In zwei Monaten soll alles bereit sein

Noch sind die Arbeiten voll im Gang. Ende September soll das «Lindehus» in Turbenthal bezugsbereit sein (Fotos: abs)

Obwohl im Januar aufgrund der grossen Kälte drei Wochen lang praktisch keine Arbeiten ausgeführt werden konnten, sind Baukommission und Bauleitung zuversichtlich, dass die renovierten Pflegeheime Lindehus und Im Spiegel Ende September bezogen werden können.

Die Baukommission des Zweckverbands Pflege und Betreuung Mittleres Tösstal nahm Medienvertreter am Freitag mit auf einen Rundgang durch das «Lindehus» in Turbenthal. Dort wird, wie auch «Im Spiegel» in Rikon, derzeit auf vollen Touren gearbeitet. Im Herbst 2016 kam es zu einigen Verzögerungen, da zusätzliche Arbeiten im Bereich Asbestsanierung und Verbesserung der Statik notwendig waren. Die grosse Kälte im Januar verhinderte zudem drei Wochen lang fast alle Arbeiten an den Liegenschaften. Die mit der Realisierung des Projekts beauftragte HRS Renovationen AG setzte aber von April bis Juni alles daran, den Rückstand im Terminplan wieder aufzuholen.

Es werde knapp, gesteht Peter Pfiffner, einer der Bauleiter der HRS Renovationen AG. «Aber es muss klappen, denn es gibt keinen Plan B.» Dies bestätigen auch Bruno Ruppli und Sabine Oberländer von der Baukommission Zweckverband Pflege und Betreuung Mittleres Tösstal: «Es ist wichtig, dass wir pünktlich fertig werden. Am 31. Oktober 2017 müssen wir das Provisorium im Adler-garten Winterthur verlassen haben.»

Peter Pfiffner erklärt, dass er seit drei Monaten täglich auf der Baustelle sei, und immer wieder Fragen kämen. Aber er lobt die beteiligten Unternehmer: «Wir ziehen alle am gleichen Strick, es gibt keine Querschläger und es macht Spass, hier zu arbeiten.» Er verspricht, dass der Vorplatz Ende August asphaltiert ist. Die technischen Installationen seien fertig, in diesen Tagen werde das Heim ans Netz des Wärmeverbundes angehängt. Dies sei nicht einfach, denn von übergeordneten Stellen werde immer mehr verlangt, die Vorschriften würden immer komplexer. Pfiffner bedankt sich bei der Bauherrschaft für die gute Zusammenarbeit.

Fast wie neu

Mit Blick auf das vom Fassadengerüst befreite Gebäude meint Ruppli: «Man darf sagen, wir haben ein neues «Lindehus». Das stimmt sicher, irgendwie aber auch nicht. Der Teil mit dem Eingangsbereich wurde zurück- und neu aufgebaut. Der Bereich des öffentlichen Restaurants und Mehrzweckraums wird so viel grösser und auch grosszügiger. Durch die Aufstockung der beiden äusseren Trakte um ein Stockwerk kann der Wohnbereich in den beiden Obergeschossen identisch gestaltet werden. Und dank der Erweiterung der Fassade nach aussen um 80 Zentimeter werden auch die Zimmer grösser und heller. Eine grosszügige Nasszelle ergänzt jedes Zimmer.

Auf dem Rundgang, vorbei an tüchtigen Handwerkern, über Kabelstränge und Werkzeuge, konnten sich die Medienvertreter ein Bild über die momentane Situation der Bauarbeiten machen. Teilweise war auch schon zu erkennen, wie die Böden beim Bezug aussehen werden. Das verwendete Vinyl sieht fast so aus wie Holz, ist aber pflegeleichter und robuster. In den Zimmern sollen die Wände gegenüber dem Bett farbig gestrichen werden, während die übrigen in Weiss gehalten werden. Bei der Auswahl der Möbel durften die BewohnerInnen übrigens mitbestimmen.

Dort, wo bisher die Öltanks waren – die wegen dem Anschluss an den Wärmeverbund wegfallen –, werden neu die Garderoben eingerichtet. Die sind nicht nur nach Geschlechtern getrennt, sondern auch nach Berufsgattung; also separate Garderoben für den Pflege- und für den Küchenbereich. Im Keller befindet sich die Wäscherei, die neu die Wäsche beider Heime bearbeiten wird. Man verzichte bewusst auf eine externe Wäscherei, erklärt Sabine Oberländer. Die beiden Heime sollen durch eine Glasfaserleitung verbunden werden, womit eine noch engere Zusammenarbeit als bisher möglich ist. Beispielsweise können Telefongeräte dann sowohl in Rikon als auch in Turbenthal verwendet werden.

Offen für die Bevölkerung

Die bei Vertragsbeginn festgelegten Termine könnten aus heutiger Sicht von beiden Totalunternehmern eingehalten werden, ist die Baukommission überzeugt. Der Bezug des «Lindehus» ist für den 25. bis 29. September geplant, jener des «Spiegels» für den 9. bis 13. Oktober. Das Personal wird dabei durch Zivilschutzleistende unterstützt.

Noch vor dem Bezug erhält die Bevölkerung Gelegenheit, die beiden Heime zu besichtigen. In Turbenthal stehen die Türen am 23. September von 10 bis 16 Uhr offen, in Rikon am 7. Oktober von 10 bis 16 Uhr. Im Frühling 2018 ist ein Einweihungsfest geplant.

SANFTE RENOVATION
Beim Projekt «Im Spiegel» ist der Eingriff in die Bausubstanz wesentlich geringer als beim «Lindehus». Durch den Rückbau der schlecht isolierten Erker erhalten alle Zimmer grössere Fenster. Sie werden ebenfalls mit einer behindertengerechten Nasszelle ausgestattet. In Rikon wird eine Pflegewohngruppe für an Demenz erkrankte Menschen mit einem abgeschlossenen Aussenbereich erstellt. Die vollständige Erneuerung sämtlicher Installationen ist im aktuellen Baustand gut wahrnehmbar. Die Koordination sämtlicher Arbeitsgattungen erfordert vom Projektteam der Allreal viel Fingerspitzengefühl. Glücklicherweise wohnen die Projekt- und Bauleiter alle in der näheren Umgebung.

In den beiden Häusern zusammen stehen 100 Pflegebetten zur Verfügung. Für die beiden Sanierungen wurde ein Baukredit von 29,77 Millionen Franken bewilligt.

Albert Büchi
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