Gerüstet für die heutigen Anforderungen an die Pflege

In jeder Wohngruppe hat es Aufenthaltsräume mit bequemen Sesseln (Fotos: lk)

Das Pflegezentrum «Im Spiegel» in Rikon erfüllt nach der Sanierung die Anforderungen an eine zeitgemässe Einrichtung für die Alterspflege. Am Tag der offenen Tür konnten sich alle BesucherInnen davon überzeugen, dass das Zentrum für die BewohnerInnen eine attraktive neue Heimat sein wird.

Der Tag der offenen Tür im Pflegezentrum Im Spiegel in Rikon wurde ausgiebig genutzt, zahlreiche Menschen spazierten durch die Räume, liessen sich bei den Führungen alles erklären und bewunderten die praktisch-durchdachten Neuerungen.

In seiner Ansprache bedankte sich Erich Pfäffli, Präsident der Betriebskommission, für den enormen Zusatzeinsatz des Kaders der Pflegezentren Tösstal in den vergangenen Monaten. So waren doch neben dem normalen 100-Prozent-Job noch diverse Sitzungen und Entscheidungen zu bewältigen, zum Beispiel zu Fragen wo welche Plättli, welche Bodenbeläge, welches Notruf- oder Schlüsselsystem, zu wählen ist. Auch die Platzierung der Einrichtungen, vor allem in der Küche und in den Stationszimmern, sind für einen reibungslosen Alltag entscheidend. Als wichtige Merkmale sind zudem die Entfernung der Erker, der Umbau zum Minergie-Standard und der Anschluss an den Wärmeverbund Rikon zu betrachten. Die neue Demenzabteilung und der dazugehörige Gartenbereich wurde mit fachlicher Unterstützung der Demenz-Fachfrau Gabriela Egeli gestaltet.

Ein grosser Dank galt Spitex-Zell, die aus einem Legat einen finanziellen Beitrag an den Ausbau der Gartenanlage geleistet hat sowie dem Lions-Club Tösstal, der mit einer Bargeldspende und einem Arbeitseinsatz – das Aufschichten der Holzbeigen im Demenz-Garten und das Bepflanzen der Blumentröge rund ums  Pflegezentrum – ebenfalls zum Wohlbefinden der BewohnerInnen beigetragen haben. Diese Woche wird der Zivilschutz Tösstal eine grosse Hilfe sein beim Umzug: Die Zivilschützer werden die BewohnerInnen persönlich den ganzen Tag lang betreuen und ermöglichen so dem Zügelteam und den Pflegefachpersonen ein effizientes Arbeiten im Hintergrund.

Herausforderungen beim Umbau

Bruno Ruppli, Präsident der Baukommission, erklärte in seiner Rede die Herausforderungen beim Umbau des Pflegezentrums: Es waren wenig Grundrissveränderungen zu notwendig, jedoch viele Veränderungen an der Fassade. Die Eternit-Platten mussten sorgfältig entfernt und wieder korrekt angebracht, die Erker vorsichtig abgebaut und die neuen hohen Fensterfronten eingepasst werden. Die bestehenden Nasszellen, welche teilweise mit nur WC und Brünneli ausgerüstet waren, wurden mit Duschen ergänzt. Das ganze Haus auf Minergie-Standard umgebaut: Deshalb sind nun teilweise die Decken tiefer, weil die kontrollierte Lüftung eingebaut werden musste. Die Demenzabteilung gibt den BewohnerInnen mehr Freiheit und durch eine unauffällige Überwachung doch mehr Sicherheit. Ruppli lobte auch die tolle Zusammenarbeit mit den drei Bauleitern und bedankte sich herzlich beim Kader des Pflegezentrums Tösstal: Diese Praktiker hätten ihm eindrücklich die wichtigen alltagstauglichen Details eines Alters- oder Pflegeheims aufgezeigt.

Die Details des Umbaus konnte man sich bei einem Rundgang direkt vor Augen führen: Die Bewohner-zimmer sind grosszügig gestaltet, mit raumhohen Fenstern und werden einem kleinen Blumendekor optisch aufgelockert. Dank den praktischen Einbauschränken und der Schiebetüre zu Dusche/WC bleibt im Zimmer viel Platz für die individuelle Gestaltung. Das höhenverstellbare Bett, das Nachttischchen und die elegante Stehlampe sind in allen Zimmern gleich, die restliche Möblierung können die BewohnerInnen selber wählen: Zur Auswahl stehen ein kleines Sofa, eine Kommode oder ein Sessel, ebenfalls kann die Anordnung der Möbel variiert werden. In den Gängen sind die unteren Bereiche der Wände mit schlagfesten Matten geschützt, sodass Rollator, Rollstuhl oder Bett nicht Kratzspuren hinterlassen. Aus Umwelt- und Kostengründen wurde kein Filz, sondern PET-Recyclingmaterial verwendet, es fühlt sich jedoch wie Filz an.

Jeder Bewohnergruppe ist eine eigene Farbe zugeordnet, die deren Wohn- und Aufenthaltsbereich markiert. Zu diesem Bereich gehören die gemeinschaftlichen Aufenthaltsräume, der Essbereich sowie der gemütliche Sessel- und Sofabereich mit Balkonzugang. Neu wird das Essen gemeinsam innerhalb der Bewohnergruppe eingenommen. Das Service-Personal kommt aus der Küche hinauf in den Gruppenwohnbereich. So kann die Gemeinschaft im kleinen Rahmen gepflegt werden. Jeder Bewohner kann nun selber die gewünschte Menge des Essens, der Beilagen wählen. Selbstverständlich ist die Cafeteria im Erdgeschoss täglich geöffnet. Auf Wunsch darf man auch dort essen und sich mit Angehörigen oder Freunden treffen. Die Cafeteria-Räume sind teilweise abtrennbar und können auch für Anlässe gemietet werden, mit oder ohne Verpflegung.

Ein geschützter Wohnbereich

Der rechte Erdgeschoss-Flügel wurde zur Demenzabteilung für elf BewohnerInnen umgestaltet. Die Zimmer sind wie überall im Haus eingerichtet und von den jeweiligen Bewohner-Innen und deren Angehörigen mit persönlichen Sachen ergänzt. Der gemeinschaftliche Aufenthaltsraum bietet genügend Platz, um gemeinsam zu rüsten, zu kochen oder zu backen und zu essen. Die Geräte sind mit einer Zusatzsicherung ausgestattet, sodass nicht jedermann den Herd einschalten kann. Im Wohnzimmerbereich stehen bequeme Sessel zur Verfügung und zwei Ausgänge zum geschützten Garten hin ermöglichen jederzeit einen Spaziergang an der frischen Luft. Mit zahlreichen Bänkli, einem Hochbeet und einem in Bögen angelegten Gehweg wird die Bewegung angeregt. Obwohl rundherum ein Zaun steht, ist durch die abwechslungsreiche Gestaltung keine Einengung spürbar. So stehen kleine Büsche neben einer sorgfältig aufgeschichteten Holzbeige, die Sitzbänke sind unterschiedlich in der Bauweise und Anordnung. Im Hochbeet werden gemeinsam mit den Dementen verschiedene Kräuter angepflanzt und gepflegt, die dann in der Küche Verwendung finden. Durch den Duft der Kräuter oder vom Arbeiten mit Erde und Wasser werden die Sinne angeregt. Übrigens: Sämtliche Büsche, Bäume oder Pflanzen im Garten sind ungiftig und essbar.