Ruhiger Abend für den Gemeinderat

Darf auf eine gute Informationspolitik zurückblicken: Finanzvorstand Herbert Müller (Foto: wir)

Über vier Geschäfte hatte die Gemeindeversammlung Fischenthal am letzten Freitag zu befinden. 54 Stimmberechtigte waren der Einladung in den Saal des Restaurants Blume gefolgt.

Wer sich im Vorfeld dieser Versammlung auf eine kontroverse Debatte eingestellt hatte, sah sich getäuscht. Zu Diskussionen Anlass gab lediglich die Auswahl einer Sanierungsvariante für das Schwimmbad Steg zur weiteren Ausarbeitung. Vorgestellt wurden die vier erarbeiteten Lösungen bereits an einem Informationsabend der Gemeinde am 12. September. Gemeinderat und Ressortvorsteher Guido Täschler konnte sich daher auf eine kurze Zusammenfassung beschränken.

Gemeinderat und RPK uneins

Die Ausgangslage für das Ingenieurbüro Kannewischer zur Erarbeitung einer Sanierungsstudie war klar: Die technischen und baulichen Anlagen haben ihre theoretische Lebensdauer erreicht und entsprechen teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen. Insbesondere die Badebecken sind sanierungsbedürftig; Sicherheitsaspekte, eine Absenkung des Badebeckens und damit verbundener einseitiger Ablauf, verschiedene Abplatzungen am Beton sowie erhöhter Unterhaltsaufwand an altem Beton wurden von einem Mitarbeiter der Firma Kannewischer genannt. Die entstehenden Kosten sind, abgesehen von in allen Fällen entstehenden 263’000 Franken «Ohnehinkosten», stark unterschiedlich.

Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) empfahl der Versammlung die günstigste Lösung, bei welcher die bestehenden Badebecken mit einer PVC-Folie belegt werden und bei der von einer Haltbarkeit von 15 Jahren ausgegangen werden kann. Abweichend davon sprach sich der Gemeinderat für die teuerste Variante aus, einer Auskleidung der Becken mit Edelstahl, womit rund 60 Jahre «Ruhe herrschen würde», so Täschler. Dazu kommt, dass durch den höher zu erwarteten Finanzausgleich im nächsten Jahr dabei keine Steuererhöhung notwendig würde. Die anschliessende Diskussion zeigte schnell, dass sich auch die anwesenden Gemeindemitglieder bei der Lösungsfindung auf diese beiden Vorschläge konzentrierten. Interessanterweise betrafen die Voten weniger die anfallenden Kosten, als vielmehr die Lebenszeiten der jeweiligen Realisationen. Abgestimmt wurde schliesslich im Ausscheidungsverfahren. Schon der erste Durchgang reduzierte die Auswahl auf die beiden besprochenen Ausführungen.

Auch wenn sich vor allem eine Stimmbürgerin vehement für die Folienlösung aussprach, folgte die Gemeinde schliesslich dem Antrag des Gemeinderates und entschied sich für die gut eine Million Franken teure Variante Chromstahlbecken mit einem Verhältnis von 35 zu 18 Stimmen. Die anschliessende Schlussabstimmung, bei der es darum ging, ob nun diese Lösung zu Handen der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember weiter ausgearbeitet werden soll, war dann Formsache. Ein «Nein» hierzu hätte auch eine Absage an die Sanierung und somit den Weiterbetrieb des Schwimmbades bedeutet.

Einigkeit bei den anderen Geschäften

Leichtes Spiel hatte der Gemeinderat mit seinen restlichen Anträgen. Die Bauabrechnung des Schulhauses Schmittenbach schloss mit 145’933 Franken um lediglich 0,64 Prozent über den budgetierten Kosten ab. Eine Punktlandung, die von den Abstimmenden erwartungsgemäss nicht in Frage gestellt und einstimmig angenommen wurde. Nicht viel anders sah es beim dritten Geschäft aus, bei dem es um die Umsetzung des neuen Gemeindegesetzes und die damit verbundene Neubewertung des Verwaltungsvermögens ging. Bei diesem doch eher komplexen Thema trug die gute Informationspolitik der letzten Monate des Gemeinderates mit Finanzvorstand Herbert Müller wohl Früchte. Dem Vorschlag, auf eine Neubewertung zu verzichten, wurde diskussionslos und ohne Gegenstimme gefolgt.

Als letztes Traktandum auf dem Programm stand der Antrag des Gemeinderates, der Statutenänderung des Kindes- und Erwachsenenschutzes des Bezirkes Hinwil zuzustimmen. Judith Sievi, Ressortvorsteherin Soziales und Gesellschaft, versuchte das Thema den Anwesenden vorzustellen. Einer Erkältung wegen vollständig ihrer Stimme beraubt, musste sie sich notwendigerweise äusserst kurzfassen. Dennoch, auch Sievi brachte ihr Anliegen ohne Gegenstimme durch.