IG Pro Bauma fordert Marschhalt

Eine Sanierung des Gemeindehauses wäre für die Gemeindeverwaltung sicherlich die schnellste zu realisierende Lösung. Doch trotz Kürze ist es aus Optik einer Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer nicht die beste (Foto: Kai Hicks)

Das Resultat der Umfrage der IG Pro Bauma zur Zukunft der Gemeindeverwaltung und Feuerwehr fällt deutlich aus. 44 Prozent der 329 Teilnehmer sprechen sich für einen gemeinsamen Neubau auf dem Areal der «alten Landi» aus. Die Variante «Sanierung bestehendes Gemeindehaus» erhält dagegen deutlich weniger Stimmen. Die IG Pro Bauma fordert nun vom Gemeinderat einen Marschhalt. Gemeindepräsident Andreas Sudler winkt ab.

Vor rund zwei Wochen hat die IG Pro Bauma eine Umfrage zur Zukunft der Gemeindeverwaltung Bauma und der Feuerwehr lanciert («Der Tößthaler» berichtete). Nun liegt das Resultat auf dem Tisch. Und es fällt deutlich aus: Von den 329 Teilnehmern sprechen sich 44 Prozent (146 Personen) für die Variante «alter Landi» aus, also für einen gemeinsamen Neubau für Gemeindeverwaltung und Feuerwehr auf dem Areal der «alten Landi». Die Variante «Sanierung bestehendes Gemeindehaus» – mit einer separaten Lösung für den Werkhof, der als Feuerwehr-Depot dient – erhält bloss 89 Stimmen, was 27 Prozent der Teilnehmer entspricht. Ebenfalls 89 Personen votieren für die Variante eines gemeinsamen Neubaus auf dem Areal des Werkhofes. Fünf Teilnehmer schlagen andere Lösungen vor. Einer davon wünscht, wohl scherzhaft, dass die Gemeindeverwaltung doch auf die Burgruine Altlandenberg ziehen solle.

Alle drei Varianten durchrechnen

Werner Berger, Präsident der IG Pro Bauma, ist mit der Umfrage zufrieden. Persönlich habe er zwar für den Werkhof gestimmt, aber dass die Teilnehmer die Variante «alter Landi» favorisierten, sei zu akzeptieren. «Schliesslich geht es um den Willen der Bürger und nicht denjenigen der IG». Dass die Variante ‹Sanierung bestehendes Gemeindehaus› deutlich unterlag, interpretiert er wie folgt: «Viele Bürger sind unzufrieden mit dem jetzigen Projekt. Sie teilen offenbar die Meinung der IG, dass die bisherigen 300’000 Franken Planungskosten für eine bessere Lösung in den Sand zu setzen sind.»

Aufgrund des Resultates fordert Berger den Gemeinderat nun als Ers-tes dazu auf, das momentane Sanierungsprojekt sofort zu stoppen. «Es braucht dringend einen Marschhalt.» In einem zweiten Schritt soll der Gemeinderat alle drei Varianten der Umfrage durchrechnen. «Damit ein transparenter Vergleich möglich wird, muss bei der Variante ‹Sanierung bestehendes Gemeindehaus› eine allfällige Sanierung des Werkhofes respektive ein allfälliger Neubau dazugerechnet werden», so Berger. Wenn zu den drei Varianten alle Fakten auf dem Tisch lägen, könne der Gemeinderat drittens das weitere Vorgehen planen. Für den IG-Präsidenten käme bei diesem dritten Schritt eine Alternativabstimmung der möglichen Varianten an der Urne in Frage; allenfalls mit einer vorgängigen Umfrage.

Gemeindepräsident bemängelt Repräsentativität

Der Baumer Gemeindepräsident Andreas Sudler zeigt sich derweil wenig beeindruckt von den Umfrageresultaten. «Für eine Grundsatzdiskussion ist es zu spät. Der Gemeinderat wird das momentane Projekt nicht mehr stoppen.» Einerseits mache der Standort «alter Landi» «wirklich keinen Sinn.» Der Feuerwehr-Lärm wäre im Dorf und die dortige dreigeschossige Wohnzone (WG3) müsste in eine Zone für öffentliche Bauten umgewandelt werden. «Damit verschenken wir eine sehr gute Zone.» Andererseits bezweifelt er die Repräsentativität der Umfrage: «Im Vergleich mit der Anzahl Stimmberechtigter haben nur knapp zehn Prozent teilgenommen. Nicht gerade viel.» Zudem stehe die Standort-Frage erst seit Kurzem zur Diskussion. «Es war immer klar, dass die Ablehnung des damaligen Sanierungsprojektes Ende 2013 an der Urne aufgrund der Kos-tenungenauigkeit erfolgte.»

Schwarzer Peter geht an Gemeinderat zurück

Berger sieht dies gerade im Lichte der Umfrageresultate anders: «Auch die mangelnde Abklärung alternativer Standorte und die fehlende Mitsprachemöglichkeit der Bürger haben zur Ablehnung geführt.» Ebenso wenig teilt er das Argument mangelnder Repräsentativität: «An einer ‹normalen› Gemeindeversammlung nehmen rund dreimal weniger Bürger teil.» Zudem sei die IG Anfang Jahr mit dem Wunsch an den Gemeinderat gelangt, dieser möge die Umfrage doch selber durchführen. «Der Gemeinderat hätte es also in der Hand gehabt, aber abgelehnt. Nun kann er den Schwarzen Peter nicht uns zuschieben», sagt Berger.

Die IG überlegt sich nun, wie sie den Gemeinderat doch noch zu einem Marschhalt bewegen kann. «Allenfalls reichen wir eine Petition ein», sagt Berger. Im Blick hat er aber auch bereits die Erneuerungswahlen 2018: «Die Vertreter der Parteien im Gemeinderat sind mitverantwortlich für diese Situation.» Sinnbildlich für diese Aussage dürfte die kürzlich erfolgte, klare Wahl des Parteilosen Jürg Bosshard anstelle des Ortsparteipräsidenten der SVP, René Schweizer, sein.

Für Andreas Sudler ist klar, dass die Stimmbürger 2018 an der Urne die Möglichkeit haben, den jetzigen Gemeinderat abzustrafen, wenn sie unzufrieden sind mit seiner Arbeit. «Das ist Demokratie». Und der Baumer Gemeindepräsident fügt an: «Wenn die IG will, kann sie dann in die Vollen gehen und den gesamten Gemeinderat übernehmen.»

Rolf Hug
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