Neue Tempo-30-Zone für Bauma?

Illustration der geplanten Tempo-30-Zone in Bauma (Foto: zVg)

Ende Januar übergaben die Initianten der Initiative «Tempo-30-Zonen für Bauma» die 101 gesammelten Unterschriften dem Baumer Gemeindepräsident Andreas Sudler. Sie hoffen nun, dass die erste 30er-Zone in Bauma entsteht.

Der Wunsch nach einer Tempo-30-Zone in Bauma ist schon seit einigen Jahren vorhanden. Die Initianten rund um Emilio Mühlemann nehmen darum erneut Anlauf. Sie fordern mit ihrer verbindlichen Gemeindeinitiative den Gemeinderat auf, die erste 30er-Zone in Bauma bei der zuständigen kantonalen Behörde zu beantragen. Um ihrer Einzelinitiative mehr Gewicht zu verleihen, sammelten die Initianten 101 Unterschriften. «So viele Unterschriften wären eigentlich gar nicht nötig gewesen, es hätte auch eine einzige gereicht. So zeigen wir aber, dass das Anliegen von vielen Baumern unterstützt wird», sagt Emilio Mühlemann. Die Unterschriftenbögen übergaben die Initianten am Freitag, 27. Januar, zusammen mit einer essbaren Tempo-30-Signaltafel, dem Baumer Gemeindepräsident Andreas Sudler.

Mehr Sicherheit

Den Stein ins Rollen brachte das Ehepaar Mühlemann, welches selbst im Sunnerai in Bauma wohnhaft ist: «Uns fiel auf, dass sehr viele Autofahrer die Strasse durch den Sunnerai mit hoher Geschwindigkeit als Abkürzung benutzen, obwohl die Strecke nur für Zubringerdienste gedacht ist.» Der naheliegendste Gedanke, die Strasse «Sunnerai» zur 30er-Zone zu machen, war jedoch nicht möglich, da das von ihm vorgeschlagene Gebiet zu klein war.

Nach einigen Recherchen stiess Emilio Mühlemann auf ein zehn Jahre altes Vorhaben, das Gebiet rund um den Altlandenberg zur Tempo-30-Zone umzufunktionieren. Er entschloss sich darum, dieses Gebiet ebenfalls in seine Überlegungen einzubeziehen. «In erster Linie geht es uns darum die Sicherheit zu erhöhen. In den betroffenen Quartieren wohnen viele Familien mit Kindern.» Ausserdem solle die Sicherheit des bekannten Tösstaler Velowegs, welcher von Wanderern, Skatern und natürlich auch von zahlreichen Schülern benutzt werde, erhöht werden, erläutert Emilio Mühlemann weiter.

Das Vorhaben erhält von der Baumer Bevölkerung sehr viel Goodwill. Jedoch sind auch einige kritische Stimmen zu hören, welche eine 30er-Zone für nicht notwendig befinden. Emilio Mühlemann fürchtet aber nicht die vereinzelten Negativstimmen, sondern eher, dass die Behörden das Projekt zu «perfekt» umsetzen wollen: «Wenn das Projekt zu teuer wird, sehe ich weniger Chancen, dass es realisiert wird.»

Wie geht es weiter?

In einem nächsten Schritt wird die Initiative vom Baumer Gemeinderat behandelt. Stimmt er dem Anliegen zu, geht der Antrag an die zuständigen kantonalen Behörden weiter. Der Kanton prüft anschliessend die Machbarkeit und das von einem Ingenieurs- oder Planungsbüro erstellte Gutachten. Dieses dient dem Kanton als Grundlage für den Entscheid. Wird der Vorstoss vom Gemeinderat Bauma jedoch abgelehnt, muss er den Initianten eine schriftliche Begründung vorlegen. Erachten der Gemeinderat und die kantonalen Behörden eine Tempo-30-Zone in Bauma als notwendig und wünschenswert, kann der Gemeinderat innerhalb seiner finanziellen Kompetenzen über die Durchführung des Projekts bestimmen. Übersteigen die Kosten die Kompetenzen des Gemeinderats, muss die Gemeindeversammlung über die Kosten für die geplante Tempo-30-Zone abstimmen. «Die Baumer Bevölkerung könnte also nur über die Zustimmung oder die Ablehnung der finanziellen Mittel zur Initiative Stellung nehmen», sagt Mühlemann abschliessend.