Mit den Neuzuzügern die Gemeinde erfahren

Präsidentin Gabriella Pfaffenbichler weist die Neuzuzüger auf einige Besonderheiten der Primarschule Turbenthal hin; auch Gemeindepräsident Georg Brunner hört gespannt zu (rechts) (Foto: pfe)

Es gehört in Turbenthal zur herbstlichen Tradition, dass jeweils Anfang November die in der Gemeinde im vergangenen Jahr neu Zugezogenen zu einem Neuzuzügeranlass eingeladen werden. Am vergangenen Samstag folgten 44 Erwachsene und 12 Kinder der behördlichen Einladung.

Turbenthal präsentierte sich am vergangenen Samstag – auch wettermässig – von der besten Seite. 44 Erwachsene und 12 Kinder folgten der behördlichen Einladung zum Neuzuzügeranlass. Dieser gehört in Turbenthal bereits zur herbstlichen Tradition.

Am frühen Nachmittag hiess Gemeindepräsident Georg Brunner die im vergangenen Jahr neu Zugezogenen im Armbrustschützenhaus beim Sportzentrum Gmeiwerch herzlich willkommen. «Wir verzeichnen alle Jahre zwischen 300 und 400 neue Turbenthalerinnen und Turbenthaler», wusste Brunner zu berichten, um gleich nachzuschieben: «Allerdings verlassen auch immer wieder einige Personen unsere schöne Gemeinde.»

Gemeindepräsident amtet als Reiseleiter

Um den «Neuen» das Einleben in die Tösstaler Gemeinde zu erleichtern, will sich die Gemeinde rundum präsentieren. Zum Einstieg stellen sich jeweils die Gemeinderäte kurz vor und geben einen Abriss ihrer Aufgaben wieder. Gleiches macht die Rechnungsprüfungskommission (RPK), vertreten durch deren Präsidenten Roland Kessler. Der Einladung zum Neuzuzügeranlass folgten auch Medine und Liridon Shala. Das junge Paar ist seit knapp einem Jahr in Turbenthal. Während Medine Shala im Rheintal aufgewachsen ist und die Region nicht gekannt hatte, folgte sie jetzt ihrem Mann ins Tösstal.

Liridon Shala wusste Turbenthal bereits zu schätzen. Seine Brüder, ursprünglich alles aus dem Kosovo stammend, hätten bereits Wohnsitz hier gefunden, erzählte er gegenüber dem «Tößthaler». Der moderne Doppelstockreisebus stand vor dem Haus parat, um mit der Gästeschar die Gemeinde zu erfahren. Georg Brunner amtete nebst seiner Aufgabe als Gemeindepräsident gleich auch noch als Reiseleiter: «Als solcher will ich Sie heute Nachmittag in unsere Aussenwachten begleiten», sagte er zu seiner Reisegesellschaft. Auf der Fahrt ins Steinenbachtal und auf den Sitzberg bewies das Gemeindeoberhaupt, dass er seine Gemeinde à fonds kennt.

Zu Gast in der Kirche Sitzberg

Zu allen Weilern und Höfen wusste Brunner der Reisegruppe Details und Geschichtliches zu erzählen. Bei der Kirche Sitzberg hiess es erstmals aussteigen. In der 179 Jahre alten Kirche wurde die Gästeschar von Debora Bachmann, Präsidentin der Kirchenpflege, herzlich begrüsst. Sie gab einen geschichtlichen Abriss über die Entstehung der kleinen Kirche und Kirchgemeinde Sitzberg, wozu auch Einwohner aus dem Kanton Thurgau gehören.

Die beiden Kirchenpflegepräsidentinnen der Reformierten und Katholischen Kirchen von Turbenthal, Erna Brüngger und Anna Maria Caldarulo, sowie der reformierte Pfarrer Marc Schedler zeigten auf, welche Aufgaben und Dienstleistungen ihre Kirchen den Neuzuzügern bieten möchte. Belohnt wurde die Aufmerksamkeit der Neu-Turbenthaler durch ein abwechslungsreiches Orgelspiel. Einige der Zuhörer zeigten sich beeindruckt, welches Klangvolumen nebst der optischen Schönheit die von Georg Friedrich Schmal um 1741 gebaute Barock-Orgel zu entfalten vermag. Man hätte der Organistin Ursula Jaggi-Schefer wohl noch gerne länger zuhören vermocht.

Erste Klimaschule

Die Fahrt im Car ging danach weiter über die östlichen Höhenzüge Richtung Steig und Bichelsee mit Ziel Schulhaus Neubrunn, wo die Reisegruppe von der Primarschulpräsidentin Gabriella Pfaffenbichler erwartet wurde. Dank des schönen und warmen Wetters war eine kurze Rast im Freien auf dem Pausenplatz gerade passend. Die Schulpräsidentin ortete unter den Anwesenden auch einige potentielle spätere «Kunden» der Primarschule Turbenthal. Sie beschrieb die Primarschulgemeinde mit ihren gut 400 Schülern und wies auf einige Besonderheiten und laufenden Projekte hin, die in ihrer Schule im Tun sind. Am Schluss war die Reihe an der Sekundarschulpflege Turbenthal-Wildberg, die von Schulpfleger Bruno Pfenninger vertreten wurde. Er wies im Besonderen darauf hin, dass die Sek Turbenthal-Wildberg die erste Schule in der Schweiz sei, die das Zertifikat «Klimaschule» tragen darf.

Zurück im Armbrustschützenhaus wartete der von der Gemeinde offerierte Apéro. Er bot eine gute Gelegenheit, gegenseitig ins Gespräch zu kommen oder bei den anwesenden Behördenmitgliedern weitere Informationen abzuholen. Von der jungen Familie Beatrice Deubelbeiss und Christian Kolbe mit Töchterlein Zoe erfuhren wir beim Apéro, dass sie von Rikon nach Turbenthal umgezogen waren, weil sie hier passenden grös-seren Wohnraum gefunden haben. «Wir wollten in der Region bleiben», sagte Beatrice Deubelbeiss, ursprünglich aus Zürich stammend. Ihr Partner Christian Kolbe kannte das Tösstal als Winterthurer schon seit je. Die immer noch rege Bautätigkeit in Turbenthal lässt wohl darauf schliessen, dass auch im nächsten November wieder einige neue Turbenthalerinnen und Turbenthal am Neuzuzügeranlass willkommen geheissen werden können.