Gesellige Gemütlichkeit

Fröhliches Beisammensein – gerne liess man sich fotografieren (Fotos: lk)

Das Tösstaler Sommernachtsfest im Tobelhof in Rikon lockte am vergangenen Samstag wiederum gegen 3000 Menschen zum gemütlichen Beisammensein. Mehrere Vereine und Gruppen lockten mit kulinarischen Angeboten und auch Musikliebhaber kamen auf ihre Kosten.

Eine fast nicht endende Auto- und Spaziergängerkolonne bewegte sich durch Rikon zum Tobelhof. Die Autos wurden auf frisch gemähten Wiesen parkiert. Fröhlich plaudernd gingen die Leute zu den beiden riesigen Hallen und streckten mal da oder dort den Kopf rein. Wo kennt man wen und wo will man sich dazugesellen?

In der Festhalle rockte die Live-Band Die Schilcher das ein bisschen ältere Publikum auf die Bänke, es wurde geschunkelt, mitgesungen, auf den Bänken getanzt und die separate Tanzfläche fleissig genutzt. Die Partyband spielte von Evergreens, beispielsweise von Dire Straits, über aktuelle Charthits bis zu Oberkrainermusik und altbekannte Partyhits zum Mitsingen. Die Festhalle war beliebter Treffpunkt zum Plaudern, sich hinsetzen, etwas essen und von der lauten Musik der anderen Halle ein bisschen Ruhe zu haben. Die meisten Gäste hier sind aus der nahen Region, treffen sich jährlich beim Sommernachtsfest zum Feiern und kennen sich aus verschiedensten Vereinen oder Anlässen. So war im Laufe des Abends fast das gesamte OK des KTF-2017 zu sehen – die Mitglieder genossen es sehr, einfach nur hier zu sein und nicht für die Organisation sorgen zu müssen.

Grosse Menschentrauben

In der Bar-Halle legte DJ Tobelhunter auf, laut und mit viel Bass vi-brierte die Halle, es gab Stehtische und die BesucherInnen drängten sich zeitweise körper-wegdrückend durch die Menschentrauben. Man prostete sich zu, versuchte erst gar nicht ein Gespräch zu führen und bewegte sich zur fetzigen Musik. Holzig und bewährt präsentiert sich die rustikale Schwinger-Bar, da waren die meisten der Gäste natürlich ehemalige oder aktive Schwinger, gross, stark und mächtig, als Frau fühlt man sich sehr sicher dort, aber auch ein bisschen klein.

Mit dem grossen Totenkopf weither sichtbar war die neonfarbige Bar des Turnvereins Rikon, die stets belagert war von den zahlreichen Turnerkollegen aus nah und fern. Genau vis-a-vis in der anderen Hallenecke war die Bar des Turnvereins Wildberg-Schalchen, die mit dem diesjährigen Motto «Route-66» ihre Gäste unterhielten. Mit einem flammenden Dach mit zeitweisem Sirenengeheul lockte der Feuerwehrverein Zell das Publikum an, von OC-Drink bis zum Löschwasser – besondere Mischungen liessen das Getränk farblich oder geschmacklich zum besonderen Erlebnissen werden.

In der Mitte der Halle bot die Bieri-Bar neben den üblichen Getränken mehrere optische Abwechslungen, es waren dies die knapp bekleidet tanzenden jungen Frauen. Entweder auf dem eigens gebauten Balkon oder den Tanzstangen bewegten sie sich zur Musik. Die perfekte Körperbeherrschung und Krafttraining gehört zu diesem Auftritt dazu. Aufmerksam bewacht wurden die Frauen von Bodygards, ebenso selbstverständlich ist der Begleitschutz zum und vom Auftritt zur Umkleidekabine durch die Menschenmenge hindurch.

Der fleissige und flexible Getränkelieferant Schramm AG aus Turbenthal brachte die ganze Nacht über Nachschub für die durstigen Kehlen.

Getränkekonsum ist schwer kalkulierbar

Peach Keller, Initiant des Tösstaler Sommernachtsfest, ist seit 14 Jahren der Getränke-Chef für diesen Anlass: «Es ist schlicht nicht möglich, die perfekte Getränkemenge parat zu haben. Das aktuelle Wetter, die Publikumsmischung und die aktuellen Trink-Trends haben Auswirkungen, die nicht kalkulierbar sind.» Keller hat mehrjährige Erfahrung, führte er doch in Rikon seine «Caesar’s Bar»; mittlerweile hat er das «Linden-Pub» in Bäretswil sowie die beiden irischen Pubs «Molly-Malone» in Wetzikon und Winterthur. So war der alkoholfreie Most schon gegen 22 Uhr ausverkauft, obwohl er zehn Prozent mehr als im vergangen Jahr bestellt hatte. Er lobte seine tollen Helferteams, die aus den drei Kühlanhängern die benötigten Harasse für die jeweiligen Bars bereitstellten. Es war ein kühler Abend, da wurde weniger gekühltes Bier getrunken, sondern mehr Kaffee verkauft. Auch der Grillstand war zeitweise stark belagert und die heissen Momo vom tibetischen Verein mundeten hervorragend.

Diskret und effizient waren die Security-Männer unterwegs, sie kontrollierten beim Eingang alle Taschen und Ausweise, sie «begleiteten» unauffällig allfällige Unruhestifter hinaus und behielten sie im Auge. In diesem Jahr war es einiges ruhiger als in den vergangenen Jahren, ob das kühle Wetter auch hier eine Rolle spielte, kann nicht gesagt werden.

So koordiniert und eingespielt wie am Freitag der Detailaufbau der Hallen vonstattengeht, wird am Sonntag abgebaut. So waren die Aufräumteams schon um 9 Uhr morgens auf dem Areal fleissig am Rückbauen, während aus einigen parkierten Autos verschlafen die Partygäste rauslugten. Auf allen Seiten wurde mit Maschinen und von Hand angepackt, die Absperrungen weggeräumt, die Bars auseinandergenommen und auf Anhänger verladen, der Abfallberg mit Baggerschaufeln zusammengeschoben und in Mulden geschüttet. Die Kühlschränke ausgeräumt, die vorigen Getränke wieder zurückgegeben und alle packten mit an, sodass gegen 16 Uhr die beide Hallen wieder parat waren für ihren ursprünglichen Zweck – Lagerung von Holzschnitzeln, Maschinen und Geräte der Betriebsgemeinschaft Bieri.

Die 14. Ausgabe des Tösstaler Sommernachtsfests war spannend, friedlich, fröhlich, gemütlich und eindrücklich. Danke und bis zum nächsten Jahr, die 15. Ausgabe werde sicherlich eine Überraschung bieten, verspricht das OK-Team.

Weitere Bilder unter www.toessthaler.ch