Klare Zustimmung zur Jahresrechnung

Fischenthals neuer Gemeindeschreiber, Roman Zogg (sitzend) und Gemeindepräsident Josef Gübeli (stehend daneben), nehmen im Anschluss an die Versammlung Anliegen der Bevölkerung auf (Foto: wir)

Am vergangenen Freitag präsentierte der Gemeinderat Fischenthal anlässlich der Gemeindeversammlung im Saal des Restaurant Blume seine Jahresrechnung. Trotz positivem Abschluss und einstimmiger Abnahme durch die Versammlung schweben dunkle Wolken über der Veranstaltung.

Keine Frage: Finanzverwaltung und Gemeinderat haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die vorgelegten Zahlen sind erfreulich und werden durch Finanzvorstand Herbert Müller so verständlich wie möglich präsentiert. Dennoch, ein Fauxpas im Vorfeld der Versammlung droht, die Abstimmung ad absurdum zu führen.

Was ist geschehen?

Wie vor einer Gemeindeversammlung üblich, war es die Aufgabe des Gemeinderates, eine Weisung zu erstellen, deren Einsicht den Stimmbürgern zwei Wochen vor der Versammlung zu ermöglichen ist. Durch die Auflage der erstellten Weisung am Freitag, 26. Mai, wurde diese Frist theoretisch eingehalten. Theoretisch, weil bei Ansetzung dieses Termines nicht bedacht wurde, dass das Gemeindehaus am Freitag, 26. Mai zwischen Auffahrt und Samstag «die Brücke» machte und somit geschlossen blieb. So kommt es, dass zwischen Auflage der Weisung und Durchführung der Gemeindeversammlung nur neun anstelle der erforderlichen zehn Arbeitstage liegen. Ein Fischenthaler Stimmbürger wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen und wandte sich an den Bezirksrat mit der Bitte um Beurteilung. Noch ist offen, ob der Rat auf die Beschwerde eintritt, nicht zu sprechen von einem allfälligen Urteil. Wie auch immer die Geschichte ausgeht, angesichts der schon beinahe als harmonisch zu bezeichnenden Abstimmung scheint es, als würde die Gemeinde ein Zudrücken des berühmten einen Auges gut verkraften. Andernfalls wäre zwar dem Recht genüge getan, doch die Frage nach dem Nutzen bliebe wohl unbeantwortet.

2016 – ein ausserordentlich gutes Jahr

Finanzvorstand Müller kann der Gemeinde sehr erfreuliche Zahlen präsentieren. Anstelle eines budgetierten Verlustes von einer Viertelmillion Franken erscheint ein Ertragsüberschuss von etwas mehr als 1,5 Millionen. Auffälligste Abweichungen im positiven Sinne sind im Bereich Bildung und soziale Wohlfahrt zu finden. Das Eigenkapital der Gemeinde beträgt neu knapp 2,8 Millionen Franken und die Nettoverschuldung pro Einwohner konnte in den letzten zehn Jahren vom Prädikat «Hoch» zu «Mittel» korrigiert werden. Dennoch warnt Müller vor zu grosser Euphorie. Im Vergleich mit umliegenden Gemeinden könnte Fischenthal durchaus noch zulegen und das Ziel «Abwasserfreie Töss bis in 25 Jahren» bereitet ihm angesichts der Nettoverschuldung der Wasserversorgung doch einige Sorgen. Die trotz ihrer Menge übersichtlich vorgestellten Zahlen vermögen die Anwesenden zu überzeugen und geben kaum zu Diskussionen Anlass. Ein einziger Stimmbürger stört sich an der Definition der «ausgepressten Zitrone» und fehlender Reserven an einer früheren Gemeindeversammlung und der Darstellung der Reserven in der aktuellen Weisung. Die Versammlung folgt dem Antrag der RPK und genehmigt die Rechnung mit 55 zu 0 Stimmen.

Verkauf einer Liegenschaft

Der zweite Antrag an die Gemeindeversammlung befasst sich mit dem Verkauf einer Liegenschaft an eine Privatperson. Das Gebäude an der Althörnlistrasse befindet sich laut Hochbau- und Liegenschaften Vorsteher Matthias Zürcher in desolatem Zustand. Die Schätzung durch den Architekten Peter Knecht aus Bauma ergab einen Verkehrswert von 175’000 Franken und die Gemeinde führt das Objekt zu einem Buchwert von 196’000 Franken.

Der Gemeinde liegt ein Angebot der jetzigen Mieterin, Juana Strebel über den Betrag von 215’200 Franken vor. Dem Antrag, den Verkauf der Liegenschaft an Frau Strebel zu bejahen, folgt eine einzige klärende Frage eines Stimmbürgers bezüglich der Grundfläche der Parzelle, welche schnell geklärt wird. Die Gemeinde folgt auch hier der Empfehlung der RPK und stimmt dem Antrag mit 54 Ja und einer Gegenstimme zu.

Jahresrechnung der Kirchgemeinde

Auch Hans Reiser als Präsident der Kirchenpflege kann einen Ertragsüberschuss in der Jahresrechnung verkünden. Dazu geführt haben gegenüber dem Budget tiefer ausgefallene Aufwendungen sowie ein hauptsächlich durch grössere Steuereinnahmen höher als erwartet ausgefallener Ertrag. «Viele kleine Beiträge summieren sich,» erklärt Reiser und erteilt allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön. Die vielen Sparübungen der Kirche stossen aber nicht überall auf Begeisterung. Der Beschluss zum Beispiel, die Beheizung der Kirche herunterzufahren wird von einer Kirchgängerin heftig kritisiert. Spielraum herrscht in dieser Sache allerdings wenig. Reiser schilderte den Zustand der elektrischen Heizung eindrücklich, nur fünf von zwölf Heizkörper arbeiten. Da auch diese gelegentlich aussetzen, wird hier wenigstens am Strom gespart! Eine Sanierung oder gar ein Ersatz der Heizung wäre für die Kirche nicht zu finanzieren. Die Jahresrechnung der Kirchgemeinde wird von allen 37 Anwesenden Stimmberechtigen angenommen.