500 Jahre reformierte Kirche Turbenthal

Der Turbenthaler Kirchturm wurde mit einer orangen Masche festlich geschmückt (Foto: André Betz/1a-Luftaufnahmen)

Der Festgottesdienst war geprägt vom Gesang des Jubiläumschors, der Predigt sowie mehreren Grussbotschaften. Die Ausführungen von Kirchenrat Bernhard Egg liessen die ZuhörerInnen zeitweilig schmunzeln.

Durch den Festgottesdienst führte Pfarrer Marc Schedler mit fester Hand, selbst seine Predigt hielt er kurz. Er glich sie der Offenbarung des Johannes an, worin es heisst, dass die Wohnung Gottes bei den Menschen sei. Der Pfarrer blickte kurz zurück auf die Erbauung des Gotteshauses, die nachfolgende Reformation und die (noch nicht lang zurückliegende Zeit), als die Reformierten mit den Katholiken noch nicht in gutem Einvernehmen lebten. Dies habe sich nun verändert – kürzlich habe die Erstkommunion in der Jubiläumskirche stattgefunden, die Reformierten seien in die katholische Kirche ausgewichen. In einer Zeit, in der Visionen für kirchliches Leben gefragt sind, sei er dankbar um die Befreiung Gottes, merkte er an. Die Kirche werde wahrgenommen, wenn Menschen anderen Menschen mit ihrem Vertrauen zum Trost werden, meinte er abschliessend. Das führe zu einem Gemeinschaftsgefühl und zu einer Zukunft für die Kirche.

Grussbotschaft des Kirchenrates Bernhard Egg

Gleichsam als Höhepunkt wurden die Grussbotschaften überbracht, und zwar in der Reihenfolge, wie sie eingetroffen waren. Kirchenrat Bernhard Egg, Elgg, erinnerte daran, dass Elgg vor einem Jahr das Kirchenjubiläum hatte. So seien beide Gotteshäuser etwa zeitgleich und kurz vor der Reformation entstanden. Diejenige Turbenthals habe zwar vor gut 100 Jahren einen neuen Turm bekommen, indes habe ihr der Moloch Strassenverkehr noch nicht beikommen können. Man könnte, sinnierte Egg, diesen vielleicht untertunneln, aber dabei müsste man dann aufpassen, dass es unter den Gräbern der Landenberger durchginge, sonst gebe es eine Geisterbahn. Doch gelte es nicht zu vergessen, dass eine Kirche ein Gotteshaus sei, in 500 Jahren seien viele Gebete gesprochen, Taufen, Hochzeiten, Abdankungen und Konfirmationen abgehalten worden. Es stehe ihr doch eine gewisse Wertschätzung zu. Mit Blick auf das Projekt KirchgemeindePlus mahnte er, der Kirche im Allgemeinen und der in Turbenthal im Besonderen Sorge zu tragen. «Füllt die Kirche mit Leben», forderte er auf. Nur so könne man in 500 Jahren wieder feiern und stolz darauf sein, dass sie immer noch mitten im Dorf stehe.

Von der Chrischona Gemeinde Wila überbrachte Pastor David Bach die besten Wünsche und betonte, dass das gute Einvernehmen geschätzt werde. Kirchgemeindepräsidentin Marianne Heusi und Pfarrerin Heidi Noll schlossen sich den Worten an, und luden dazu ein, im Anschluss ganz persönlichen Wünsche an die Kirche draussen in ein Buch zu schreiben. Die Wildberger Kirchgemeindepräsidentin Monique Blattmann lobte die Festaktivitäten, bevor sie Erna Brüngger ein Geschenk überreichte.

Dank für Hilfe in allen Lebensphasen

Den Abschluss bildeten die beiden Turbenthaler Schulpflege Präsidentinnen. Cornelia Oelschlegel (Oberstufe) verwies auf die Jubiläumsmasche am Kirchturm, die als Symbol für die Festivitäten zu sehen sei. Für all‘ die Hilfe, die eine Kirche in allen Lebensphasen anbiete, wolle sie ihren Dank aussprechen. Gabriella Pfaffenbichler (Primarschule) erinnerte daran, dass in einem reichbefrachteten Jubiläumsjahr ganz viele HelferInnen viel Arbeit leisteten und ihnen gelte der Dank. Als Geschenk übergaben sie einen riesigen Baumerfladen, den man gleichsam in 500 Stücke schneiden und mit den zuvor erwähnten teilen könne.

JUBILÄUMSCHOR
Juchzed und singed em Herr!

Für diesen Festgottesdienst wurde extra ein Jubiläumschor gebildet. Dazu gehörten der Tösstaler Kammerchor, erweitert mit einem Dutzend Sängerinnen und Sängern aus Turbenthal und der Umgebung. Sie sangen unter der Leitung von Andrea Zwingli mehrere Lieder aus der Toggenburger Messe von Peter Roth. Diese war eingebettet im Gottesdienstablauf. Zwei Klarinetten, ein Hackbrett sowie ein Kontrabass spielten dazu, die erst kürzlich in Turbenthal eingesetzte Organistin Mariam Poghosyan übernahm die Begleitung an der Orgel. Sopranistinnen aus dem Chor sangen die Sopransolo-Stimme. Zweifellos war die Toggenburger Messe hervorragend geeignet für den Jubiläumsanlass, sie ist anspruchsvoll, Andächtiges wird abgelöst durch Jubelgesang, verinnerlicht werden die Worte im Schlusslied: «Juchzed und singe em Herr».