Hell, einladend und wohnlich

Überglücklich übernimmt Yvonne Fehlmann, Geschäftsführerin Pflegezentren Tösstal, den «Schlüssel des Hauses Lindehus» vom Baukommissionspräsident, Bruno Ruppli (Fotos: lk)

Das Pflegezentrum Lindehus in Turbenthal wurde am Samstag von zahlreichen Neugierigen in Beschlag genommen. Der Tag der offenen Tür ermöglichte den Einblick in alle Bereiche des frisch renovierten Hauses.

Das Pflegezentrum Lindehus ist fast nicht wieder zu erkennen. Die helle Fassade mit den dezenten Akzenten ist kaum noch zu erkennen, der neue grosse Parkplatz bietet viel Platz für Velos und Autos. Beim Eingang lädt der neue Empfangsbereich zum Eintreten ein. Die Farbgestaltung mit verschiedenen Grüntönen passt bestens, das natürliche Licht von oben ist im Atrium eindrücklich zu sehen, die Cafeteria mit den hellen Möbeln verführt zum Verweilen und der Gartenbereich ist zwar noch nicht fertig bepflanzt, wird aber ab dem Frühling sicherlich viel Freude verbreiten.

Beim Rundgang konnten die interessierten BesucherInnen überall hineinschauen: In der Küche staunte man über die fehlenden Kochtöpfe, begutachtete dafür die topmodernen Chromstahlkochmulden und liess sich bei den Probierhäppchen restlos von der ausgezeichneten Qualität überzeugen. Die Küchen der Pflegezentren Tösstal kochen nicht nur für die BewohnerInnen, die Gäste und das Personal, auch der Mahlzeitendienst der Spitex wird mit Essen versorgt. Im Jahr 2016 waren dies stolze 5357 ausgelieferte Mahlzeiten.

In der Wäscherei sah man nicht nur die riesigen Waschmaschinen und Tumbler, sondern auch die verschiedenen Bügelstationen und die praktische Dampf-Bügel-Puppe. Die Wäscherei beeindruckte auch mit einigen Kennzahlen: Pro Tag werden 143 Kilogramm Betriebswäsche (wie Bettwäsche, Badtücher, Personalkleidung) sowie 25 Kilogramm Privatwäsche der BewohnerInnen gewaschen, dafür werden 1224 Kilo Waschmittel pro Jahr verbraucht.

Im Physiotherapieraum war ein kleiner Parcours aufgebaut, auf dem der Gleichgewichtssinn und das Sturzrisiko getestet werden konnte. Im Aktivierungsraum waren ein paar der Arbeiten ausgestellt. Mit Filz, Holz, Papier oder Wolle wird hier gearbeitet. Der Raum kann aber auch für Spiele oder spezielles Backen genutzt werden. Im Stationszimmer konnte man den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel messen lassen, sich über die Aromatherapie informieren und unter Schwarzlicht die Sauberkeit der Hände kontrollieren.

Die Bewohnerzimmer sind grosszügig gestaltet und verfügen über grosse Fenster. Dank den praktischen Einbauschränken und der Schiebetüre zu Dusche/WC bleibt viel Platz für die individuelle Gestaltung. Das Bett, das Nachttischchen und die Stehlampe sind in allen Zimmern gleich, die restliche Möblierung können die BewohnerInnen selber wählen.

Pro Bewohnergruppe, die rund 25 Personen umfasst, sind gemeinschaftliche Aufenthaltsräume mit einer kleinen Küchenzeile mit Backofen und Abwaschmaschine vorhanden. Jederzeit zugänglich sind die beiden Wasserspender (mit und ohne Kohlensäure) sowie der Kaffeeautomat. In diesem Raum kann man sich wie in einem Stübli treffen. Hier werden die Mahlzeiten eingenommen, das Servicepersonal kommt mit den Speisewagen vorbei und es wird einzeln frisch die gewünschte Menge geschöpft und angerichtet. So soll das Essen wieder zum gemeinschaftlichen Genuss werden.

Nach 16 Monaten bezugsbereit

Vierzig Jahre nach dem ersten Einzug werden ab 26. September die BewohnerInnen das «Lindehus» ein zweites Mal beziehen. Nach genau 16 Monaten im Provisorium Adlergarten geht’s zurück ins Tösstal. Dies ist eine erstaunlich kurze Bauzeit, wenn man bedenkt, dass die Planungszeit rund zehn Jahre gedauert hat, merkte Erich Pfäffli , Präsident der Betriebskommission, in seiner Ansprache an. Die Hauptziele helle Zimmer, breitere Gänge wurden erreicht, dazu konnte das bestehende Haus zu einem Minergiehaus mit kontrollierter Belüftung und Anschluss an die Holzschnitzelheizung des Gehörlosendorfes umgebaut werden. Zwei spezielle Dankeschön möchte er noch aussprechen, schloss er seine Rede, dem VLS (Verein pro Lindehus und Spiegel) für die grosszügige Spende, die dazu dienen wird, in der Aussenanlage eine Linde zu pflanzen sowie einen Brunnen mit Wasserspiel zu erstellen. Und der reformierten Kirchgemeinde Turbenthal für einen grossen Zustupf für die Gestaltung der Umgebungsarbeiten.

Der Präsident der Baukommission, Bruno Ruppli, machte den beteiligten Handwerkern ein grosses Kompliment. Auch am Freitagabend wurde bis in die Nacht noch gearbeitet, damit wirklich alles fertig wurde. Dabei waren die Anfänge des Projekts gar nicht rosig gewesen, wegen dem Fund von Asbest im Klebestoff der Wandplättli und zusätzlichen Mikropfählen für die Statik summierten sich bereits acht Wochen Verspätung, bevor überhaupt mit der Renovation begonnen werden konnte. Dazu kamen noch die besonderen Klimaverhältnisse des Tösstals, sodass im Januar wegen der anhaltend tiefen Temperaturen gar nicht gearbeitet werden konnte. Doch dank dem ausgezeichneten Einsatz der Architekten, der Bauleiter der Generalunternehmung HRS und den engagierten Handwerkern (im Frühling und Sommer arbeiteten bis zu 60 HandwerkerInnen gleichzeitig im Haus) war das «Lindehus» pünktlich fertig, bereits abgenommen von den Kontrollstellen (Bauamt Turbenthal, kantonale Gebäudeversicherung, Lebensmittelinspektorat und Gesundheitsdirektion) und somit parat für den Tag der offenen Tür und die anschliessende Zügelwoche.

Nun wird diese Woche vom Provisorium Adlergarten in Winterthur wieder zurück ins «Lindehus» nach Turbenthal gezügelt.