Kleine Schulfusion Eulachtal auf gutem Weg

Schulhaus Schlatt (Foto: Archiv/tth)

Auf den angedachten Grundsatzentscheid des Stimmbürgers über die Fusion der Primarschulen Elsau und Schlatt mit der gemeinsamen Oberstufe wird verzichtet. Aus demokratischer Sicht ist dies ganz klar zu begrüssen, da derartige Volksbefragungen letztlich Konsultativabstimmungen sind und den Prozess in seinem gegenwärtigen Stadium unnötig verzögert hätten.

In ziemlich präzis einem Jahr werden die Stimmbürger von Elsau und Schlatt darüber befinden, ob die Schulen der Gemeinden unter einem gemeinsamen Dach vereinigt werden sollen. Auch wenn die Details noch nicht vollends entschieden und bekannt sind: Der Kernauftrag der Volksschule bleibt völlig unverändert – jedes Kind im schulpflichtigen Alter muss ausgebildet werden. Thomas Keller als Vertreter der Primarschulpflege Schlatt in der Projektgruppe stellt klar: «Der erste Anspruch einer Schulgemeinde ist die Bildung! Trotzdem bleiben die Zahlen nicht unbedeutend, sondern sind letztlich entscheidend – auch Ängste betreffend Schulweg können nicht wegdiskutiert werden. Ziel ist es auch völlig unverändert, dass der Unterricht möglichst nahe am Wohnort des einzelnen Kindes stattfinden soll.»

Grössere Flexiblität

In beiden Gemeinden gibt es Schulkinder mit langen Schulwegen. Von Fulau nach Elsau und vom Hof Schwändi nach Unterschlatt und später in die Oberstufe sind die Distanzen derart, dass sie von Kindern nicht für das Mittagessen am elterlichen Tisch zurückgelegt werden können. Wer etwas abgelegen wohnt, weiss sich da zu helfen! Die Sorge, dass Kinder nun plötzlich zwischen den Schulhäusern hin- und hergeschoben werden, ist immer dort ein Thema, wo die Kinder einen relativ kurzen Schulweg haben. In der Praxis ist die Sorge unbegründet. Die Vorteile einer grösseren Schulgemeinde mit zentraler Organisation über mehrere Schulhäuser liegt nicht in der Zuteilung der Schülerinnen und Schüler, sondern in der grösseren Flexibilität auf der Arbeitgeberseite und im schulischen Angebot.

Damit waren auch anlässlich der Präsentation in Schlatt schon fast alle Fragen beantwortet. Philipp Berni als Präsident der Projektgruppe konnte gemeinsam mit seinen KollegInnen plausibel darstellen, wo die Vorteile für alle beteiligten Schulgemeinden liegen. Eindrücklich konnte er auch darlegen, wie die Grundlagenarbeiten insbesondere auch im Hinblick auf die zu erwartenden Belastungen des Steuerzahlers geleistet wurden. Die Schulfusion wird sich nicht negativ auf den Steuerfuss auswirken.

Trotzdem bleibt es ein Fakt: Ein Argument der Stimmbürger sind stets auch die Kosten. Eine Fusion von Gemeinden kann nicht ausschliesslich in den Finanzen begründet sein.

Der Effekt ist marginal! Für diese Erkenntnis braucht es kein spezifisches Fachwissen. Die Vorteile liegen in der erhöhten Flexibilität im Einsatz der Ressourcen und in den zusätzlichen Möglichkeiten, welche in einer grösseren Organisation eher möglich sind als in einer kleinen Einheit. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Den Mitarbeitern kann im Verbund ein Arbeitspensum eher gesichert werden als in der kleinen Einheit.

Vorteile für Schlatt

Die Behördenvertreter konnten die Vorteile einer Fusion plausibel darstellen. Sie haben nun noch ein paar Monate Zeit, diese Vorteile derart auszuarbeiten, dass in einem Jahr eine solide Vorlage präsentiert werden kann, welche den lokalen Schulen eine solide Grundlage für eine gesicherte Zukunft mit der gleichbleibenden hohen didaktischen Qualität bietet.

Dass in der Gemeinde Schlatt für diese Präsentation nicht optimal informiert wurde, war ein wesentlicher Kritikpunkt verschiedener Teilnehmer. Die Behördenvertreter gelobten klar Besserung. Information sei wichtig und man habe die Lehren aus diesen Hinweisen gezogen.

Für Schlatt ergeben sich ausschliesslich Vorteile. Die Kosten für die Schule werden zumindest gleichbleiben und man kann von der angestrebten Strukturvereinfachung profitieren. Wichtig ist auch die Tatsache, dass die politischen Behörden dem Zusammenschlussprojekt gegenüber positiv eingestellt sind.