Integrationsangebote werden fleissig genutzt

Das Café International findet steigenden Zuspruch (Foto: Archiv tth)

Die Gemeinde Turbenthal beteiligt sich am zweiten Integrationsprogramm des Kantons Zürich. Die Deutschkurse und das Café International werden von 2018 bis 2021 weitergeführt, weil diese Angebote auf einen steigenden Zuspruch stossen.

Die Integration von AusländerInnen wurde 2014 neu ausgerichtet: Diese soll schwergewichtig in den Schulen und sozialen Diensten stattfinden. Der Kanton kooperiert seither in Integrationsfragen primär mit den Gemeinden und nur noch ausnahmsweise mit den Projektverantwortlichen. Für die Jahre 2014 bis 2017 hat deshalb die Gemeinde Turbenthal eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Zürich abgeschlossen, um für ihre Integrationsaktivitäten finanzielle Unterstützung zu erhalten. Mit dieser Vereinbarung hat sich die Gemeinde verpflichtet, Deutsch und Integrationskurse zu organisieren sowie das Café International. Turbenthal hatte Ende 2016 einen Ausländeranteil von 19,3 Prozent.

Beliebte Kurse und Anlässe

Im vergangenen Jahr wurden in Turbenthal drei Klassen mit 30 Teilnehmenden geführt, die in 230 Lektionen in die Deutsche Sprache eingeführt wurden. Das Café International zählte an 18 Veranstaltungen 250 Teilnehmende. Die Teilnehmerzahlen steigen. Deshalb hat der Gemeinderat Turbenthal an seiner letzten Sitzung beschlossen, sich auch am zweiten Integrationsprogramm des Kantons Zürich für den Zeitraum 2018 bis 2021 zu beteiligen und eine entsprechende Leistungsvereinbarung einzugehen. Damit können die Deutschkurse und das Café International während drei Jahren weitergeführt werden. Die Kosten dieser Integrationsmassnahmen teilen sich Gemeinde und Kanton etwa hälftig. Für die kommenden drei Jahre hat der Gemeinderat einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 12’650 Franken bewilligt. «Was wir heute in die Integrationsmassnahmen stecken, erspart der Gemeinde später viele Kosten», ist Heinz M. Schwyter, Gemeinderat und Gesundheitsvorstand von Turbenthal, überzeugt. Neue Integrationsangebote sind zwar denkbar, müssen sich aber an den vorgegebenen Budgetrahmen halten.

Deutsch fördert Eigenständigkeit

«Die Leistungsvereinbarung 2017 bis 2021 bewegt sich im Rahmen des bisherigen Angebots», betont Schwyter. Zusammen mit dem Beitrag des Kantons stehen der Gemeinde insgesamt 25’000 Franken für Integrationsmassnahmen zur Verfügung. Für 55 Prozent dieser Kosten kommt die Gemeinde auf, den Rest bezahlt der Kanton. Die Deutsch- und Integrationskurse werden vom Elternforum der Sekundarschule Turbenthal-Wildberg angeboten und von Gemeinde und Schule getragen. Die Sprachkurse finden in Schulräumlichkeiten statt und werden auch von Lehrkräften der Schule erteilt. «Wir verzeichnen steigende Teilnehmerzahlen. Nächstes Jahr können wir sogar zwei Deutschkurse anbieten, einen Einsteiger- und einen Fortgeschrittenenkurs», kündigt Schwyter an und ergänzt: «Wir möchten, dass ausländische Eltern nicht mehr von ihren Kindern abhängig sind, wenn es um Kommunikation in Deutsch geht.»

Das Café International wurde am Anfang April 2015 eingeführt und hat sich seither für die ausländische Bevölkerung zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Mit Referaten über das Schulwesen, die Trinkwasserversorgung oder das Schweizer Steuersystem wird einerseits die Integration von AusländerInnen unterstützt und anderseits das Verständnis für die Schweizer Lebensweise gefördert. Die Teilnehmenden schätzen diesen Anlass, weil sie dabei etwas lernen können. «Wir beobachten aber, dass wir trotz steigender Beteiligung an Deutschkursen und Integrationsanlässen vor allem Frauen ansprechen, während sich Männer kaum beteiligen», stellt Schwyter fest. Hier scheint also noch ein Stück Integrationsarbeit bevorzustehen.

 

GEMEINDEN SIND WICHTIGE PARTNER
Seit 2014 werden die Bundessubventionen nur noch auf Grundlage eines kantonalen Integrationsprogrammes gesprochen. Der Bund stellte dem Kanton Zürich von 2014 bis 2017 jährlich 6,5 Millionen Franken zur Verfügung. Dies unter der Bedingung, dass Kanton und Gemeinden Mittel in mindestens gleicher Höhe für die spezifische Integrationsförderung zur Verfügung stellen. Neu geht die Fachstelle für Integrationsfragen Kooperationen mit allen interessierten Gemeinden ein und nur noch ausnahmsweise direkt mit Projektanbietern. Das heisst für die Gemeinden, dass sie die wichtigsten Partner des Kantons im Bereich der spezifischen Integrationsförderung sind und sie beim Initiieren von Massnahmen im Rahmen eines eigenen kommunalen Integrationsprogramms stärker profitieren können. (tth)