Sägerei Bachmann gewährte spannende Einblicke

Diese schlichten Hocker wurden von der Holzkünstlerin Claudia Stutz geschaffen (Fotos: lk)

Zahlreiche neugierige BesucherInnen besuchten am Samstag die Sägerei Bachmann AG in Wila. Der Tag der offenen Türe wurde rege genutzt.

Bei einem Rundgang über 15 Posten durch die Sägerei Bachmann erfuhr man erstaunliche Fakten über die Sägerei, wurde an den Stationen der Holzanlieferung bis zu den möglichen Endprodukten geleitet und lernte einiges über die verschiedenen Holzarten und deren optimale Verwendungsmöglichkeiten. Der Rundgang war mit einem Wettbewerb verbunden, bei dem es darum ging, das erworbene Wissen über die Holzverarbeitung einzusetzen.

Erstmals erwähnt am heutigen Standort wurde die Sägerei im Jahr 1864. Seit 1914 ist diese im Besitz der Familien Bachmann und wurde im 2017 an die vierte Generation, die Geschwister Hansueli und Daniel Bachmann mit ihrer Schwester Elisabeth Moser-Bachmann übergeben. Zur elfköpfigen Belegschaft gehören ebenfalls Lehrlinge. Das Label «Holzo», Holz aus dem Zürcher Oberland, wurde von der Sägerei Bachmann mitbegründet. Ziel dieser Marke ist es, die Wälder und Holzwirtschaft zu stärken mit Holz aus der Region für die Region.

Die Zahl der Sägezähne erraten

«Wie viele Zähne hat ein Blockbandsägeblatt?», war eine der Wettbewerbsfragen, bei denen ein normaler Mensch eigentlich nur fragend in der Schärferei steht und sich mal überlegt, welches dieser unzähligen Sägeblätter nun gemeint ist. 211 Zähne hat das 9,5 Meter lange Sägeblatt und nach rund acht Einsatzstunden muss dieses gewechselt werden, weil die Stellite an den Zähnen abgenutzt sind. Das Stellitieren und Schleifen wird in der eigenen Schärferei auf dem Areal vorgenommen.

Beim Rundgang konnte man von nahem eine Entrindungsmaschine bei der Arbeit bestaunen und danach zur Zuschneideanlage hinübergehen, wo Baumstämme zu Brettern zugeschnitten werden. Der Rundgang führte weiter vorbei an der imposanten Trockenkammer, wo den Brettern die Feuchtigkeit entzogen wird, und schliesslich zur Lagerung, wo die Produkte, nach Holzart und Qualität sortiert, auf ihre Weiterverwendung warten. Und selbstverständlich wird alles Holz komplett genutzt, sei es als Bretter, als Drechslerholz oder als Restholz das unter anderem zum Heizen verwendet wird. Nicht nur Zimmereien oder Schreinereien stehen im Kundenkreis der Sägerei Bachmann, auch Privatpersonen dürfen direkt das Holz beziehen.

Dies ist nur ein Teil der beeindruckenden Informationen, die man an diesem Tag der offenen Türe vermittelt bekam. Man durfte zudem der Holzkünstlerin Claudia Stutz bei ihrer Arbeit zusehen und die schlichten Holzhocker mit der einzigartigen Maserung bestaunen. Und über die unlogisch geformten Nagel-skulpturen eines Jugendlichen staunen, der als Schlussarbeit in der Sekundarschule diese Kunstwerke geschaffen hat.

Beim Festzelt konnte man sich nicht nur mit Leckereien vom Grill verköstigen, die Glacevariationen schmeckten bei diesem warmen Wetter besonders gut. Das Probesitzen auf den Holzhockern war bestens und das gemütliche Beisammensein wurde ausgiebig genossen. Nebenan war noch ein Rundplatz mit Sägemehl ausgelegt worden. Gerne lies-sen sich Kinder und Jugendliche zu ein bisschen Sport überzeugen und ein paar Probeschwünge unter Anleitung eines Schwingers liessen ein paar bisher unbekannte Schwing-Talente erkennen.