Politische Gemeinde ist neu zuständig für Deutschkurse

Die Teilnehmer des Deutschkurses Turbenthal (Foto: zVg)

Seit 2002 bietet Turbenthal Deutschkurse für die ausländische Bevölkerung an. Bis anhin wurden diese über das Elternforum der Sekundarschule organisiert. Neuerdings ist die Politische Gemeinde dafür verantwortlich.

Bereits seit 2002 bietet die Gemeinde Turbenthal Deutsch- und Integrationskurse für ausländische Bewohner an. Bis anhin war das Elternforum der Sekundarschule Turbenthal-Wildberg für diese verantwortlich, neuerdings ist es die Politische Gemeinde. Der Grund dafür ist, dass das Elternforum in den letzten Jahren immer kleiner geworden ist und offiziell nicht mehr existiert.

Aus diesem Grund suchte man nach einer neuen Lösung, erklärt Georgette El-Ladki. Sie ist für die Organisation der Deutschkurse und alle administrativen Aufgaben zuständig. Bis Mitte Jahr gehörte sie der nun aufgelösten Gesundheitsbehörde in Turbenthal an. Dort setzte sie sich unter anderem dafür ein, dass die Deutschkurse neuerdings über die Politische Gemeinde organisiert werden.

Jährlich steigende Teilnehmerzahlen

«Jahr für Jahr hat sich die Teilnehmerzahl erhöht», erklärt El-Ladki, die ebenfalls Projektleiterin des Café International ist und im April in die Sekundarschulpflege Turbenthal-Wildberg gewählt wurde. «Da das Elternforum allerdings nicht mehr offiziell existiert, mussten wir eine neue Lösung für die Organisation der Kurse finden.» Aus diesem Grund habe sie sich dafür eingesetzt. «Noch während meiner Zeit in der Gesundheitsbehörde versuchte ich die Politische Gemeinde zu überzeugen, dass diese zukünftig die Deutschkurse organisiere», betont El-Ladki, die zu den Gründern des Deutschkurs-Projektes zu Beginn der Nullerjahre gehörte.

Das Elternforum zählte ursprünglich rund 50 Teilnehmer. Neben dem Integrationskurs initiierte es auch weitere Projekte. Gegenwärtig helfen ­Eltern jeweils am Sporttag und an den Schulbesuchstagen mit. Ebenfalls organisieren sie gemeinsam mit dem Elternrat Wila jeweils den Berufswahlparcours. In ihrem neuen Amt als Mitglied der Sekundarschulpflege setzt sich El-Ladki, wie sie betont, für eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule ein. «Nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern kann auch ein Schulklima hergestellt werden, welches massgeblich zum Schulerfolg der Jugendlichen beiträgt. Deshalb ist mir auch die Elternmitwirkung ein wichtiges Anliegen», so El-Ladki.

Vier Kurse werden angeboten

Insgesamt werden für Ausländerinnen und Ausländer im Schulhaus Breiti jeweils am Montag und Donnerstag vier Deutschkurse angeboten. Für Anfänger gibt es Kurse auf dem Niveau A1 und A2, für die Fortgeschrittenen auf dem Niveau B1 und B2. Rund 35 Teilnehmende aus unterschiedlichen Kulturen besuchen im Primarschulhaus Kurse, darunter sind einzelne aus dem Kongo, aus Äthiopien, Spanien, Brasilien, Thailand und weiteren Nationen.

Obwohl sich die Teilnehmeranzahl in den letzten Jahren kontinuierlich vergrössert hat, besteht noch immer Platz für weitere Teilnehmer. «Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen. Wir freuen uns immer über sie», betont El-Ladki. Für Deutsch lernende kostet ein Jahreskurs mit 35 Kursabenden 360 Franken. Für den Unterricht ist Gisela Wahl zuständig. Sie ist Präsidentin der Primarschulpflege Wila.

Gemeinde zahlt rund 15’000 Franken jährlich

Finanziert wird der Integrationskurs seit diesem Jahr zu 55 Prozent von der Politischen Gemeinde Turbenthal und zu 45 Prozent vom Kanton. Zuvor war die Aufteilung umgekehrt. Die Gemeinde hat mit dem Kanton eine Leistungsvereinbarung für den Zeitraum 2018 bis 2021 im Zuge des Kantonalen Integrationsprojekts 2 (KIP 2) abgeschlossen. Mit der Vereinbarung sollen Integrationsangebote aufrechterhalten werden, wie beispielsweise die Deutschkurse oder auch das Café International. Für die Gemeinde Turbenthal entstehen im Rahmen des KIP 2 jährlich Kosten in der Höhe von rund 15’000 Franken, sagt Gemeindeschreiber Jürg Schenkel.