stösst, können Reformprojekte wie etwa die Einführung des Lehrplans 21 professioneller und effizienter angepackt werden. Durch gemeinsame Weiterbildung soll das Fundament für eine einheitliche pädagogische Wertehaltung gelegt werden. Eine weitere Erleichterung würde die zentrale Schulverwaltung bringen, die nicht nur an drei Halbtagen arbeitet, sondern die ganze Woche als Ansprechstelle für die Eltern offen ist. Eine grössere Schule ist ein attraktiverer Arbeitgeber, wenn Teilpensen auf mehrere Schulen verteilt werden können, vor allem im Bereich Sonderpädagogik und Schulsozialarbeit. So kann mit weniger Aufwand die Schulqualität gesichert und verbessert werden.

Gibt es auch Aspekte, die Befürchtungen und Ängste erwecken?

Die demokratische Mitsprache der Schlatter wird kleiner, da sie innerhalb des Verbundes eine Minderheit sind. Das ist aber auch schon in der jetzigen Oberstufenschulgemeinde Elsau-Schlatt der Fall, die trotzdem bestens funktioniert. Die Schulhauskultur bleibt erhalten mit Schulleitung und Elternforum. Im Moment hat Schlatt eine überproportionale Schülerzahl, sodass der Zusammenschluss keinen Einfluss auf die Klassenbildung hat und kurz- und mittelfristig keine Schülerverschiebungen absehbar sind.

Die Angst, dass sich das Gesicht der Schule Schlatt grundlegend verändern wird, ist also unbegründet. Auch das Elternforum unterstützt das Projekt und sieht die Mitsprache der Eltern nicht gefährdet, da weiterhin Elternräte in jeder Schuleinheit als Ansprechpersonen wirken.

Wie geht es weiter?

Am 26. November wird in einer Urnenabstimmung über den Zusammenschlussvertrag abgestimmt. Er regelt, wie die drei Schulgemeinden in die neue Schulgemeinde überführt werden und wie deren Struktur aussehen wird. Die neue Schulpflege soll aus sieben Mitgliedern bestehen. Die heutigen Schulstandorte sollen auch in Zukunft erhalten bleiben. Bei einem Nein zum Vertrag wird die ganze Übung abgebrochen und der Status quo bleibt für Jahre bestehen.

Am 1. November findet um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Schlatt eine Informationsveranstaltung statt, wo nochmals die Fakten auf den Tisch gelegt werden. Vor allem soll dieser Abend aber Raum und Zeit für Gedankenaustausch und Diskussion bieten, Fragen zu stellen und Unklarheiten oder Gerüchte zu klären. Die Projektgruppe hofft, dass ihre Arbeit Früchte trägt und die Stimmbürger diesem zukunftsträchtigen Projekt zustimmen werden.