Musik unterstützt Musik

Harmonierten in der Kirche Sitzberg: das Trio Sereno (Foto: gal)

Im Gehörlosendorf Turbenthal bilden einige BewohnerInnen eine Trommelgruppe, die mit dem westafrikanischen Instrument Djembé musizieren. Für sie gab das Trio Sereno am Sonntagnachmittag ein Benefizkonzert in der Kirche Sitzberg mit ihrer schönen Orgel und der guten Akustik.

Der Arzt und Flötist Jürg H. Frei ist die treibende Kraft hinter dem Konzert – in Turbenthal neben der Kirche aufgewachsen, kennt er das Gehörlosendorf seit Kindesbeinen. Um die Stiftung Schloss zu unterstützen, geben er, die Sopranistin Susanne Haller und der Organist Emanuele Jannibelli schon zum vierten Mal ein Konzert. Die drei bilden mit sichtbar grosser Freude am Musizieren das Trio Sereno.

An diesem schönen Sommertag fanden sich knapp dreissig Personen ein, die sich am ausgewogenen Programm erfreuten und einen Betrag in der Höhe von 602 Franken spendeten. Dass dieser für die Musikinstrumente eingesetzt wird, ist eine wunderbare Idee – Musik für Hörende zugunsten von Musik für Gehörlose.

Bunter Reigen klassischer Musik

Mit einer Arie aus «Il re pastore» des 19-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart eröffnete das Trio den bunten Reigen klassischer Musik. Die schön geführte Stimme mit der leichten, weichen Höhe von Susanne Haller wurde einfühlsam von ihren Mitmusikern begleitet, ein überzeugender Einstieg. Und nach einem überzeugenden Programm schloss das Ensemble mit dem «Ave verum corpus», einem Spätwerk des Meisters.

Emanuele Jannibelli glänzte mit einer technisch anspruchsvollen Toccata und Fuge von Johann Sebastian Bach, dem einzigen solistischen Werk. Im zweiten Werk von Bach, einer Sonate in g-moll, bewies Jürg H. Frei seinen langen Atem und entlockte seiner goldenen Flöte warme Töne.

Wie gut sich das Trio versteht und wie gut eingespielt es ist, zeigte sich in zwei Gesängen auf Schönste. Einmal in einer Arie von Georg Friedrich Händel und zum zweiten in Léo Delibes «Rossignol» für Sopran, Flöte und Orgel. Da schliessen sich Stimme und Instrumente mit fliessenden Übergängen zu einem Zwiegesang zusammen, ein präzises Wechselspiel, charmant, gekonnt, überzeugend.

Familiärer Anlass

Ob tänzerisch wiegend wie bei Glucks «Reigen seliger Geister» und «Bésame Mucho» von Consuelo Vélazquez – hier hätte der Rhythmus stärker betont sein können – oder inbrünstig wie bei den zwei «Ave Marias» von Giulio Caccini und Luigi Cherubini, das Trio zeigte eindrücklich, dass es über ein breit gefächertes Repertoire verfügt und die verschiedenen Stile problemlos beherrscht.

Es war ein familiärer Anlass. Dass die Sammlung dazu noch den Musikern im Gehörlosendorf zugutekommt, ist umso erfreulicher. Vielleicht fühlen sich jetzt auch Personen angesprochen, die noch Spenden möchten (PC 84-277-5), obwohl sie das Benefizkonzert verpasst haben.