In Wila lebt der Nationalfeiertag

Auch letztes Jahr wurde am 1. August in Wila kräftig gefeiert (Foto: Archiv tth)

In Wila wird die 1. August-Feier dieses Jahr traditionell auf der Hofwies stattfinden. Die Ansprache wird Gemeinderat Sacha Huber halten, der über die Geschichte und die Kooperationsfähigkeit der Schweiz sprechen wird. 

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden wird in Wila in diesem Jahr der Nationalfeiertag definitiv zelebriert werden.

Fest steht ebenfalls, dass zum diesjährigen Geburtstag der Nation Gemeinderat und Werk- und Kanalisationsvorstand Sacha Huber am 1. August auf der Hofwies eine Rede über die Geschichte der Schweiz und deren Kooperationserfolge halten wird. Huber ist der Initiator und OK-Präsident der Projektgruppe, welche die Feier organisiert. Er setzte sich im Februar im Gemeinderat dafür ein, dass eine 1.-August-Feier auf die Beine gestellt würde und startete einen Aufruf in der Gemeinde. Die weiteren Mitglieder der Projektgruppe sind: Andreas Egger, Carla Schuler, Christoph Pohl, Fredy Bider, Jennifer Johler, Loni Kuhn, Marco Ghirlanda, Margreth Koch, Peter Waldvogel sowie Gemeinderatspräsident Hans-Peter Meier und Gemeinderat Fredi Waldvogel.

Für seine 1.-August-Rede wählte Huber das Thema «kooperative Schweiz». Die Rede soll verdeutlichen, wie wichtig die Zusammenarbeit ist, gerade auch für kleinere Gemeinden und Regionen wie das Tösstal. Grosszügigerweise leistet die Gemeinde einen Beitrag an die diesjährige Feier von 7000 Franken. Das Programm wird folgendermassen aussehen: Gegen 18 Uhr wird das Zelt mit Grill geöffnet, etwa um 20 Uhr wird der offizielle Teil mit Rede und Hymne und zur gleichen Zeit eine kleine Wanderung ins Müller-Koller Hüttli für die Kinder stattfinden. Für musikalische Unterhaltung sorgt der Musiker Charly Fuchs; und für die Knallfreunde wird ein Höhenfeuer gemacht, sodass die eine oder andere Rakete gezündet werden kann. «Bei Petrus wurde gutes Wetter bestellt und es werden zwischen 75 und 150 Besucher erwartet», betont Huber.

Im Unterschied zum letzten Jahr wird die Feier diesen August nicht von einer Partei organisiert. In Wila organisiert die SVP im Zweijahresrhythmus jeweils die Feier zum Nationalfeiertag. Letztes Jahr wurde dafür mit dem Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) auch gleich noch ein kantonales Schwergewicht der Partei als Redner eingeladen.

Verliert der Nationalfeiertag an Bedeutung?

Für Aufregung bezüglich der Feier des 1. Augusts sorgten vor wenigen Tagen die Gemeinden Rüti und Dürnten, nachdem die Gemeinderäte die Zelebrierung des Nationalfeiertages abgesagt hatten. Sofort sprang SVP-Nationalrat, «Weltwo-che»-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel in die Bresche und verkündete, dass er die Feier in Rüti, wo er als Redner geladen ist, gleich selber organisieren würde. Am Wochenende liefen nun die Gespräche mit dem Gemeinderatspräsidenten Peter Luginbühl (FDP) und dem SVP-Ortspräsident Rolf Tremp. Zwischenzeitlich hat sich nun der Reitverein Zürcher Oberland als Organisator der Rütner 1.-August-Feier zur Verfügung gestellt, wie der «Zürcher Oberländer» gestern berichtete.

Tremp jedenfalls deutete die ursprüngliche Absage an den Nationalfeiertag als ein Zeichen des Zeitgeistes und sprach davon, dass die heutige Generation die Prioritäten anders setze, der 1. August sei in den Hintergrund gerückt. Ist an dieser Aussage womöglich etwas dran? Tatsache ist, dass der Bundesfeiertag, der seit 1994 ein Nationalfeiertag ist und 1891 zum nationalen Feiertag erklärt wurde, seit jeher die SchweizerInnen spaltet. Für die einen bedeutet der Bundesfeiertag ein Bekenntnis zur Schweiz und all ihren Institutionen. Für sie gehört der Nationalfeiertag zum festen Programm. Andere sehen in dem Nationalfeiertag wiederum mehr seichten Patriotismus und nationalkonservative Symbolik am Leuchten und wissen nicht viel mit dem «Geburtstag der Nation» anzufangen.