Pétanque Meisterschaft für einen guten Zweck

Welche Kugel ist wohl am nächsten beim Cochonnet? (Fotos: tb)

Unter besten Bedingungen fand vergangenen Sonntag die von der Projektgruppe Schlatt-Indien organisierte 13. Schlatter Pétanque Meisterschaft statt. 24 Mannschaften bestritten diesen sportlichen Wettkampf und unterstützten so ein Schulprojekt in Indien.

Schlatt – Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Gemeinde Schlatt ist die traditionelle Pétanque Meisterschaft, die jeweils am letzten Sonntag der Sommerferien stattfindet. Zu verdanken ist dieser Anlass der Projektgruppe Schlatt, die trotz einer geschrumpften Mitgliederzahl von noch fünf Personen Erstaunliches zu Wege bringt. Unter anderem organisiert sie auch die Jassmeisterschaft und den Suppenzmittag und verbindet dies mit dem Engagement für ein Entwicklungsprojekt. Willi Peter, der Organisator und Moderator der Pétanque Meisterschaft, hat auch die 13. Ausgabe perfekt vorbereitet und geleitet. Er hat persönliche Einladungen an «Stammgruppen» geschickt oder mit Flyern Behörden, Vereine, Familien und andere Spielfreudige ermuntert, an diesem festlichen Dorfturnier teilzunehmen. So konnte er schlussendlich einen Spielplan mit 24 Mannschaften, bestehend aus drei Spielerinnen und Spielern, erstellen, die sich auf sechs Bahnen in der Kunst des Pétanque massen.

Ein Sport für Jung und Alt, für Anfänger und «Profis»

Pétanque ist eine französische Variante des italienischen Boccias und kann auf einem beliebigen Kiesplatz gespielt werden. Dabei versuchen die Spieler, die stählernen Wurfkugeln möglichst nahe beim Cochonnet (Schweinchen) zu platzieren. Der Parkplatz beim Schützenhaus in Unterschlatt bietet ein geeignetes Spielfeld und zusätzlich kann daneben eine gedeckte Festhütte benutzt werden, die der Schützenverein für die 1. August-Feier aufgestellt hat. Die Aufstellung der einzelnen Bahnen wird immer professioneller, so hat man für dieses Jahr feste Verbindungen dafür konstruieren lassen. Zuerst werden die Gruppenspiele ausgetragen, während 25 Minuten oder bis ein Team elf Punkte erreicht hat. Der Punktestand wird auf einer Anzeigeuhr festgehalten.

Vor 10 Uhr füllt sich das Spielgelände beim Schützenhaus mit den Teilnehmern und Supportern: eine illustre Schar bestehend aus Familien, Jung und Alt, Frauengruppen, Männergruppen, Turnerinnen im Vereinstrainer. Bei der Namengebung zeigt sich Fantasie und Kreativität: Wer steckt wohl hinter den Namen «Pink Panter», «Kugelflüsterer», «RosaRot»? Mit «Les petanqueurs de la cité» haben sich wohl französische Profis angemeldet, während «Fürio», «Frauenriege», «TV Schlatt» oder «Schützenverein» altbekannte Schlatter Gruppen sind. Nachdem die Teams ihren Einsatz, 13 Franken pro SpielerIn, beglichen haben, gibt der Platzspeaker Willi Peter die Paarungen und Bahnen bekannt. In friedlicher Stimmung gehen die Gruppenspiele über die Bühne, nicht ohne auch sportlichen Ehrgeiz zu zeigen, wenn es beim Nachmessen um winzige Millimeter geht.

Spannender Final

In der Mittagspause ist die Festwirtschaft bis auf den letzten Platz gefüllt und am Grill und Getränkebuffet herrscht Hochbetrieb. Mit Spannung erwarten die Spielerinnen und Spieler die Auswertung der Vorrunde. Hat es wohl in die Finalrunde gereicht oder muss man sich mit dem Trostturnier begnügen? Nach Kaffee und feinem Gebäck widmet man sich wieder dem Sport. Auf einem Tableau hat Willi Peter aufgezeichnet, welche 16 Teams die Finalrunde im K.O.-System bestreiten. Mannschaft um Mannschaft scheidet aus, bis sich schliesslich die beiden Teams «Haseböppeli» und «Sieger und Friends» im Final gegenüberstehen. Es geht zu und her wie auf dem Centercourt von Wimbledon: Das zahlreiche Publikum verfolgt gespannt das Spiel, das auf hohem Niveau stattfindet. Gute Würfe werden beklatscht, und die Teams werden von ihren Fangruppen lauthals unterstützt. Schlussendlich obsiegt das Team «Haseböppeli» aus Waltenstein, während sich «Sieger und Friends» aus Oberschlatt mit dem zweiten Platz begnügen müssen. Sieger des Trostturniers werden die «Kugelschieber».

In der anschliessenden Siegerehrung bekommen die Teams ihren verdienten Preis, gespendete Artikel von der Raiffeisenbank und Honig von Kurt Lehmann. Willi Peter kann mit Genugtuung bekanntgeben, dass rund 2000 Franken an Sponsorengeld hereingekommen sind; die Sponsorenliste führt das Team «Orange» mit 336 Franken an. Daneben gab es Beiträge durch die Einsätze der Teilnehmer von 1000 Franken, was zusammen mit dem Gewinn aus der Restauration einen Betrag gegen 5000 Franken ausmachen sollte. Darüber wird sich die «Arunachala Village School» in Südindien freuen, die von der Projektgruppe Schlatt-Indien unterstützt wird. Willi Peter bedankt sich bei allen Teilnehmern, für die Kuchenspenden, für Festzelt und Festbänke und nicht zuletzt bei den restlichen Mitgliedern der Projektgruppe, die vor allem für die Restauration verantwortlich waren.

Um 17 Uhr machen sich die letzten Mitwirkenden auf den Heimweg voller Erinnerungen an einen Anlass, der alles bot: Sport, Spannung, Begegnungen, Gespräche, alles für einen guten Zweck.