Gut für ein gesundes Wachstum

Gemeinderat Gunnar Fluck vor der Baustelle in Unterschlatt (Foto: abs)

Im Dorfkern von Unterschlatt entsteht derzeit die Überbauung Schauenbergblick mit zwei Mehr- und acht Einfamilienhäusern. Sie stellen die Gemeinde Schlatt nicht vor Infrastrukturprobleme.

Dort wo bis vor wenigen Monaten noch die Scheune von Landwirt Hans Badertscher, umgeben von grünen Wiesen stand, ragt derzeit ein Kran in die Höhe. Bauarbeiter sind damit beschäftigt, Fundamente für mehrere Wohnhäuser zu erstellen. Die Überbauung trägt den wohlklingenden Namen Schauenbergblick. Kann man den höchsten Punkt des Bezirkes Winterthur von hier tatsächlich sehen? Eigentlich tut das ja nichts zur Sache. Viel wichtiger ist, dass in der kleinen Gemeinde an der Stadtgrenze neuer Wohnraum entsteht. «Es gab immer mal wieder Überbauungen bei uns, doch die letzte liegt schon etliche Jahre zurück», betont Gemeindeschreiber Peter Leemann. Ein Bauvorhaben dieser Grösse ist für Schlatt also nicht gerade alltäglich.

Das Baukonsortium Schauenbergblick in Elgg erstellt auf dem ansteigenden Gelände in Unterschlatt acht Reiheneinfamilienhäuser mit Fünfeinhalb- und Sechseinhalbzimmerwohnungen. Die beiden Mehrfamilienhäuser sind total unterschiedlich. Während das eine sechs Wohnungen mit dreieinhalb oder viereinhalb Zimmern beherbergt, ist das andere mit zwei Dreieinhalbzimmer-Wohnungen und eine Viereinhalbzimmer-Wohnung deutlich kleiner. «Es ist ein Ersatzbau für die Scheune, die bis zum Abbruch noch benutzt wurde», sagt Bauvorsteher Gunnar Fluck. Es ist optisch und von den Massen her dem Ökonomiegebäude nachempfunden, um dem Ortsbildschutz zu genügen.

Die Überbauung befindet sich in der Kernzone. Dementsprechend weisen alle Häuser ein Giebeldach auf und dürften sich – laut Visualisierungen im Internet – bestens ins Ortsbild von Unterschlatt einfügen. Mit dem Aushub wurde Ende März begonnen. Als Bezugstermin gibt Christoph Kretz vom Baukonsortium den Sommer 2018 an. Bereits seien alle Einfamilienhäuser und fünf der neun Wohnungen verkauft. Schlatt scheint als Wohnort also keineswegs unattraktiv zu sein. Auf eine Minergie-Zertifizierung verzichte man, erklärt Kretz, obwohl die Häuser mit Luft-Wasser-Heizungen umweltfreundlich beheizt werden. Eine Tiefgarage bietet 28 Parkplätze.

Gut akzeptiert

Die neue Überbauung verursache der Gemeinde keine Infrastrukturprobleme, weiss Peter Leemann. Diesbezüglich seien keine Anpassungen nötig. Der Gemeindeschreiber plädiert für eine gesunde Entwicklung: «Ein gesundes Wachstum muss von der Gemeinde verkraftet werden.» Da die Politische Gemeinde Schlatt keine eigenen Landreserven hat, sind ihre Möglichkeiten zur Einflussnahme begrenzt.

Die Bewilligung des Bauvorhabens habe keine grossen Probleme verursacht. Ein vorsorglicher Rekurs betreffend geologisches Gutachten und eine Einsprache betreffend Wasser im Abhang seien praktisch die einzigen Reaktionen gewesen. Ansonsten sei das Vorhaben gut akzeptiert, so Leemann. Gemeinderat Fluck schiebt nach: «Beim Aushub mussten wir so eine Art Lastwagen-Warteraum einrichten, damit die Strasse nicht vollständig blockiert wurde.» Teilweise seien gleich mehrere Kipper auf die Baustelle gefahren, um den Aushub abzutransportieren.