Neue Wirtin in der «Tanne»

Ab Mitte August wird die «Tanne» wieder für Gäste geöffnet sein (Foto: Archiv tth)

Das Restaurant Tanne erhält eine neue Pächterin. Ab Mitte August wird Nadine Kahn die Türen öffnen und das Restaurant führen. Sie erhielt einen Dreijahrespachtvertrag von der Gemeinde. 

Das Gasthaus zur Tanne und deren Zukunft sorgte in den letzten Monaten immer wieder für Diskussionen. Nun hat die Gemeinde mit Nadine Kahn eine neue Pächterin für das Restaurant, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, gefunden. Sie wird ab Mitte August die «Tanne» zusammen mit ihrem Mann und weiteren Mitarbeitenden führen. Kahn hat bereits Erfahrung im Gastgewerbe und arbeitete zuletzt im Service. Ihr Mann, der Koch ist, wird für das kulinarische Angebot sorgen. 

Optimistischer Gemeinderat

Die neue Pächterin hat mit der Gemeinde einen Dreijahrespachtvertrag abgeschlossen. Sollte sie erfolgreich sein und das Restaurant gut bewirtschaften, so wird nach Auslaufen des aktuellen Vertrages ein Fünfjahresvertrag abgeschlossen, sagte Gemeindepräsident Andreas Sudler. Auf die Umsatzmiete habe man verzichtet, dafür sei der Pachtzins leicht erhöht worden, hob Sudler hervor, der optimistisch auf die angehende Zusammenarbeit schaut: «Ich bin zuversichtlich», betonte der Gemeindepräsident und hofft, dass mit der neuen Pächterin eine nachhaltige Lösung gefunden wurde. In der Vergangenheit stand das Gasthaus immer wieder leer. 

Die «Tannen-Kommission», bestehend aus Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos), Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich und den beiden Gemeinderäten Rudolf Bertels (FDP) und Jürg Bosshard (parteilos), entschied sich nach mehreren Gesprächen für Nadine Kahn. Insgesamt erhielt die Gemeinde von sieben weiteren interessierten PächterInnen Anfragen. Unter ihnen führten sechs bereits ein anderes Restaurant. Für die Kommission, erklärte Sudler, stand aber von Beginn weg fest, dass wenn möglich jemand ausgewählt wird, der sich voll und ganz auf das Restaurant Tanne konzentriere. Das war der entscheidende Grund, weshalb sich die Kommission für Kahn entschied, so Sudler. 

In der Kritik gestanden 

Schon seit geraumer Zeit wurde in Bauma immer wieder intensiv über die Zukunft der Liegenschaft des Gasthauses zur Tanne diskutiert. So konnte man in der «Baumerziitig» anfangs Jahr polemische Verse über das Restaurant und die Gemeindepolitik entnehmen. Auch die «Interessengemeinschaft Pro Bauma» (IG), welche die Finanzpolitik der Gemeinde hinsichtlich des Gasthauses seit längerer Zeit mit Argwohn beobachtete, äusserte sich mehrmals kritisch. IG Präsident Werner Berger sprach davon, dass man die «Tanne» verkaufen solle, sobald man Angebote von über einer Million erhalte, da das Restaurant den Steuerzahler teuer zu stehen komme («der Tößthaler» berichtete). Im Zuge der Gewerbeshow Bauma führte die IG Bauma eine Umfrage unter der Bevölkerung durch , um zu erfahren, wie diese bezüglich der «Tanne» eingestellt ist. Kritisiert wurde unter anderem auch, dass die «Tanne» den Wettbewerb verzerre und nur aufgrund der Unterstützung der Gemeinde verglichen mit anderen Restaurants tiefere Preise anbieten könne. 

Nachdem der Gemeinderat ein Liegenschaftenkonzept für 38 Gebäude der Gemeinde erstellt hat, wird nun eine Liegenschaftenstrategie erarbeitet. Diese wird voraussichtlich Ende Jahr vorliegen. Danach wird auch entschieden, wie es mit Liegenschaften, die nicht zwingend im Portfolio der Gemeinde bleiben müssen, weitergehen soll, erklärte Gemeindepräsident Sudler.