Kinder, Chor und Kirche

Die Drittklässler von Oberlangenhard mit dem Langenharder Chörli (Foto: mh)

Am Mittwochabend pilgerten zahlreiche Freunde des Langenharder Chörlis und die Familien der Kinder, die das Schulhaus in Oberlangenhard besuchen, nach Zell. Die Drittklässler der Lehrerinnen Elisabeth Vonwiller und Marianne Frei hatten zum Weihnachtssingen eingeladen. Der Anlass ist inzwischen eine schöne Tradition.

«Das Weihnachtssingen gibt es nun schon beinahe 15 Jahre», erzählt Elisabeth Vonwiller. Zu Beginn habe man zwei Jahre lang im Schulzimmer für die Eltern gesungen, dann sei die Verbindung mit dem Chörli entstanden. Seitdem wird jedes Jahr in der Kirche in Zell ein Konzert veranstaltet.

Profis beim Auftritt

Einen Teil der Veranstaltung übernehmen die Schüler und Schülerinnen, einen zweiten Teil bestreitet das Chörli und ein Lied wird jeweils gemeinsam einstudiert. Die Kirche war sehr gut besetzt. Das erste Lied kommt von den Kindern. Man merkt, dass diese schon fast Profis sind, Texte und Melodien sind kein Problem. Für viele von ihnen ist es bereits das dritte Weihnachtssingen. Und eingesungen sind die Jungen und Mädchen an diesem Tag ja auch schon, da sie ihr Können schon am Morgen in Rikon beim Sternmarsch der Primarschule gezeigt und für die anderen Primarschüler einige Lieder gesungen haben.

Sie machen ihre Sache auch am Abend gut; besonders «Halleluja» als Kanon ist eine beeindruckende Leistung, die der einen oder anderen Mutter schon einmal Tränen in die Augen treibt. Neben all den Liedern haben die Kinder auch eine Weihnachtsgeschichte von Astrid Lindgren eingeübt. Für manche hat es wirklich viel Text, aber alles klappt. Die Kinder sprechen laut und deutlich, an dieser Vorführung können sich manche Erwachsene ein Beispiel nehmen. Das Lampenfieber verfliegt schnell und die Kinder dürfen wirklich stolz sein auf ihre Leistung.

Eine Schnapsidee

Den zweiten Teil des Abends übernimmt das Langenharder Chörli. «Der Chor war im Prinzip eine Schnapsidee einiger Langenharder, die gern zusammensassen und auch gerne einmal sangen», verrät Edi Lamprecht, «den Chor gibt es bereits seit 30 Jahren, 2017 haben wir das Jubiläum gefeiert». Aber man sei ein Feierabendchor und probe nur einmal alle zwei Wochen. «Das Langenharder Chörli ist nichts für einen Sängerwettstreit. Bei uns geht es um die Freude am Singen, um Geselligkeit und darum anderen eine Freude zu machen.» Für den Chor ist das Weihnachtssingen eigentlich die Hauptveranstaltung des Jahres. Dazwischen wird zum Beispiel auf Jubiläen gesungen, oder man lade Jubilare auf den «Wissen», oberhalb von Oberlangenhard ein. Der Chor hat aktuell rund 30 Mitglieder, mal ein paar mehr, mal ein paar weniger, längst nicht mehr alle seien aus Oberlangenhard, aber jeder habe eine gewisse Bindung dorthin.

Das Programm ist bunt gemischt. Gospel, Weihnachtsklassiker und neuere Weihnachtslieder, übersetzte Popsongs, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Schliesslich werden auch die Kinder wieder mit nach vorne gebeten. Die Sängerinnen und Sänger des Chörlis singen gemeinsam mit ihnen das weltweit beliebte Lied «Felice Navidad».

Singen für einen guten Zweck

Am Ende wurde auch dieses Mal um einen «Batzen» zugunsten einer guten Sache gebeten. Die Spenden gehen an HECAC (Himalayan Environmental und Cultural Awareness Centre) Hilfsprojekte in Nepal. Die Kinder hatten sich im Vorfeld gut informiert über das Projekt, es geht unter anderem darum Bildung in eine abgelegene Bergregion Nepals zu bringen. Auch ein Kinderheim in Kathmandu wird betrieben. Die Kinder erklärten ihren Gästen eindrucksvoll, dass der Batzen wichtig sei, weil «es andere Kinder nicht so gut haben». Dem hat auch Annelies Mettler, Projektmitarbeitende, nichts mehr Wesentliches hinzu zu fügen. Dem Einsatz der Schülerinnen und Schüler konnte niemand widerstehen und so können die Kinder ihr Projekt mit einer schönen Summe unterstützen. Insgesamt kamen 1323 Franken zusammen.

Anschliessend gab es noch die Möglichkeit für Glühwein oder Punsch und ein Stück Kuchen in das alte Gerätehaus der Feuerwehr zu kommen. Zahlreiche Gäste nahmen das Angebot gerne an. Für die Drittklässler war es damit das letzte Weihnachtssingen, im nächsten Schuljahr startet eine neue erste Klasse in Oberlangenhard. Mit den engagierten Lehrkräften Elisabeth Vonwiller und Marianne Frei geht das Weihnachtssingen aber ziemlich sicher in eine weitere Runde.

Mehr Informationen zur
Hilfsorganisation HECAC unter: www.trekundtuchnepal.ch/

 

Erfolgreiche Sammlung
Die Schülerinnen und Schüler haben insgesamt 1323 Franken gesammelt für Hilfsprojekte des Himalayan Environmental und Cultural Awareness Centre. Sie bedanken sich für die grosszügige Spende.