Keiner zu klein, ein guter Kletterer zu sein

Nur noch wenig fehlt und das Ziel ist erreicht (Fotos: rg)

In der Primarschule Wila konnten während einer Woche sämtliche Schulklassen inklusive des Kindergartens das Klettern üben. Ein Augenschein vor Ort zeigte, dass das vom SAC begleitete Angebot einiges an Konzentration fordert, aber vor allem Spass macht.

Die Idee, während einer Woche in der Primarschule Wila eine themenbezogene Projektwoche durchzuführen, ist nicht neu. Es gab schon vorher interessante Konzepte, doch das Kletterangebot bietet beachtenswerte Elemente. Die Herausforderung, eine Wand hinaufzuklettern ist das eine, aber man muss dabei auch Vertrauen fassen in seinen Mitschüler oder die Mitschülerin. Denn jemand muss da sein, der am Seil sichert. Es ist demnach ein gemeinsames Unternehmen – und solches findet sich im Alltag oftmals ebenso.

Beim Klettern sind sowohl die Technik wie auch die Kraft gefragt, sitzt das, hat man schon die halbe Miete. Doch man wird dabei auch mit erhöhten Sicherheitsanforderungen konfrontiert. Deshalb ist das Erlernen der Sicherungstechnik zwingend. Ein idealer Instruktor für den Kletterunterricht ist der Schweizer Alpen Club, kurz SAC genannt. Dieser begleitete während der Woche vom 20. bis 24. Februar diese besondere Aktivität in der Turnhalle des Schulhauses Eichhalde in Wila.

Am Montagmorgen wurden die der Organisation gehörenden Kletterwände aufgebaut, wobei zehn Oberstufenschüler und der Hauswart mithalfen, die einzelnen Elemente an einem stabilen Eisengerüst zu befestigen. Ab dem Nachmittag besuchten sämtliche Schulklassen sowie die Kindergärtler nach einem festen Plan den Kletterunterricht. Bereits am Freitagnachmittag wurden die Kletterwände wieder zurückgebaut und die Turnhalle für einen normalen Turnbetrieb freigegeben.

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Den Anfang machten am Montagnachmittag die Drittklässler. Instruktor war Johann Gerber, Mitarbeiter in der SAC Geschäftsstelle, der das Projekt die ganze Woche begleitete. Vor der eigentlichen Einleitung galt es erst einmal für sämtliche 19 SchülerInnen, in den Klettergurt zu steigen. Drei an der Schule tätige Frauen halfen mit, damit es speditiv vorwärtsging. Der Karabinerhaken am Gurt ist ein wichtiger Teil bei den Kletterübungen, das lernten die Kinder schnell. Während der Instruktion durch Johann Gerber erfuhren sie, dass das Sicherungsseil durch den Haken läuft, und daher zwingend kontrolliert werden muss, ob der Schraubverschluss dort wirklich arretiert worden ist. «Sonst springt das Seil heraus», warnte Gerber. Zudem erlernten sie gemeinsam die nötigen Griffe, die es braucht, um die Kollegin oder den Kollegen sicher am Seil zu führen.

Bei der Instruktion selber war schon ersichtlich, dass es den Kindern richtig Spass machte und beim Training nachher ging es munter zu und her. Eine Stunde lang klettern, sichern und dabei die volle Konzentration zu haben – das fordert. Dennoch war es ein munteres Miteinander und die Übungsstunde war schnell vorbei. Der Instruktor gab am Montag noch Hausaufgaben mit auf den Weg, die da hiessen: «Versucht euch zu erinnern, was ihr heute gelernt habt!»

Für die Drittklässler heisst es am Montag:
«Der Berg ruft, also klettern wir»

Bei einem zweiten Augenschein am Donnerstagnachmittag waren es Viertklässler, die sich an den farbigen Griffen hoch hangelten. Als zusätzliche Aufgabe konnten die Kinder schwarz gefärbte Taucherbrillen anziehen. Nun mussten sie sich auf die Angaben ihrer KollegInnen konzentrieren. Da nützte es aber wenig, wenn es hiess: «Stell den Fuss auf den gelben Griff.» Denn als «Blindgänger» sieht man die Farben doch nicht! Hier mussten die Kinder lernen, wie man richtig anleitet, damit der Kamerad oder die Kameradin trotz Erschwernis möglichst weit kommt. Womöglich hatte die Primarschule so einen kleinen Hintergedanken, als das Projekt geplant wurde. Denn vom Erlernten an der Kletterwand kann manches auch im Alltag angewendet werden.