Schulfusion Elsau-Schlatt: Aus drei mach eins

Wird die Schulfusion angenommen, könnte die neue Schulgemeinde ab Januar 2019 ihre Arbeit aufnehmen (Foto: tb)

Die Projektgruppe der drei Schulpflegen der Primarschulen Elsau und Schlatt sowie der Oberstufe Elsau-Schlatt hat zu einer Informationsveranstaltung Ende Juni eingeladen, um die Stimmbürger über den Stand der Projektarbeiten zu informieren.

Im Gegensatz zur letzten Veranstaltung zur Schulfusion in Elsau, die nur spärlich besucht wurde, hat die Einladung zur Informationsveranstaltung am 21. Juni im Gemeindesaal Schlatt mehr Interesse geweckt. So konnte Thomas Keller, der Vertreter der Schulpflege Schlatt, gegen 40 Einwohnerinnen und Einwohner von Schlatt an diesem Mittwochabend begrüssen und sich über den für Schlatter Verhältnisse grossen Aufmarsch freuen. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigt das geringe Interesse an der gleichen Veranstaltung, die eine Woche vorher für die Elsauer durchgeführt wurde und nur wenig Zulauf fand. Zudem ist die Materie recht komplex und Stimmberechtigte ohne schulpflichtige Kinder fühlen sich vielleicht davon nicht so angesprochen.

Idee der Fusion entstand aus Eigeninitiative

Wichtig ist zu wissen, dass sich jede der drei Schulgemeinden aus Eigeninitiative für das Fusionsprojekt entschieden hat und voll dahintersteht. Seit Herbst 2015 arbeitet die Projektgruppe, die aus je zwei Vertretern der drei Schulbehörden besteht, am Projekt «Schulzusammenschluss der Schulen Elsau-Schlatt». Das Ziel der Informationsveranstaltung war, die Bevölkerung über den aktuellen Stand zu informieren und über die pädagogischen, organisatorischen und finanziellen Auswirkungen aufzuklären.

Thomas Keller legte dar, wo das Projekt im Moment steht. Der Zusammenschlussvertrag wurde von allen drei Schulbehörden gutgeheissen und der Zusammenschlussvertrag dem Gemeindeamt des Kantons Zürich zur Vorprüfung eingereicht. Gleichzeitig wurde beim Gemeindeamt ein Gesuch um einen einmaligen Entschuldungsbeitrag für die Primarschule Schlatt (Annahme 350’000 Franken) eingereicht, das zurzeit noch pendent ist.

Philipp Berni, Präsident der Oberstufe Elsau-Schlatt, leitet die Arbeitsgruppe «Finanzen». Mit Hilfe einiger Folien versuchte er den recht komplizierten Hintergrund der Finanzen dem Publikum verständlich zu machen. Fusionen sind keine kurzfristigen Sparübungen. Nur durch Strukturoptimierungen sind auf längere Sicht Verbesserungen zu erwarten. Erste Berechnungen zeigen, dass ein Sparpotential von etwa 260’000 Franken besteht – ohne Qualitätseinbusse. Davon liegt der grösste Teil im Bereich Personal- und Behördenentschädigung, sowie bei der Finanzverwaltung (Rechnungsführung/EDV).

Sollte der Zusammenschlussvertrag angenommen werden, würde der Kanton Beiträge in der Gesamthöhe von 245’000 Franken an die allgemeinen Projektkosten und für die zwei aufgelösten Schulgemeinden zahlen. Die fusionierte Schulgemeinde würde über ein bescheidenes Nettovermögen verfügen. Sie könnte die Aufgaben in den kommenden Jahren bei einem Steuerfuss von 68 Prozent erfüllen, was dem aktuellen Niveau von Elsau entspricht. Durch die Strukturoptimierung würde eine angemessene Selbstfinanzierung sichergestellt. Da die Infrastruktur gut erhalten ist, wäre das Investitionsvolumen in den nächsten Jahren gering. Einzig in der Primarschule Elsau muss aufgrund des erwarteten Bevölkerungszuwachses in einen Neubau investiert werden.

Keine Vorwegnahme einer Fusion der politischen Gemeinden

Thomas Keller sprach einige rechtliche Fragen und auch andere Punkte an, die in der Diskussion in der Bevölkerung aufgetaucht sind. Er betonte, dass sich die Fusionsperspektiven der beiden politischen Gemeinden Elsau und Schlatt durch den Schulzusammenschluss nicht verändern würden. Dies, weil sie bereits heute durch die gemeinsame Oberstufe an den gleichen Gebietsperimeter gebunden sind.

Der Zusammenschlussvertrag regelt, wie die drei Schulgemeinden in die neue Schulgemeinde überführt werden und wie deren Struktur aussehen wird. Die neue Schule soll aus sieben Schulpflegemitgliedern bestehen, wobei es gesetzlich nicht möglich ist, einen fixen Gemeindeanspruch auf Vertretung festzulegen. Die Projektgruppe betrachte Elsau als Sitz für die zentrale Schulverwaltung als zielführend. Die heutigen Schulstandorte sollen auch in Zukunft erhalten bleiben.

Was sind die Vorteile?

Finanzielle Vorteile entstehen durch den noch effizienteren Einsatz der Personal- und Finanzressourcen. Flexiblere Anstellungsbedingungen erleichtern die Personalrekrutierung vor allem im Bereich der Fachlehrkräfte wie Therapeuten oder Sonderschulung. Neben all den finanziellen und strukturellen Gesichtspunkten steht aber die pädagogische Motivation im Zentrum. Mit einer gemeinsamen Schulgemeinde kann man die Stufenübergänge von der Primar- zur Sekundarstufe dauerhaft verbessern. Eine gemeinsame Lehr- und Lernkultur bildet die Grundlage für künftige Schulentwicklung. Reformprojekte wie der Lehrplan 21 oder die Digitalisierung der Schule können effektiver angegangen werden. Durch gemeinsame Weiterbildung soll das Fundament für eine einheitliche pädagogische Wertehaltung gelegt werden.

Abstimmung im November

Nach einer letzten Informationsveranstaltung am 1. November kommt der Zusammenschlussvertrag am 26. November 2017 zur Abstimmung an der Urne. Die Projektgruppe wird dann zur Steuergruppe, die den Auftrag hat, den Zusammenschluss auf allen Ebenen zu vollziehen. Sie wird die neue Gemeindeordnung erarbeiten, die nach der Prüfung durchs Gemeindeamt den Stimmbürgern am 4. März 2018 zur Urnenabstimmung vorgelegt wird. Nach der Wahl der neuen Schulbehörde im Juni 2018 könnte die neue Schulgemeinde Elsau-Schlatt am 1. Januar 2019 starten. Sollte der Zusammenschlussvertrag abgelehnt werden, gibt es kein Alternativprojekt. Die Projektgruppe hofft, dass mit den diversen Informationsveranstaltungen ihre Arbeit Früchte trägt und die Stimmbürger diesem zukunftsträchtigen Projekt zustimmen werden.