Projektgruppe fühlt den Puls

Monika Schäfer (Zweite von links) ist Mitglied
der Projektgruppe Schule Elsau-Schlatt (Foto: abs)

Die Projektgruppe Schule Elsau-Schlatt lud ein zu einem sogenannten Gemeindeforum. Ziel der Veranstaltung war, den Puls der Bevölkerung bezüglich Fusion der Schulgemeinden zu spüren und auf deren Fragen einzugehen. Das klappte leider nur bedingt.

Monika Schäfer, Mitglied der Oberstufenschulgemeinde Elsau-Schlatt, konnte ihre Enttäuschung nicht wirklich verhehlen. Schulgemeindepräsident Philipp Berni formulierte es diplomatisch: «Es hat doch ein paar Eltern und Behördenmitglieder hier.» Die einladende Projektgruppe Schule Elsau-Schlatt hätte sich eine bessere Beteiligung an ihrem Gemeindeforum gewünscht – und wohl auch verdient. Immerhin hatte sie zwei Vertreter des Gemeindeamts Zürich und mit Barbara Franzen eine Expertin in Sachen Schulfusionen für diesen Abend engagiert.

Gewiss, das Thema ist nicht neu, aber es nähert sich einer entscheidenden Phase. Die Behörden der Primarschulen Elsau und Schlatt und der Oberstufenschule Elsau-Schlatt beschlossen im Frühjahr 2016, den Prozess zur möglichen Zusammenlegung aufzugreifen. Im Fokus der angestrebten Weichenstellung stehen primär pädagogische Ziele. Der finanzielle Druck wird momentan als nicht ausschlaggebend eingestuft. Je zwei Personen aus den drei involvierten Schulgemeinden bilden eine Projektgruppe. Schlatt ist durch Monika Schäfer (Oberstufe) sowie Zuleika Trensch und Thomas Keller (Primarschule) vertreten. Als externe Beraterin wirkt Barbara Franzen, Präsidentin der Schule Wehntal, die Swissplan AG unterstützt bezüglich Finanzplanung. Mit dem Gemeindeforum am Montagabend im Schulhaus Ebnet in Elsau wollte die Projektgruppe einerseits die Bevölkerung informieren, anderseits auch deren Befindlichkeiten und allfällig Inputs abholen.

Steuerfuss wird beibehalten

In seinem kurzen Referat zum Thema Ziele und Grundsätze einer Fusion betonte Alexander Locher vom Gemeindeamt Zürich: «Fusionsziele setzen die Gemeinden, nicht der Kanton. Die Gemeinden sind verantwortlich, der Kanton sorgt für die Rahmenbedingungen.» Zu diesen Rahmenbedingungen gehören auch die Finanzen. Der zweite Vertreter des Gemeindeamts, Alexander Gulde, erwähnte eine kantonale Beteiligung von 45’000 Franken an den Projektkosten und 200’000 Franken für die zwei aufgelösten Schulgemeinden. Philipp Berni ergänzte, das Entschuldungsgesuch für Schlatt werde nun eingereicht. Der derzeitige Steuerfuss von 68 Prozent in Elsau soll beibehalten werden.

Der Präsident der Oberstufe Elsau-Schlatt bot den Anwesenden einen kurzen Überblick über den Stand des Projekts. Anfangs März seien die Schulleitungen zur Projektgruppe gestossen. Es wurden Arbeitsgruppen für Finanzen, Zusammen-schlussvertrag und Pädagogisches gebildet. Die neue Schulgemeinde wäre eine schlagkräftige Organisation, angedacht seien sieben Schulpflegemitglieder, also deutlich weniger als derzeit. Der momentane Schulraum werde weiterhin benötigt, die Standorte sollen bestehen bleiben. Geplant ist ein Schulhausneubau der Primarschule Elsau. Allgemein wurde mehrmals betont: «Das Pädagogische steht im Zentrum.» Finanzielle Überlegungen stünden bei der Fusion nicht im
Vordergrund.

Angeregte Diskussionen

Der nächste Teil der Veranstaltung trug den Titel «World Café». Kaffee gab es zwar nicht, Diskussionen sehr wohl. Die Teilnehmenden bildeten Gruppen, innerhalb deren sie Chancen und Risiken eines Zusammenschlusses erörterten. Philipp Berni und Barbara Franzen nahmen zum Schluss des Anlasses Stellung zu diesen Anliegen.

Offenbar bestehen gewisse Befürchtungen, die Kinder würden zwischen den einzelnen Orten hin und her transportiert. In der Projektgruppe sie der Schülertransport bisher kein Thema gewesen, erläuterte Berni. Es sei vorgesehen, dass die Kinder an ihrem Wohnort zur Schule gingen. Franzen erwähnte, im Vertrag sei festgehalten, dass die Schulstandorte beibehalten würden, so lange es pädagogisch sinnvoll sei. Ein weiterer Punkt, der angesprochen wurde, betraf die Qualitätsverbesserung. Nicht nur von Schule zu Schule, sondern auch von Lehrperson zu Lehrperson gebe es diesbezüglich Unterschiede. Diese könnten in einer zusammengelegten Schulgemeinde minimiert werden, da mindestens überall die gleichen Lehrmittel verwendet würden. So wären die PrimarschülerInnen auf dem gleichen Stand, wenn sie in die Oberstufe wechseln.

Nicht allen zu schmecken scheint die zentrale Schulverwaltung, der Weg dorthin sei gerade für Schlatter ziemlich weit. Dem wurde entgegengehalten, dass dank der modernen Kommunikationsmittel nur selten ein Gang auf das Sekretariat nötig sei. Aus eigener Erfahrung konnte Barbara Franzen sagen, dass eine zentrale Verwaltung mehr Vorteile habe, die Nachteile dürften aber nicht ausser Acht gelassen werden. Geplant sind seitens der Projektgruppe noch zwei Informationsveranstaltungen, und zwar am 21. Juni in Elsau und am 28. Juni im Gemeindesaal Schlatt (19.30 Uhr). Über den Zusammenschluss-vertrag wird in beiden Gemeinden am 26. November 2017 abgestimmt.

Albert Büchi
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