Halbstundentakt Bauma – Rüti wird verschoben

Bahnhof Bauma: Richtung Fischenthal, Wald und Rüti lässt der Halbstundentakt auf der S26 länger auf sich warten (Foto: md)

Der Ausbau des Bahnhofs Tann-Dürnten verzögert sich. Der Halbstundentakt zwischen Bauma und Rüti kann deshalb nicht Ende 2018 eingeführt werden. Auf der Strecke Bauma – Winterthur wird der Halbstundentakt wie geplant eingeführt.

Aufgrund von Verzögerungen im Plangenehmigungsverfahren können die Arbeiten für den Bahnhofausbau Tann-Dürnten vorläufig nicht beginnen. Dies teilte die SBB am Dienstag in einem Communiqué mit. Damit kann auch der geplante Halbstundentakt der S26 zwischen Bauma und Rüti nicht wie geplant im Dezember 2018 eingeführt werden.

Verhandlungen mit Grundeigentümer

Das Plangenehmigungsverfahren für den Bau eines zweiten Gleises und den Ausbau der Perronanlagen im Bahnhof Tann-Dürnten ist im Verzug. Grund sind Einigungsverhandlungen mit einem privaten Grundeigentümer, die länger als geplant andauern. Deshalb starten die Bauarbeiten nicht wie ursprünglich vorgesehen im Herbst 2017. Damit verzögert sich auch die Einführung des Halbstundentakts der S26 der Zürcher S-Bahn zwischen Bauma und Rüti. Die SBB und der Zürcher Verkehrsverbund ZVV hatten diese für Dezember 2018 angesetzt. Sobald eine rechtskräftige Verfügung vorliegt, wird die SBB ein neues Bauprogramm erarbeiten und zusammen mit dem ZVV den Einführungstermin des neuen Fahrplans festlegen.

Der Ausbau des Bahnhofs Tann-Dürnten ist Bestandteil der dritten und letzten Etappe der 4. Teilergänzung der Zürcher S-Bahn. Im Rahmen dieses Ausbauprogramms wurden alle Bahnhöfe zwischen Winterthur und Bauma erneuert und mit einem zweiten Gleis versehen.

Bauma – Winterthur nicht betroffen

Nicht tangiert durch den Verzug der Bauarbeiten in Tann-Dürnten ist die Einführung des genauen Halbstundentaktes der S26 auf dem Abschnitt Winterthur – Bauma ab Dezember 2018. Ebenfalls unbestritten ist der Ersatz der S12 durch die S11, die künftig in den Hauptverkehrszeiten bis nach Wila fährt und damit eine Direktverbindung nach Zürich bietet.

«Wir haben in den Gemeinden in einem aufwendigen Verfahren über den Fahrplan abgestimmt und wurden nun von der SBB und dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) vor vollendete Tatsachen gestellt», kritisiert Ralf Wiedenmann, Präsident der IG Tösstallinie. Seit Jahren sei dem gesamten Tösstal der Halbstundenakt der S26 auf dem Fahrplan ab Dezember 2018 versprochen worden, gibt Wiedenmann zu bedenken. Nun werde in der Rekursauflage des ZVV-Fahrplans plötzlich erwähnt, dass der Halbstundentakt erst auf Dezember 2019 eingeführt wird und die S26 im Bereich Bauma – Rüti wie bisher nur stündlich verkehrt. «Wer zum Beispiel im Hinblick auf den Halbstundentakt in Fischingen oder Gibswil eine Wohnung gekauft hat, muss länger auf eine rasche Verbindung Richtung Rüti und Zürich warten. Der ZVV müsste in einer solchen Situation zumindest eine Alternative mit einer Buslinie anbieten», stellt der Präsident der IG Tösstalbahn fest. Ausserdem sei keineswegs sicher, dass der Halbstundentakt zwischen Bauma und Rüti wirklich Ende 2019 eingeführt werden könne: «Einspracheverfahren dauern manchmal länger, als man meint», mahnt Wiedenmann.

Rechtliche Schritte erwägen

Für Wiedenmann stellt sich auch die Frage, ob das Vorgehen des ZVV rechtens sei: «Von dieser Verzögerung war in den Regionalen Verkehrskonferenzen niemals die Rede. Die Mitglieder der Regionalen Verkehrskonferenzen werden nun mit einem Fahrplan konfrontiert, den sie in dieser Form nie gesehen haben und über den sie deshalb natürlich nicht abgestimmt haben». Er rät deshalb der Gemeinde Fischenthal, die mit den Bahnhöfen Fischenthal und Gibswil besonders betroffen ist, sich mit dem ZVV in Verbindung zu setzen und zumindest einen Busersatz für die Übergangsperiode von einem Jahr zu fordern. Sollte der ZVV auf dieses Angebot nicht eingehen, erklärt Wiedenmann, würde er der Gemeinde Fischenthal ans Herz legen, juristischen Rat beizuziehen, um abzuklären, ob ein Rekurs eingelegt werden solle. Die Zeit dränge, denn ein Rekurs müsse bis spätestens am 18. September abgeschickt werden.

Der Zürcher Verkehrsverbund bedauert, dass sich die Einführung des Halbstundentakts zwischen Bauma und Rüti verzögert. Leider habe es sich erst im Frühsommer 2017 abgezeichnet, dass die Einigungsverhandlungen mit einem privaten Grundeigentümer länger dauern würden, als geplant, sagte ZVV-Sprecher Stefan Kaufmann auf schriftliche Anfrage des «Tößthaler». Doch das geplante Angebot könne erst eingeführt werden, wenn die notwendige Infrastruktur zur richtigen Zeit zur Verfügung stehe. Auf diesen Vorbehalt werde in den Rekursauflagen des Fahrplanverfahrens hingewiesen.

Über die Verzögerung bei der Einführung des Halbstundentaktes zwischen Bauma und Rüti seien die Gemeinden vorgängig persönlich von der SBB informiert worden, sagte Kaufmann und ergänzte: «Die SBB und der ZVV arbeiten mit Hochdruck daran, den Halbstundentakt im oberen Tösstal so bald wie möglich zu realisieren.» Da der Halbstundentakt auf einem Ausbau der Zugverbindungen basiere, sei kein Alternativangebot mit Busverbindungen vorgesehen.