Michael Hediger läuft und läuft und läuft

Auch bei eher eisigen Temperaturen guten Mutes beim Lauftraining (Fotos: Michael Eggenberger)

Zum ersten Mal wird Michael Hediger am kommenden 10. Juni in Rapperswil am Ironman teilnehmen. Für die anspruchsvolle Sportart mit Schwimmen, Radfahren und Laufen hat er in den letzten Wochen ein intensives Training absolviert.

Es sei nur ein Hobby, sagt Michael Hediger gegenüber dem «Tößthaler». Aber was für eines! Um am Ironman in Rapperswil teilzunehmen, braucht es schon eine gehörige Portion an Vorbereitung. Ein Ironman verbindet drei Elemente, das Schwimmen, das Velo fahren und einen langen Lauf. «Rapperswil habe ich deshalb ausgewählt, weil dieser Ironman um die Hälfte kürzer ist als der in Zürich», erklärt der sportliche Mann. Der 35-jährige ist in Rämismühle aufgewachsen, wohnt nun, nach einem Zwischenstopp in Turbenthal, seit drei Jahren mit seiner Familie in Oberhofen. Ehefrau Melanie und die beiden Buben Dario und Nick sind dem Filialleiter der Elektrofirma Volta in Turbenthal wichtig. Er versucht deshalb das intensive Training so zu legen, dass er abends Zeit für die Familie hat oder sich die Ehefrau ebenfalls einen Freiraum nehmen kann. Er weiss jetzt schon, dass die Teilnahme in Rapperswil eine vorerst einmalige Sache bleiben wird, erst wenn die Kinder grösser sind, kann er sich ein ähnliches Experiment wieder vorstellen. 

Rennen bei minus 15 Grad

Michael Hediger bezeichnet sich selber als Einzelkämpfer im Ausdauersport. Er braucht den Sport und ebenso die Herausforderung. Letztes Jahr hat er sich intensiv für den Halbmarathon in Winterthur (Langstreckenlauf über 21,0975 Kilometer) vorbereitet und ihn absolviert. Ein guter Läufer wie Hediger benötigt für einen Halbmarathon und in seiner Kategorie (Männer, 30 Jahre) eine Stunde plus etwa 10 Minuten. Nach diesem Sportanlass spürte er den Drang, sich für eine nächst höhere sportliche Disziplin vorzubereiten. Die Wahl fiel auf den Ironman in Rapperswil, weil dieser nebst Beruf und Familie machbar sei, wie er sagt. Vor ihm liegen somit – die Reihenfolge ist stets gegeben – 1,9 Kilometer schwimmen, dann 90 Kilometer Rad fahren und abschliessend noch 21 Kilometer rennen. Speziell bei einem Ironman ist zudem, dass die Zeiten in der Wechselzone mit einberechnet werden.

Man muss sich also sputen, wenn man nass aus der Badehose in das Rad-Tenue steigt und sich danach verschwitzt bereit macht fürs Laufen. «In den letzten Monaten habe ich als Vorbereitung diverse Läufe in der Schweiz absolviert», erzählt Hediger. Sein Lauftraining verlegt er auf die Mittagszeit, selbst bei Minus 15 Grad rannte er im Winter die Strecke von Oberhofen via Neubrunn zum Bichelsee und zurück nach Oberhofen. Er lacht und sagt: «Die Schulkinder kennen mich inzwischen und winken, wenn sie mich sehen». Das Training fürs Radfahren verlegte er in der kalten Jahreszeit auf Rollen zu Hause. Zwei Stunden auf die Wände starren, sei zwar nicht so lustig, aber er weiss: «Der Weg ist das Ziel». Für das Schwimmtraining fuhr er ins Winterthurer Hallenbad Geiselweid.

Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen

Am Samstag, 12. Mai, hat Michael Hediger nun den Probelauf mit den Vorgaben in allen Disziplinen absolviert. Begleitet von Familie und dem Fotografen Michael Eggenberger. Dieser hat in den letzten Monaten aus eigenem Antrieb immer wieder faszinierende Bilder vom Ausdauersportler geschossen. Und wie war er, der Probelauf? «Das Training hat sich ausbezahlt», freut sich Hediger. Die Lust, sofort wieder Sport zu machen, sei tags darauf ungebrochen gewesen. Die nächsten zwei Wochen wird er nun aber mit der Familie in die Ferien gehen. Dort werde er das Lauftraining in die Morgenstunden verlegen, schwimmen gehe gut tagsüber, meint er. Ob sich seine Taktik auszahlt, das wird sich dann am 10. Juni zeigen. Von einer Leidenschaft, die Leiden schafft, ist beim sympathischen Sportler auf jeden Fall nichts zu spüren und so bleibt, ihm für das Experiment gutes Gelingen zu wünschen.