Schlatter Friedensrichterin gewählt

In Schlatt wurde Barbara Claus-Schenker kürzlich still zur Friedensrichterin gewählt. Ob sie in Elgg ebenfalls weiterhin schlichtet, entscheidet sich in einer Kampfwahl an der Urne.

Barbara Claus-Schenker wurde als Friedensrichterin von Schlatt still gewählt. Dies geht aus der kürzlichen amtlichen Publikation der Gemeinde hervor. Die 1964 geborene Brüttemerin trat das Friedensrichteramt bereits Ende Januar ad interim an. Dies nachdem im Dezember 2017 der bisherige Friedensrichter Christoph Rieder unerwartet verstorben war. An ihrem Wohnort übt Claus-Schenker dieses Amt bereits seit 2009 aus. Sie ist verheiratet, hat Englisch und Italienisch an der Universität Zürich studiert und mehrere Jahre als Beraterin in Fragen der Managemententwicklung gearbeitet. Ausserdem hat sie sich in den Bereichen Konfliktmoderation und Kommunikation weitergebildet. Seit 2017 leitet sie die Bibliothek Brütten.

Ihre Schlatter Friedensrichter-Fälle wird Claus-Schenker weiterhin im Gemeindehaus Elsau abwickeln, wo sie, wie in Hagenbuch, ebenfalls kürzlich still gewählt wurde. Damit tritt sie auch in diesen Gemeinden die offizielle Nachfolge von Christoph Rieder an. Einzig in Elgg, das kürzlich mit Hofstetten fusionierte, kandidieren zwei weitere Kandidaten für dessen Nachfolge. Weshalb es dort am 10. Juni zur Urnenwahl kommt und womöglich sogar zu einem zweiten Wahlgang, erreicht am 10. Juni keiner der Dreien das absolute Mehr.

Minime Mehrkosten für Schlatt

Dass Claus-Schenker die interimistische Nachfolge von Rieder antrat, ist kein Zufall: «Ich habe bei der letzten alljährlichen Überprüfung in Brütten der Bezirksrichterin gesagt, dass ich gerne ein grösseres Pensum hätte.» Nach dem Tod Rieders ist das Bezirksgericht deshalb auf sie zugegangen. Schafft Claus-Schenker auch in Elgg die Wahl, würde sie in den Gemeinden des Eulachtals inklusive Schlatt und Hagenbuch zwischen 35 und 50 Fälle pro Jahr abwickeln. Fällt Elgg weg, wären es etwa acht bis 20 weniger. Dies geht aus den offiziellen Fallzahlen der letzten drei Jahre hervor. Hinzu kämen jeweils die vier bis zwölf Fälle, die sie jährlich in Brütten betreut. Die Bearbeitung einer höheren Anzahl Fälle habe durchaus Vorteile, sagt die 53-Jährige. «So bleibe ich besser in Übung.»

Würde in Elgg einer ihrer Herausforderer gewählt, änderte sich wenig für die Gemeinde Schlatt, die in den letzten drei Jahren nur jeweils einen oder zwei Fälle aufwies. «Es wäre lediglich mit kleineren Mehrkosten für das Büro in Elsau zu rechnen», sagt der Schlatter Gemeindeschreiber Peter Leemann. Denn bei diesem Szenario würde Elgg den Friedensrichter bei sich im eigenen Gemeindehaus einquartieren. Und sich folglich auch nicht mehr an den Kosten für die Büroräumlichkeiten in Elsau beteiligen, die heute entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinden aufgeschlüsselt sind. Barbara Claus-Schenker sieht der Wahl in Elgg mit Interesse entgegen und streicht derweil die Vorteile ihrer Wahl heraus: «Ich könnte einfach weitermachen und bräuchte auch keine Einarbeitung.»

Rolf Hug
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