Jahresrechnung schloss deutlich besser ab als erwartet 

Alle Geschäfte wurden einstimmig angenommen an der Gemeindeversammlung Wila (Foto: Archiv tth)

An der Gemeindeversammlung in Wila wurden am Donnerstagabend gleich alle der insgesamt 15 Geschäfte durchgewinkt. Diskussionen blieben aus. Gemeindepräsident Hans-Peter Meier (SVP) bedankte sich für das Vertrauen in den Gemeinderat.  

Es war eine Gemeindeversammlung, die kaum hätte besser laufen können für den Gemeinderat Wila. Nicht eine einzige Gegenstimme wurde am Donnerstagabend im Saal des Schulhauses Eichhalde erhoben, wo bloss die vordere Hälfte des Saales mit Stühlen bereitgestellt wurde. Gerade einmal 42 Stimmberechtigte hatten den Weg zur Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde gefunden – darunter auch ein Neuzuzüger und Jungbürgerinnen, die das erste Mal an einer Gemeindeversammlung waren. Bevor es zur eigentlichen Sache ging, sprach Gemeindepräsident Hans-Peter Meier (SVP) ein Lob auf das Gewerbe und die Vereine in Wila aus, diesen gelte es Sorge zu tragen und «die Werte auch für kommende Generationen zu erhalten», so Meier. 

Keine Fragen, keine Diskussionen  

Mit dem ersten Traktandum, der Abnahme der Jahresrechnung, begann der Auftritt von Finanzvorstand Simon Mösch (BDP), dem die Aufgabe zukam, die anwesenden BürgerInnen gleich von drei Geschäften zu überzeugen. Mösch erklärte den Anwesenden, weshalb der Aufwandsüberschuss bloss noch rund 111’000 und nicht mehr wie budgetiert 585’700 Franken ausmachte. Grund dafür waren unter anderem die deutlich höheren Grundstückgewinnsteuern, tiefere Abschreibungen sowie auch Strassensanierungen, welche aufgeschoben wurden. Das Geschäft wurde einstimmig und diskussionslos angenommen.

Das zweite Traktandum betraf das neue harmonisierte Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2). Wie die meisten anderen Tösstaler Gemeinden, sah auch Wila vor, ihr Verwaltungsvermögen bis 1986 neu zu bewerten. Mit der rückwirkenden Neubewertung nimmt das Verwaltungsvermögen aufgrund der tieferen Abschreibungen, welche mittels der linearen Methode in den ersten Jahren bilanziert werden, auf einen Schlag zu. Dadurch würde das Eigenkapital, erklärte Mösch, sich um rund 4,5 Millionen Franken erhöhen. In erster Linie gehe es um die höhere Liquidität, betonte Mösch. Mit der Neubewertung stehen der Gemeinde bis 2025 gegen 730’000 Franken mehr zur Verfügung für Investitionen. Auch dieses Geschäft wurde diskussionslos und ohne Gegenstimmen angenommen, genauso wie das dritte Traktandum, das der Finanzvorstand den Stimmberechtigten erläuterte: die Regelung des mittelfristigen Ausgleichs. 

Kredit bewilligt für Jakobsbrunnenstrasse 

Tiefbauvorstand Sandro Turcati erläuterte das vierte Geschäft des Abends, die Gewährung eines Kredites für die Jakobsbrunnenstrasse. «Wir möchten die Jakobsbrunnenstrasse instandsetzen für die nächsten 35 Jahre». Gemäss der Gefahrenkarte des Kantons lauert sowohl Hangrutsch- wie auch Hochwassergefahr für die Strasse. Der Kredit von 558’000 Franken für die Sanierung der Strasse sowie auch der Wasserleitung wurde einstimmig angenommen. 

Das letzte Geschäft, die Genehmigung einer Bauabrechnung für die Sanierung der Sennenhaus- und der Steinenbachstrasse sowie den Ersatz einer Wasserleitung für letztere
Strasse, brauchte nicht einmal mehr eine Erläuterung und wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Zum Schluss verabschiedete Gemeindepräsident Meier den Liegenschaften- und Sicherheitsvorstand Hanspeter Egli (SVP) und bedankte sich für dessen Engagement und seine kritischen Voten. Egli war seit 2014 Gemeinderat. Zuletzt machte Meier darauf aufmerksam, dass nun die neue Legislaturperiode beginne und der Gemeinderat weiterhin mit viel Engagement weitermache. «Die nächsten vier Jahre machen wir ebenfalls mit Elan und ziehen den Wagen weiter», versprach Meier.

Fragen kamen einzig auf, als der Gemeinderat noch mit Informationen zu unterschiedlichen Themen an die BürgerInnen gelangte (siehe Box). Eine Stimmberechtigte wollte von Tiefbauvorstand Turcati wissen, weshalb das Hochwasserprojekt Huebbach nicht vorankomme und die Abstimmung darüber auf sich warten lasse, worauf Turcati erklärte, dass das Hochwasserprojekt zusammen mit dem Revitalisierungsprojekt der Töss, das vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) ausgeht, koordiniert wird. Weil das AWEL derzeit noch immer einen personellen Engpass habe, wird erst voraussichtlich Herbst, bis die Arbeiten weiter gehen, so Turcati.

 

Info
Schulgemeinden und Kirche Für die Primarschulgemeinde stand mit dem Verkauf der Liegenschaften Talgarten ein aussergewöhnliches Geschäft auf dem Programm. Das Gebäude wurde 1902 gebaut und bis 2011 als Schulhaus genutzt. Seit anfangs 2012 wird die Liegenschaft vermietet. Weil die Räumlichkeiten sich im gegenwärtigen Zustand nicht mehr für die schulische Nutzung eignen und auch keine weiteren Verwendungsmöglichkeiten gesehen werden, möchte man das Gebäude verkaufen. Der Marktwert beträgt rund 1,2 Millionen. Die 44 Stimmberechtigten winkten das Geschäft einstimmig durch. Die weiteren Geschäfte betrafen die Abnahme der Jahresrechnung, welche mit einem Ertragsüberschuss von rund 200‘000 Franken abschloss, sowie die Neubewertung der Verwaltungsvermögen und der Regelung des mittelfristigen Budgetausgleichs durch das HRM2. Die gleichen drei Traktanden betrafen die Oberstufenschulgemeinde, die einen Ertragsüberschuss von circa 216‘000 aufwies. Da Präsident Felix Adelmeyer verhindert war, leitete Christina Federer die Versammlung für die Oberstufenschulgemeinde. Für die Evangelisch-reformierte Kirchenpflege in Wila wurden die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission gewählt. Diese besteht bloss aus vier Mitgliedern, da kein fünftes Mitglied sich zur Verfügung stellte. Als Präsident wurde Christoph Pohl (SP) bestätigt. Im Weiteren wurden die Jahresrechnung, die mit einem Ertragsüberschuss von rund 61‘000 Franken abschloss, und der Jahresbericht 2017 einstimmig genehmigt.

Bauland Ghöngg / Nachlass Schoch

Neben der Information zum Hochwasserprojekt Huebbach, informierte Werkvorstand Sacha Huber über den aktuellen Stand hinsichtlich des Verkaufs des Baulands Ghöngg. Derzeit liege ein konkretes Angebot vor. Ebenfalls informierte Finanzvorstand Simon Mösch über die Sonderrechnung des Nachlasses Schoch. Dazu wird am 12. Juli eine «Mitwirkungsveranstaltung» stattfinden.

Abwasserfreie Töss

Vor der Gemeindeversammlung informierten Werkvorstand Sacha Huber sowie Edith Durisch und Thoralf Hees vom AWEL über das Generationenprojekt «Abwasserfreie obere Töss». An dem Projekt sind die Gemeinden Fischenthal, Bauma, Wila, Turbenthal, Zell, Weisslingen und die Stadt Winterthur involviert, die alle anfangs nächstes Jahr über den Beitritt zur «gemeinsamen Anstalt Regionale Abwasserentsorgung Tösstal» abstimmen werden. Ziel des Projektes ist es, den umfassenden Grund- und Trinkwasserschutz im oberen Tösstal für die kommenden Generationen zu sichern. Dafür soll bis 2035 das Abwasser aus dem Tösstal über eine neue Leitung in die Abwasserreinigungsanlage Hardt in Winterthur-Wülflingen geleitet werden. Huber sprach von circa 120 Millionen Kosten, welche in den kommenden Jahrzehnten für das Projekt aufkämen. Mehrere Stimmberechtigte äusserten kritische Einwände zum Projekt.