Höchstleistungen gepaart mit Freude und Leidenschaft

Das zweite Wochenende des Zürcher Kantonalturnfestes (KTF) Tösstal in Rikon stand ganz im Zeichen des Vereinsturnens. Der STV Wangen SZ wurde zum dritten Mal in Folge Turnfestsieger.

Bei besten Wetterbedingungen durften die Turner, Besucher und die Helfer ein Turnfest in Rikon erleben, das wohl seinesgleichen sucht. Perfekte, aufwändig gebaute Turnanlagen und Infrastrukturen ermöglichten turnerische Höchstleistungen. Das Rahmenprogramm liess keine Wünsche offen. Am Freitag turnten die ersten Vereine und am Abend herrschte super Stimmung in der Zeltstadt. Musikalische Leckerbissen wie etwa Toni Vescoli sorgten überall für Festlaune und Partystimmung. Auch in der eigens errichteten gemütlichen Alphütte genossen die Besucher urchige Folklore zu Rösti und Bratwurst und die prächtige einmalige Aussicht aufs Festgelände. Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der mehr als zehntausend Turner klappte am Samstag tadellos. Über neunzig Prozent der Turner und Besucher nutzten erfreulicherweise das extra erstellte Konzept und folglich blieb auch ein Verkehrskollaps aus.

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Den ganzen Samstag lang zogen die Turnvereine aus der ganzen Schweiz durch das Festgelände und vollführten Leistungen auf hohem Niveau. Dem Zuschauer bot sich ein buntes Treiben und es waren viele fröhliche und zufriedene Gesichter zu beobachten. Etwas feines Essen, ein kühles Panaché geniessen, eine Abkühlung in der Töss oder unter der Felddusche suchen oder sich auf dem Campingplatz einnisten, die Möglichkeiten waren mannigfaltig. Daneben wurde eine Führung durch das Gelände mit zukünftigen OK’s von Turnfesten gemacht, um einen Austausch der Erfahrungen anzubieten. Vom Pflegezentrum Mittleres Tösstal wurde für die 130 Teilnehmer am Sponsorenanlass ein sensationeller Apero offeriert. Der zum dritten Mal aufgeführte und ausverkaufte Top-Turnevent Tösstastisch krönte den Samstagabend. Peter Lüthi, Kurt Kellermüller, Corina Kohler und Bea Keller und ihre Teams waren für das Meisterwerk verantwortlich und boten eine fulminante Turnshow vom Feinsten. Bis zum Morgen feierten, tanzten und festeten über 20’000 Besucher. Sogar im riesigen Barzelt war kein Durchkommen mehr.

Besuch aus dem Bundeshaus 

Der Sonntag stand im Zeichen der Feierlichkeiten: Der Umzug durch Hinterrikon, die Fahnenübergabe, die Rangverkündigungen, die Schlussfeier und die begeisterten Festreden. Neben Frank Günthart, Präsident des Zürcher Turnverbandes, dem Organisationskomitee-Präsidenten und Initianten des KTF Tösstal Hans-Peter Meier, sprachen Nationalratspräsident Jürg Stahl, Bundesrat Ueli Maurer und die Zürcher Regierungsräte Ernst Stocker und Mario Fehr. Sie alle zeigten sich überwältigt von der ehrenamtlich erbrachten Leistung, der Freude und dem Zusammenhalt der grossen Turnerfamilie und der Tösstaler. Jürg Stahl würdigte in einer Rede anlässlich der Fahnenübergabe das viele Herzblut, das in dieses wunderbare Fest gesteckt wurde. Als Turner erkenne er die einmalige, einzigartige überragende Leistung. Ihm würden die Worte fehlen, sagte der sichtlich überwältigte höchste Schweizer in Rikon. Die Turnerfamilie gebe ihm Kraft für seine Aufgabe und er sei sehr stolz auf die Tösstaler und alle, die dazu beigetragen haben.

Die dieses Festes würdige Abschlussfeier mit sportlichen Darbietungen, Rangverkündigungen und Ansprachen liessen nicht nur die Turnerherzen höher schlagen. Bundesrat Ueli Maurer begann seine Rede mit «Hoi mitenand». Manchmal habe er in Bern das Gefühl, da sei etwas morsch in der Schweiz. Doch in Momenten wie diesem wisse er wieder, wofür er einstehe. Es gehe unter die Haut und er sei überwältigt. Nur weil viele mehr machen würden, als sie müssten, würde das Milizsystem in der Schweiz funktionieren, dafür sei der Volkssport Turnen das beste Beispiel. Vom Kind bis ins Alter könne man am Vereinsleben teilnehmen und sich gesund körperlich betätigen. Dies sei eine Lebensschule wo man lerne mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Er gratuliere zu diesem tollen Fest und appellierte an alle: «Hebet Sorg zur Schwiiz!»ueli_maurer_escort_online

Das kantonale Turnfest Tösstal 2017 sei beendet, verkündete Hans-Peter Meier nach der Schlussfeier. Der bisher grösste Anlass im Tösstal wird in die Geschichte eingehen. Der Volksnahe symphytische Bundesrat Ueli Maurer genoss danach in der Menge ein kühles Bier und war für Spässchen und Fotos geduldig zu haben. So auch für ein Tänzchen mit der Korrespondentin des Tössthalers inmitten der Menge.

Tolle Leistungen der Tösstaler und Turnvereine

Der STV Wangen SZ wurde zum dritten Mal in Folge Turnfestsieger, eine eindrückliche Serie, wenn man bedenkt, dass das KTF nur alle sechs Jahre stattfindet. Von maximal 30 erzielten sie 29,70 Punkte. Trotz Mehrfachbelastung der Trägervereine liessen es sich der TV Turbenthal und der TV/DR Weisslingen, wie auch der STV Wangen, nicht nehmen, im dreiteiligen Vereinswettkampf der Aktiven in der ersten Stärkeklasse, das heisst in der Kategorie mit den meisten Turnenden (36 und mehr) zu starten. Der TV Turbenthal wurde ausgezeichneter Siebter. Hervorzuheben sind die Leichtathleten, die bei tropischer Hitze einen 800-Meter-Lauf absolvierten und dabei die hohe Note von 9,62 erhielten. Der TV/DR Weisslingen erreichte den 19 Platz. Ihre stärkste Gerätedisziplin setzten sie zudem in den einteiligen Vereinswettkampf Geräteturnen. Für ihr Sprungprogramm erhielten sie die Note 9,45 und wurden damit zweite. Die Trampolinsektion der Weisslinger trat am KTF mit allen Athleten an, die jüngsten waren unter elf Jahre alt. Mit 9,08 wurden sie vierte. Gewonnen wurde diese Sparte vom TV Bauma. Die 18 Turnenden des TV Bauma zeigten eine synchrone und spektakuläre Schaukelringvorführung, die nicht nur das zahlreiche Publikum begeisterte. Die hohe Note von 9,60 reichte zum Sieg. Im einteiligen Vereinswettkampf Fit & Fun der Frauen/Männer gewann die Männeriege Rikon, dritte wurde der Männer- und Frauenturnverein Wila, die zusammen antraten.

Renate Ried, Zürcher Turnverband