Gestärkt in die gemeinsame Zukunft

Gelöste Fröhlichkeit nach der Zustimmung der beiden Kirchgemeindeversammlungen: Heidi Noll (Pfarrerin Wila), Erna Brüngger (Präsidentin Turbenthal), Marianne Heusi (Präsidentin Wila), Marc Schedler (Pfarrer Turbenthal), Paul Baumann (Berater Zusammenschluss) (Foto: lk)

Zeitgleich fanden am Sonntagvormittag zwei entscheidende ausserordentliche Kirchgemeindeversammlungen statt – es ging um die Fusion von Turbenthal und Wila. Die beiden Kirchgemeinden werden sich auf den 1. Januar 2019 zur Kirchgemeinde Turbenthal-Wila zusammenschliessen.

2013 fand eine erste Retraite der Kirchgemeinden Turbenthal und Wila statt. Man überlegte sich, was gemeinsam gemacht werden könnte, was getrennt bleiben muss. Im Jahr 2015 erteilten die Kirchgemeindemitglieder den Kirchenpflegen den Auftrag, mit den umliegenden Gemeinden Kontakt aufzunehmen und das Zürcher Projekt KirchGemeindePlus in Angriff zu nehmen. Gegen Ende 2016 wurde klar, dass weder Bauma, noch Wildberg, Zell oder Sitzberg zu einer Fusion bereit waren. So packten Wila und Turbenthal ihre Chance und bildeten gemeinsame Arbeitsgruppen. Ab Februar 2017 wurde dann intensiv in einigen Arbeitsgruppen der Zusammenschlussvertrag, die neue Kirchenordnung definiert, mit Leidenschaft wurde über die Fusion diskutiert, kritisiert und sich Gedanken gemacht, respektvoll die möglichen Synergien besprochen und schon erste künftige gemeinsame Angebote geplant.

Mit den zwei Mitwirkungsanlässen, sowie der öffentlichen Vernehmlassung wurde die Meinung der Kirchgemeindemitglieder eingeholt und die erarbeiteten Unterlagen dem Rechtsdienst des Zürcher Kirchenrats zur Prüfung eingereicht.

In Wila wurde der Fusion zugestimmt

Die beiden Präsidentinnen Erna Brüngger, Turbenthal und Marianne Feusi, Wila waren bestens vorbereitet, führten ihre jeweiligen Versammlungen bedacht und informativ durch, sodass innert knapp dreissig Minuten die beiden Traktanden bereits genehmigt waren.

In Wila waren 42 Stimmberechtigte anwesend, eine Diskussion über die einzelnen Artikel wurde nicht gewünscht, eine kurze Rückfrage betraf den zukünftigen Steuerfuss (der in etwa gleich bleiben wird), eine weitere das künftige Kräfteverhältnis der beiden Gemeinden Wila und Turbenthal (ein Drittel der Kirchgemeindemitglieder wird aus Wila sein, zwei Drittel aus Turbenthal). Es wurde keine geheime Wahl mit Stimmzetteln gewünscht, die Abstimmung ergab 35 Ja-Stimmen und 4 Nein- Stimmen.

Das zweite Traktandum, die Genehmigung der Kirchgemeindeordnung der neuen Kirchgemeinde Turbenthal-Wila, wurde diskussionslos einstimmig genehmigt. Die bisherigen Kirchenpflegemitglieder stellen sich alle für die Wahlen im April 2018 nochmals zur Verfügung.

Auch Turbenthal sagte Ja

In Turbenthal waren 71 Stimmberechtigte anwesend, es wurde keine Diskussion gewünscht, jedoch wurde ein Antrag auf geheime Wahl gestellt, der jedoch keine Mehrheit fand. Mit 15 Gegenstimmen wurde dem Zusammenarbeitsvertrag zur Bildung der Kirchgemeinde Turbenthal-Wila zugestimmt. Die Kirchgemeindeordnung wurde mit 11 Nein-Stimmen angenommen. Die Dörfer Seelmatten und Rüetschberg (diese gehören zur Kirchgemeinde Bichelsee) und Sitzberg (bleibt eigene Kirchgemeinde) sind politisch bei Turbenthal, gehören aber nicht zur bisherigen oder neuen Kirchgemeinde.

Wie es weitergeht

Drei der fünf bisherigen Kirchenpflegemitglieder stellen sich für die Wiederwahl im April zur Verfügung. «Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch zwei interessierte Kirchgemeindemitglieder für die Kirchenpflege melden würden», erklärte Erna Brüngger, «jedoch werden wir nicht mehr aktiv werben. Die Amtsdauer ist ja nur bis Ende Jahr 2018 und im September sind wieder Wahlen für die neue Kirchgemeinde.»

An den Gesamterneuerungswahlen vom 22. April 2018 werden ganz normal die vorgeschlagenen Kirchenpflegemitglieder gewählt, diese werden aber nur bis 31. Dezember 2018 im Amt sein. Die neue evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Turbenthal-Wila wird auf den 1. Januar 2019 aktiviert, dem Bezirk Winterthur angeschlossen sein (Wila war ja bisher dem Bezirk Pfäffikon zugeteilt) und das Sekretariat wird sich in Turbenthal befinden.

Amtsdauer 2019 bis 2022

Die Wahlleitung für die neue Kirchgemeinde an den Wahlen im 23. September 2018 wird der Gemeindeverwaltung der politischen Gemeinde Wila übertragen. Es werden sieben Mitglieder für die Amtsdauer 2019 bis 2022 gesucht.

Die Rechnungsprüfungskommission wird aus fünf Mitgliedern bestehen, idealerweise aus beiden Vertragsgemeinden. Das erste Budget 2019 der neuen Kirchgemeinde wird an den Kirchgemeindeversammlungen von Wila und Turbenthal (noch getrennt) am 18. November 2018 vorgestellt, die Jahresrechnung 2018 hingegen dann von der neuen Kirchgemeinde abgenommen.

Nach der Versammlung reisten gut zwanzig Kirchgemeindemitglieder aus Wila nach Turbenthal in den Chiletreff um gemeinsam auf die neue Zukunft anzustossen. Herzlichst begrüssten und umarmten sich die beiden Pfarrpersonen und die Präsidentinnen, denen die Erleichterung über den positiven Ausgang der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlungen anzusehen war. Bei fröhlichem Plaudern und reichhaltigem Apero tauschten sich die Turbenthaler und Wilemer aus, über die neuen Synergien und Herausforderungen wurde diskutiert und es wurden schon weitere gemeinsame Verknüpfungen geflochten…