Landfrauen zu Gast in Wila

Der Landfrauenvorstand (von rechts): Präsidentin Fränzi Furrer, die scheidende Susi Berger, Katharina Natter, Karin Imhof, Andrea Senne, Bernadette Camenzind und Stefanie Hediger (Foto: sr)

Der Landfrauenverein Bezirk Pfäffikon führte am Samstag in Wila seine Bezirkstagung durch. Gegen Ende wurden die über 100 Landfrauen mit einer Rock-and-Roll-Einlage überrascht.

Gesellige und fröhliche Stimmung herrschte an der Bezirkstagung des Landfrauenvereins des Bezirks Pfäffikon am vergangenen Samstag im Schulhaus Eichhalde in Wila. Über 100 Landfrauen aus der Region folgten der Einladung ins Tösstal und durften für einmal selber und verdienterweise Kaffee, Kuchen und feine Torten geniessen. Besonders erwähnenswert ist die sehr kreative und liebevoll gemachte Dekoration – die essbaren Kühe und Kälblein und die dazu passenden bepflanzten «Milchchacheli» – die jede Besucherin sofort willkommen hiess.

Fleissiges Engagement

Der 76-jährige Verein ist einer der grössten Landfrauenvereine, zählt aktuell 680 Mitglieder und engagiert sich bei vielen regionalen Anlässen mit dem Betreiben von Kaffeestuben, selbstgebackenen Köstlichkeiten, aber auch an Weihnachtsmärkten mit selbstgemachten Kränzen und Gestecken. Der Erlös geht mehrheitlich an die ländliche Familienhilfe, die wiederum Landfrauen in Not tatkräftig unterstützt. Fällt zum Beispiel eine Mutter und Bäuerin wegen Krankheit, Unfall oder Wochenbett aus, springt eine der aktuell zehn Helferinnen ein. 2017 konnten dank dem fleissigen Engagement der Landfrauen 7000 Franken der ländlichen Familienhilfe überwiesen werden. Ebenfalls konnten namhafte Beträge unter anderem der Kinderspitex, der «Ilgenhalde» und dem Tixi-Taxi gespendet werden. Dies war von Fränzi Furrer, Präsidentin der Landfrauen des Bezirks Pfäffikon, zu vernehmen.

Sympathisch und versiert führte sie durch die Tagung und versorgte die Anwesenden mit Informationen aus dem vergangenen Vereinsjahr. Aufgelockert wurde die Versammlung durch das gemeinsame und traditionelle Singen von Liedern, Gedichten, gezeigten Fotos von geselligen Anlässen und zum Schluss mit einem Überraschungs-Unterhaltungsprogramm.

Überall zur Stelle gewesen

Furrer liess die vielen Anlässe, bei denen die Landfrauen gebacken, dekoriert, gearbeitet und geschafft haben, Revue passieren. So zum Beispiel ein Anlass auf dem Strickhof, wo 240 Torten und 2000 Kaffee verkauft wurden und der die Logistik der Landfrauen an ihre Grenzen brachte. Viel Gelächter ertönte bei Bildern von Landfrauen im hüfthohen Schnee. Der Spass und die Freude bei ihren Wellnesstagen in Engelberg waren offensichtlich. Die Geselligkeit, der Austausch und die gegenseitige Unterstützung seien dem Verein ebenso wichtig, wie das gemeinsame, freiwillige Arbeiten, meinte Furrer. Die Pflanzentauschbörse, das Wellness Engelberg, die jährlichen Tagungen oder spannende Expeditionen wie die vergangene zu einem Kräuterproduzenten von Ricola trügen diesem Aspekt Rechnung, so Furrer. «Der alte Jäger vom Silbertannental» ertönte denn auch aus vollen Kehlen und übertönte beinahe die Handorgelbegleitung.

Neben dem Präsentieren der Rechnung durfte Furrer auch die neuen Mitglieder herzlich willkommen heissen und zwei verdiente Landfrauen verabschieden. Zum einen wurde Silvia Libiszewski, die seit 2002 Ortsvertreterin von Hittnau war und aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste, sehr herzlich verabschiedet.

Ebenso wurde Susi Berger aus dem Vorstand verabschiedet. Man würde sie sehr ungern ziehen lassen, war zu vernehmen. Sie habe das neue Logo super integriert, acht tolle Reisen organisiert, das Jahresbüchlein gestaltet und sei überall zur Stelle gewesen, wo Not am Mann gewesen sei. Die Vorstandsmitglieder, alle in Trachten gekleidet, verabschiedeten Berger denn auch würdig auf der Bühne und begrüssten zugleich Bernadette Camenzind aus Fehraltorf, die als Nachfolgerin in ihre Fussstapfen tritt.

Erfreuliche Reduktion des Verlustes

Die Gäste Isabelle Rüegg, Präsidentin der ländlichen Familienhilfe und Susanne Fuster, Mitglied des Kantonalvorstandes der Zürcher Landfrauen, würdigten und verdankten das unermüdliche, grosse Engagement der Landfrauen. Rüegg nannte eindrückliche Zahlen: 305 Einsätze an 1513 Tagen mit zehn Helferinnen. Interne Anpassungen hätten zur erfreulichen Reduktion des Verlustes der Familienhilfe geführt. Sie zeigte aber auch auf, dass es grosse Flexibilität braucht und die Nachfrage nach Unterstützung nicht kalkulierbar sei. Fuster ihrerseits führte aus, dass zum Beispiel der budgetierte Umsatz an der Zürcher Landwirtschafts-Ausstellung nicht erreicht werden konnte, da die Besucherzahlen unter den Erwartungen lagen und ein grosses Defizit entstand. Man sei besorgt, das Loch zu stopfen und suche das Gespräch mit dem Bauernverband.

Schliesslich folgte eine fetzige Einlage der Rocksliders aus dem Hinterthurgau, wobei besonders das in die Jahre gekommene Tanzpaar viel Applaus einheimste. Nach dem Ausblick auf das vielversprechende Jahresprogramm und der geplanten Reise nach Bischofszell liessen die anwesenden Frauen die Tagung gemütlich ausklingen.

NACHGEFRAGT
Frau Furrer, haben Sie Mühe, Mitglieder für ein Freiwilligenamt zu gewinnen?
Fränzi Furrer: Es hat sich verändert. Heute sind die Leute nicht mehr so selbstlos bereit, unentgeltliche Freiwilligenarbeit zu leisten wie früher. Dazu kommt, dass viele, gerade jüngere Frauen berufstätig sind und dafür keine Zeit mehr haben.
Wie können Sie dieser Entwicklung begegnen?
Wir haben damit begonnen, teilweise die Auslagen der Frauen für Gebackenes zu entschädigen und ebenso bei besonderen Einsätzen einen Unkostenbeitrag zu leisten. Auch dem Mitgliederschwund versuchen wir mit aktiver Mitgliederwerbung und attraktiven Angeboten zu begegnen. Neben der zusätzlichen Arbeit bieten wir Tradition, Geselligkeit und Freundschaften sowie gegenseitiger Unterstützung.
Sie unterstützen die ländliche Familienhilfe. Ist das noch zeitgemäss?
Ja, unbedingt. Hilfe zur Selbsthilfe. Ich habe selber zwei Jahre als Helferin gearbeitet und gesehen, wie nötig und wichtig diese Unterstützung ist. Gerade wir ländlichen Frauen mit unserem vielseitigen, anspruchsvollen Aufgabenkreis müssen solidarisch sein und uns gegenseitig helfen. Es kann fatale Auswirkungen haben, wenn eine Mutter, Frau und Bäuerin ausfällt.
Die Fragen stellte Sandra Renggli