Ornithologen leben im Einklang mit der Natur

Präsident David Bosshard mit zwei seiner Gänsejungen, die exakt am Tag der Aufnahme geschlüpft sind (Foto: rg)

Das provisorische Ortsmuseum in Turbenthal hat am Muttertag als Sondergast den Ornithologischen Verein Rikon und Umgebung. Dieser Verein bringt seine Tätigkeit rund um die Vogel- und Kleintierzucht näher. Anziehungspunkt dürften die Jungtiere sein, die dann zu sehen sind. 

Anlässlich des Gesprächs mit Mitgliedern des Ornithologischen Vereins Rikon und Umgebung spürte die Schreibende, wie diese Menschen geerdet sind. Sie richten ihr Wirken und die Tierzucht nach dem Kreislauf der Natur aus, das gibt offenbar Bodenhaftung. Im Vordergrund steht die Kleintierzucht mit den Kaninchen oder Meerschweinchen. Dazu kommt die eigentliche Ornithologie mit der Geflügelzucht (Hühner, Enten und Gänse) und dem gezielten Vogelschutz. Betreut werden rund 100 Nistkästen für die einheimischen Vögel im nahen Siedlungsgebiet. So entlang der Töss und zudem in landwirtschaftlichen Nutzflächen. Denn auf zehn Hochstammbäumen sollte es eine Nisthilfe geben. Man hat ein Auge darauf, und sucht das Gespräch mit den jeweiligen Bauern. «Solche Aktionen sind in der Gesinnung der Vereinsmitglieder», sagt David Bosshard, seit bald einem Jahr Vereinspräsident.

Die Eisvogelwand, ein junges Projekt entlang der Töss

Noch nicht lange steht die Eisvogelwand an der Töss. Der Eisvogel ist auf der roten Liste, welche die gegenwärtige Gefährdungssituation der Vogelarten auf nationaler und regionaler Ebene festhält. Sie wird regelmässig aktualisiert und ist ein unentbehrliches Werkzeug für die Naturschutz-Verantwortlichen. Da der Eisvogel in Wassernähe lebt, hat er mit der Errichtung der Vogelwand an der Töss den Lebensraum zurückerhalten, der ihm zusteht. Der Neuntöter hingegen liebt dornenreiche Hecken. Auch für ihn hat der Ornithologische Verein den passenden Lebensraum geschaffen. Das Engagement des Vereins rund um den Vogelschutz wird bestärkt durch die Partnerschaft mit «BirdLife Zürich».

Nächste Jahr wird der Rikoner Verein, dem 85 Mitglieder angehören, das 100-Jahr-Jubiläum feiern können. Geplant ist eine grosse Ausstellung in Kollbrunn, zusammen mit dem gleichgesinnten Weisslinger Verein, der dann 75-jährig ist. Das sind zwei stolze Geburtstage! Die Aktivitäten haben sich in all den Jahren gewandelt; früher hielt man Hühner und Kaninchen zwecks Selbstversorgung, heute steht die Rassenzucht im Vordergrund. Um die Aktivitäten gezielt zu organisieren, braucht es einen Vorstand. Ihm gehören an: David Bosshard (Präsident), David Körber (Vizepräsident), Hans Haldemann (Kassier), Yvonne Schneiter (Aktuarin), Stefan Litscher (Ehrenpräsident, Materialwart), Dagmar Reiser (Geflügelobfrau), Kurt Roth (Kaninchenobmann) und Edgar Druffel (Vogelschutzobmann).

Wichtiges Element ist die Geselligkeit

David Bosshard freut sich: «Wir sind gut aufgestellt. Die gegenseitige Hilfe und die Geselligkeit machen das Vereinsleben aus». Anfangs Februar trifft man sich im Armbrustschützenhaus in Turbenthal zum Chüngelschmaus. Eingeladen sind die Vereinsmitglieder sowie deren Familie und Freunde. Über 80 Personen seien es letztes Mal gewesen, erzählt Bosshard. Dabei seien 18 Kilo Kaninchenfleisch verwertet worden. Nebst dem allseits bekannten Kaninchengulasch gibt es auch Hamburger, Bratwürste oder Fleischkäse. Man schätzt es, dass man weiss, was in der Pfanne ist. Natürlich werden auch die Kaninchenfelle weiterverendet. Im September trifft man sich dann zum Schlachten der Hähne. Das sei eine wichtige Arbeit, die zusammen kurzweiliger ist. Zudem wird einmal jährlich eine Impfaktion für Kaninchen organisiert.

Die Züchter werden auch einmal vom kantonalen Veterinäramt kontrolliert. Zudem gibt das Amt die Order heraus, Jungtiere seien an Ausstellungen zu schützen und dürfen nicht mehr dem direkten Kontakt von Mensch zu Tier ausgesetzt werden. «Jö, wie herzig», heisst es dann am Muttertag im provisorischen Ortsmuseum Turbenthal (siehe Box) lediglich noch beim Anschauen. Das schmälert die Freude aber kaum. Die Natur wird indessen bestimmen, welche Kleintiere zu sehen sind. Es steht somit ein lebendiger Nachmittag bevor mit ausgewogenen Informationen zur Arbeit des Vereins.

INFOS
Das provisorische Ortsmuseum an der Tösstalstrasse 20 in Turbenthal ist am 13. Mai von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zu sehen ist die Dauerausstellung des Ortsmuseumsvereins. Dazu bietet die Sonderausstellung des Ornithologischen Vereins Rikon und Umgebung einen vertieften Einblick in die Tätigkeit rund um die Kleintierzucht sowie den Natur- und Vogelschutz, inklusive Informationen zu «BirdLife».