Géza Kanabé neu in der Baumer Exekutive

Géza Kanabé schaffte die Wahl in den Baumer Gemeinderat (Foto: zVg)

Der parteilose Géza Kanabé wurde neu in den Baumer Gemeinderat gewählt. Die fünf Bisherigen, die antraten, schafften die Wahl problemlos. Die IG pro Bauma brachte nur einen von drei Kandidaten in die Behörden.

Die Baumer Stimmbürger haben am Sonntag alle fünf bisherigen Gemeinderatsmitglieder, die wieder zur Wahl antraten, in ihrem Gemeinderatsamt bestätigt. Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) erzielte dabei mit 927 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 478 Stimmen das beste Resultat. Entsprechend erfreut zeigte er sich am Sonntag auf Anfrage. «Ich darf und bin zufrieden mit diesem Resultat.» Froh ist er auch um dessen Deutlichkeit bei der Wahl um das Gemeindepräsidium. Dort holte er 849 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 498 Stimmen. Auf Vereinzelte fielen 146 Stimmen. Sudler war zwar ohne Konkurrenz, jedoch trat er die Nachfolge von Marianne Heimgartner (EVP) im 2016 still an und die Wahl vom Sonntag war demzufolge seine erste Bestätigung als Gemeindepräsident an der Urne.

Doch zurück zum Gemeinderat: Da holte Jürg Bosshard (parteilos) am zweitmeisten Stimmen (914), gefolgt von Heidi Weiss (EVP, 853), Hans Rudolf Spörri (parteilos, 804) und Paul von Euw (SVP, 779). Neu schaffte den Einzug in den Baumer Gemeinderat auch Géza Kanabé (parteilos), der mit seinen 752 Stimmen ein gutes Resultat erzielte. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich als Parteiloser und neu Antretender gleich gewählt werde», sagte der 63-jährige, ehemalige Oberarzt des damaligen Spitals Bauma am Sonntag auf Anfrage. Er spekulierte auf einen zweiten Wahlgang, doch nun freut er sich sehr auf die Herausforderungen eines Gemeinderatsamtes. Sein Ziel ist, dass sich Bauma zu einer lebendigen Gemeinde für alle Generationen entwickelt. Bezüglich Wunschressort will er sich noch nicht in die Karten blicken lassen. Diese Zuteilung sei Sache des neuen Gemeinderates und er als Amtsjüngster muss hinten anstehen. Nur so viel meinte er dazu: «Klar ist, dass meine Stärken nicht bei den Finanzen, sondern im Bereich Soziales und Gesundheit liegen.»

Nur ein IG-Kandidat schaffte Wahl

Den Sprung in den Gemeinderat verpasste Tom Germann von der IG. Und dies mit 362 Stimmen deutlich. Gleich erging es IG-Präsident Werner Berger, der die Wahl in die fünfköpfige RPK nicht schaffte. Mit 535 Stimmen erreichte er zwar das absolute Mehr von 443 Stimmen, schied aber als Überzähliger aus, womit sich auch gleich seine Kandidatur für das RPK-Präsidium erledigte. Da hätte er die Wahl gegen Daniel Schmidt aber sowieso deutlich verpasst. Nebst Schmidt (parteilos, 836) wurden auch die drei anderen bisherigen RPK-Mitglieder gewählt: Susanne Burkhalter (parteilos, 907), Kurt Münger (SVP, 725) und Raphael Dohner (EVP, 700). Ebenso schaffte der neu angetretene Paul Scherer (SVP, 657) die Wahl.

Der einzige Kandidat der IG, der gewählt wurde, ist Sebastian Köstli, der neu in der Schulpflege Einsitz nimmt. Um deren Sitze gab es aber keine Kampfwahl. Werner Berger freute es am Sonntag trotzdem, dass es der jüngste Kandidat der IG geschafft hat. Berger sieht die Resultate der IG nicht als Schlappe, macht aus seiner leisen Enttäuschung aber auch keinen Hehl: «Als Polit-Neulinge gegen Bisherige anzutreten, ist immer schwierig.» Gemäss seiner ersten Einschätzung mit Blick auf die Anzahl Stimmen der Gemeinderäte würden von den Wählern die «Ruhigen und Netten» wohl eher bevorzugt. «Möglich wäre aber auch, dass unsere Sympathisanten gar nicht wollen, dass wir in den Behörden Einsitz nehmen, sondern weiterhin das politische Geschehen von aussen kritisch begleiten.» Das wolle die IG auch weiterhin tun, sagte Werner Berger. «Denn resigniert sind wir nicht.»

Gemeindepräsident Andreas Sudler wiederum hätte die IG am Sonntag gerne politisch mehr eingebunden gesehen: «Speziell hätte es mich gefreut, wenn Werner Berger die Wahl in die RPK geschafft hätte, wenn auch nur als Mitglied statt direkt als Präsident.» So hätte eine Einbindung in die Behörde Schritt für Schritt stattfinden können.

Karin Inauen neu im Gemeinderat

Bei der siebenköpfigen Schulpflege gab es demnach keine grossen Überraschungen: Alle Angetretenen schafften die Wahl und Karin Inauen (SVP) wurde als Schulpräsidentin gewählt. Sie komplettiert damit den siebenköpfigen Gemeinderat und sorgt dafür, dass die SVP weiterhin zwei Vertreter im Gemeinderat hat.

In die vierköpfige Sozialbehörde wurden wiederum nur drei der vier Kandidaten gewählt und sie ist demnach noch nicht komplett. Daniela Müller (parteilos) verpasste das absolute Mehr deutlich. Sie hatte sich erst am Neuzuzügeranlass im Rahmen der Gewerbeshow als Kandidatin gemeldet und war auf dem mit den Wahlunterlagen verteilten Beiblatt nicht aufgeführt. Umgekehrt verhielt es sich bei Herbert Koller (SP), der seine Kandidatur für den Gemeinderat vor rund vier Wochen wieder zurückgezogen hatte, aber am Sonntag trotzdem noch 240 Stimmen erhielt. Um den einen freien Sitz in die Sozialbehörde kommt es deshalb am 10. Juni zu
einem zweiten Wahlgang.

In die reformierte Kirchenpflege schafften alle Kandidaten die Wahl problemlos. Othmar Halser ist neuer Präsident. Die Stimmbeteiligung pendelte für alle Behörden zwischen 30 und 34 Prozent.

Rolf Hug
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