Klares Ja zum Hallenbad

Mit überwältigendem Mehr haben die Baumer Stimmberechtigten für den Erhalt des Hallenbades votiert (Foto: Massimo Diana)

Die Baumer Stimmberechtigten haben am Sonntag sehr klar Ja zum Erhalt des Hallenbades gesagt. Weniger deutlich haben sie sich für die Variante «Bestand» ausgesprochen.

Das Hallenbad Bauma bleibt mit demselben Grundriss stehen. So kann man das Resultat der Abstimmung vom Sonntag zusammenfassen. Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von rund 85 Prozent haben sich die Baumer Stimmberechtigten sehr klar für den Erhalt des «Halli» ausgesprochen. Favorisiert haben sie die Variante «Bestand» mit 63 Prozent Ja-Stimmen (siehe Box). Gemeinderätin Heidi Weiss (EVP), Ressortvorsteherin Gesellschaft und damit zuständig für das Hallenbad, ist auf Nachfrage glücklich über das Resultat. «Dass die Baumer so deutlich Ja zum Erhalt gesagt haben, freut mich sehr.»

Bei der Variante hat der Gemeinderat Stimmfreigabe beschlossen. «Wir dachten, dass die Variante ‹Bestand› aufgrund der Kosten wohl eher Chancen hat», lässt Weiss durchblicken. Bei der Variante «Bestand» rechnet man mit Kosten von neun Millionen, bei der Variante «Erweiterung» mit Kosten von rund 13,5 Millionen Franken. Die Genauigkeit beträgt jeweils 25 Prozent. Jedenfalls sei ebenso die Deutlichkeit der Resultate erfreulich, so Weiss. «Wir haben damit keine halbbatzigen Entscheide.»

Das Ringen geht weiter

Auch Werner Berger, Präsident der IG pro Bauma, findet es «hoch erfreulich», dass der Souverän so klar hinter dem Hallenbad steht. Die IG hat sich im Vorfeld für den Erhalt und die Variante «Bestand» ausgesprochen. Jedoch ist er erstaunt, dass immerhin rund 37 Prozent der Stimmenden die Variante «Erweiterung» favorisiert haben. «Wir müssen sparen, respektive vorsichtiger Geld ausgeben», sagt er. Bereits im Vorfeld hat die IG Vorschläge gemacht, wo ihrer Meinung nach auch bei der Variante «Bestand» der Rotstift angesetzt werden könnte.

Berger bekräftigte am Sonntag diese Forderungen: «Wir halten den Einbau eines Chromstahl-Beckens für einen Fehler.» Dieses sei «sündhaft teuer» und nicht nötig. Ebenso hält die IG die so präsentierte Versetzung des Bistros in den Eingangsbereich für falsch, weil es dann mit rund 15 Plätzen zu klein wäre, wenn diverse Nutzergruppen dieses gleichzeitig benützen wollten. «Anstatt einem Bistro mit 15 Plätzen könnte man auch einfach nur einen Selecta-Automaten aufstellen. Aber genau dies will die IG sicher nicht», sagt Berger. Generell stellt sich für ihn die Frage, wie konkret die nun angenommene Variante «Bestand» schon ist, denn die Vergrösserung der Kabinen sei ein absolutes Muss.

Heidi Weiss sagt, dass sich das Projekt momentan auf der Stufe «Machbarkeit» befinde und noch vieles offen sei. So auch, ob letztlich ein Chromstahl-Becken eingebaut werde. Anders ist es bei der Verschiebung des Bistros in den Eingangsbereich. Dies sei vom Gemeinderat so festgelegt, erklärt Weiss. «Am jetzigen Platz rentiert das Bistro einfach viel zu wenig.»

Turi Manz nicht vorgesehen

Werner Berger bringt einen weiteren Gedanken ins Spiel. So will die IG, dass bereits bei der Ausarbeitung des Projektierungskredites zwei unabhängige Personen Einsitz nehmen, die das Hallenbad sehr gut kennen. «Wir stellen sowohl den heutigen Leiter des Hallenbades als auch die Firma Beck in Frage», sagt Berger. Die Firma Beck Schwimmbadbau AG aus Winterthur hat die Bestandsaufnahme des Hallenbades durchgeführt. «Ihr Vertreter konnte am Informationsabend nicht einmal die Frage betreffend die fünf grössten Ausgabeposten nennen. Die sind nicht am Ball», resümiert Berger. Bei den beiden Unabhängigen könnte es sich für Berger einerseits um einen regelmässigen Hallenbad-Benutzer handeln. Andererseits wäre für ihn der langjährige Hallenbad-Leiter Turi Manz ein idealer Kandidat, der ausserdem Vorstandsmitglied der IG pro Bauma ist. «Turi Manz war ursprünglich in der Arbeitsgruppe ‹Strategieentwicklung›, wurde dann aber ‹ausgeladen›», erklärt der Präsident der IG.

Auf Bergers Idee mit den unabhängigen Personen angesprochen sagt Heidi Weiss, dass sie es wichtig findet, wenn unterschiedliche Personen im weiteren Verlauf des Projektes, zum Beispiel in der Baukommission, beteiligt sind, die etwas von der Sache verstehen. Turi Manz als ehemaliger Hallenbad-Leiter sei als solche Besetzung jedoch nicht vorgesehen. «Er hat in der Vergangenheit viel für das Hallenbad getan», sagt Weiss. Es sei aber auch wichtig, dass neue Leute Chancen bekämen.

Über Vorfinanzierung entscheiden

In nächster Zeit werde der Gemeinderat bezüglich Vorfinanzierung und Projektierungskredit entscheiden, wann es genau weiter geht, sagt Weiss. Geplant ist, dass der Projektierungskredit einer Gemeindeversammlung im Jahr 2018 vorgelegt wird. Ob dieser Kredit bereits im Frühling oder eher gegen Ende des Jahres abstimmungsreif ist, steht noch in den Sternen. Für die Vorfinanzierung rechnet der Gemeinderat bei der angenommenen Variante «Bestand» mit einer Erhöhung von rund zwei bis drei Steuerprozenten. Wie Finanzvorstand Jürg Bosshard kürzlich in einem Interview mit dem «Tößthaler» erklärte, sollte der Vorschlag zur Vorfinanzierung idealerweise derjenigen Gemeindeversammlung vorgelegt werden, die auch über den Projektierungskredit befindet. Bei einem Ja würde die Erhöhung im Steuerjahr 2019 wirksam.

RESULTAT
Total Stimmberechtigte:3372
Grundsatz-Frage:
Eingegangene Stimmen:1844

Gültige Stimmen:1788
Ja-Stimmen:1515 (84.73%)
Nein-Stimmen:273 (15.26%)

Stimmbeteiligung:54.69%
Varianten-Entscheid:
Eingegangene Stimmen:1846

Gültige Stimmen:1686
Bestand:1072 (63.58%)
Erweiterung:614 (36.41%)

Stimmbeteiligung:54.74%

Rolf Hug
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