«Landenberg»-Chef erhebt Einsprache

Restaurant Landenberg

Nächsten Frühling wird voraussichtlich die Sanierung der Tösstalstrasse in Turbenthal beginnen. Diverse Grundstückbesitzer müssen aufgrund des Projektes Land abtreten. «Landenberg»-Chef Vesel Veseli hat dagegen Einsprache erhoben. Ausserdem fürchtet er um seine Gäste.

Die Sanierung der Tösstalstrasse ist ein grosses Projekt. Das letzte Mal wurde die Strasse vor über einem halben Jahrhundert saniert. Aus diesem Grund hat die Gemeinde Turbenthal in Zusammenarbeit mit dem Kanton bereits vor mehr als acht Jahren beschlossen, dass es an der Zeit ist, die Strasse wiederum auf Vordermann zu bringen. Ursprünglich wollte man damit bereits letztes Jahr beginnen. Geplant sei nun, dass ab dem nächsten Frühling die erste Bauphase  des Projekts Tösstalstrasse starten werde, erklärt Gemeindepräsident Georg Brunner (FDP).

Grundstück wird an den Kanton abgetreten

Im Zentrum des Projektes steht der Kreisel, der bei der Kreuzung Tösstal-/St. Gallerstrasse gebaut werden soll. Dieser soll den Verkehr besser entlasten. Im Gebiet der reformierten Kirche wird eine neue Linienführung realisiert. Ebenfalls sollen neue Fussgängerübergänge entstehen, so beispielsweise im Bereich des Einlenkers «Käppeliweg». Auch die Bushaltestelle beim «Usserdorfweg» soll behindertengerecht gebaut werden. Und die Strassentwässerung und -beleuchtung wird, soweit notwendig, angepasst. Trotz der umfassenden Bauarbeiten wird es während den Bauarbeiten keine Vollsperrung geben. Aufgrund des Vorhabens müssen einige involvierte Akteure Grundstück an den Kanton abtreten, darunter beispielsweisedie Evangelisch-reformierte Kirche, das Restaurant Landenberg sowie die Gemeinde Turbenthal. Laufe alles nach Plan, so werde die erste Phase der Strassensanierung bis circa 2020 realisiert, sagt Brunner.

Die zweite Phase wird voraussichtlich bis 2022 und die dritte bis circa 2024/25 andauern. Gemäss dem einstigen Gestaltungskonzept wollte man mit der Realisierung der ersten Phase bereits 2017 beginnen. Verglichen mit den ursprünglichen Plänen hat es jedoch kleine Änderungen gegeben. So werden möglicherweise die Trottoirs Eingangs Turbenthal (von Wila kommend) leicht angepasst, erklärte der Gemeindepräsident.

Höhere Entschädigung erwartet

Vesel Veseli, Eigentümer und Pächter des Restaurants Landenberg, hat vor einigen Tagen Einsprache gegen das Abtreten von Teilen seines Grundstücks an den Kanton erhoben. Er beansprucht eine höhere Entschädigung vom Kanton für die Abtretungen. Seiner Ansicht nach ist der Quadratmeterpreis deutlich zu tief. Ebenso verlangt Veseli vom Kanton eine Entschädigung, da er der Ansicht ist, dass er während der Zeit der Baustelle mit Umsatzeinbussen zwischen 20 bis maximal 50 Prozent rechnen muss. Aufgrund der Baustelle und des Lärms ist Veseli überzeugt, dass während der Bauzeit deutlich weniger Gäste vorbeikommen. «Viele Leute, die beim Mittagessen gerne draussen sitzen würden, wird dies während der Bauphase regelrecht verhindert». Veseli macht sich Sorgen, ob er sein Restaurant in dieser Zeit weiterhin erfolgreich führen und seine Angestellten bezahlen kann. Trotzdem ist er überzeugt, dass man gemeinsam mit dem Kanton eine Lösung finden wird. «Ich bin zuversichtlich», so Veseli.

Auch steht er der Sanierung der Strasse und dem Bau eines Kreisels nicht kritisch gegenüber, sondern befürwortet das Sanierungsprojekt insgesamt. Gemeinsames Projekt Die Geschichte der Sanierungspläne gehen bereits einige Jahre zurück. Sie begann noch während der Zeit des ehemaligen Gemeindepräsidenten Jan Koop (FDP). Dieser beauftragte die Hochschule für Technik in Rapperswil mit einer Studie, die sich mit der Raumplanung in Turbenthal befassen sollte. Unter der Leitung von Klaus Zweibrücken, Professor für Raumplanung, wurde daraufhin eine entsprechende Studie erstellt. Bereits seit mehreren Jahren federführend in das Projekt involviert ist der amtierende Gemeindepräsident Brunner. Er engagierte sich schon vor 2010, damals noch als Tiefbauvorstand, für die Sanierung der Tösstalstrasse. Zwischen 2012 bis 2015 hatte die Gemeinde gemeinsam mit dem Amt für Verkehr und dem Tiefbauamt des Kantons ein Betriebs- und Gestaltungsplan erstellt.

2013 bewilligten die Stimmberechtigten in Turbenthal den Rahmenkredit von rund zwei Millionen Franken. Ziel der Sanierung sei in erster Linie den Verkehrsfluss zu optimieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, heisst es von Seiten der Gemeinde. Für die erste Phase des Projektes wird die Gemeinde circa 420’000 Franken zahlen. Das sind 80’000 Franken weniger, als ursprünglich in der Grobkostenschätzung im Betriebs- und Gestaltungsplan budgetiert wurden. Insgesamt gehe man für das Projekt von Kosten von 7,1 Million Franken aus, wobei rund zwei Millionen von der Gemeinde Turbenthal bezahlt würden, bestätigt Brunner. Seitdem Erich Pfäffli (FDP) als Tiefbauvorstand zurückgetreten ist, ist neuerdings Heinz M. Schwyter (parteilos) verantwortlich für die Sanierung von Gemeindeseite.

Sanierung Parkplatz

Mit dem Umbau des Parkplatzes beim Restaurant Landenberg, der im Besitz der Gemeinde ist, wird neben der Strassensanierung gleichzeitig noch ein eigenes Projekt von Seiten der Gemeinde angegangen. Beim Parkplatz wird die Strasse verlegt und ein Baum gepflanzt werden. Die Anzahl der Parkplätze wird in etwa gleich bleiben. Für dieses Vorhaben wurde ein Kredit in der Höhe von einer halben Million Franken gewährt. «Auch dieses Vorhaben wollte man ursprünglich bereits früher realisieren», sagt Brunner. Nun werde es gleichzeitig mit der ersten Etappe des Projektes Tösstalstrasse nächsten Frühling angegangen. Einsprachen gegen die erste Phase des Sanierungsprojekts können noch bis am 17. August erhoben werden. Berechtigt zur Einsprache sind all diejenigen, welche von der Sanierung direkt betroffen sind und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung haben.