Fussball und Musik – eine perfekte Jubiläums-Kombination

Unsere nächsten Nati-Spieler, U21-Mannschaften von FCZ und FC Winterthur lieferten sich spannende Duelle (Fotos: lk)

Drei Tage lang war der Fussball sichtbar, hörbar und spürbar in Bauma – So gleich wie die Sportart bleibt, so verschieden waren das Publikum und die SportlerInnen an diesen drei Tagen.

Der Freitagabend gehörte ganz den Baumern mit all ihrer Vielfalt. Das Dorfturnier war ein fröhliches Miteinander von Mitarbeitern, Familien und Nachbarn. So spielte die Thalmann AG gegen Gerberco AG oder der Schwenditopf gegen die Braulio oder die Shisha-Lunge gegen den Zischtig-Club – so kreativ wie die Namen waren teilweise auch die Spielzüge. Doch es wurde sehr ernsthaft, ehrgeizig und zeitweise ausgezeichnet Fussball gespielt, ob in einheitlichem Dress, farbenfrohem Durcheinander oder sogar elegant mit Hemd gekleidet wurden wunderschöne Tore geschossen und spannende Duelle ausgetragen.

Noch mehr Spass hatten die Teilnehmer des Holzbei-Cup, wie der Name schon sagt, ist in diesem Cup nicht das sportlich-fussballerische im Vordergrund, sondern der Plausch. Die Siegermannschaft wurde aus der Summe der verschiedenen Disziplinen ermittelt, Torwandschiessen, Jöggele, Bierkrugstossen, Heisser- Draht und noch einen Match tschutten. Dementsprechend war auch die Kleidung amüsant anzusehen, die «Hawaiianis» hatten farbenfrohe Baströckchen an, die «Bachlorette»- Teammitglieder verführten ihre Gegner mit einem sexy Körper, gedruckt auf T-Shirts und dazu gfürchigen Tattoos auf den Armen. Die «Füürwehr» verwirrte ihre Gegenspieler mit Wasserfontänen vom Spielfeldrand und spontan aufgestellten Absperrgitter vorm Tor, während die «Unicorns», auf deutsch die Einhörner, mit ihrem Horn auf dem Kopf und den Einhorn-Schwimmringen das Publikum entzückten.

Ernsthafter Fussball und ein bisschen Plausch

Am Samstag bevölkerten lauter Fussballvereine den Platz, angehende junge NationalspielerInnen spielten um den Bachtel-Cup und die noch Jüngeren um den Schwendi-Cup. Gewesene Nationalspielerinnen boten sich im Seniorinnencup fairen Mannschaftssport. Und zum Abschluss des Tages lieferten sich die aktuellen U21-Mannschaften ein spannendes Duell. Nebendran sassen einige hundert Jahre aktiver Fussballer beisammen, davon hatten einige Dutzend im Schweizer Nationalteam erfolgreich mitgewirkt. Das Ehemaligentreffen der FC-Bauma-Spieler war gespickt mit interessanten und aufschlussreichen Anekdoten und so langlebig wie schon lange nicht mehr.

Der Tag begann mit dem Schwen-di-Cup: Da spielten die F und G-Junioren (fünf- bis achtjährige Mädchen und Buben) aus Wetzikon, Gossau, Fehraltorf und Bauma. Am Nachmittag stiessen noch die E-Junioren dazu, sodass es auf dem Schwendi-Areal nur so wimmelte von kleinen Wirbelwind-FussballerInnen.

Dazwischen liefen die Jugendlichen vom Bachtel-Cup auf: Dieser Cup ist den Stützpunktteams der Region vorbehalten, also eine Auswahl der besten jungen FussballerInnen in ihren Altersklassen. Diesmal war die Mannschaft Future Champs Ostschweiz aus Wil (SG) sowie drei Mannschaften vom FC Zürich dabei. Alle potentiellen Talente zwischen 11 und 14 Jahren erhalten in diesen Stützpunkt-Mannschaften eine individuelle Förderung, damit ein erfolgreicher Übergang in den Elitefussball vorbereitet werden kann. Aufmerksam und staunend wurde jeder Spielzug, jede Ballannahme und natürlich jedes Duell von den anderen Fussball-Kindern beobachtet – jeder(r) träumt davon auch plötzlich als Talent entdeckt zu werden. Dass der FC Bauma weit herum bekannt ist, beweisen die immer wieder spontan auf dem Platz gesichteten Persönlichkeiten des Fussballs, wie etwa Ludovic Magnin am Samstagnachmittag.

Gegen drei Uhr nachmittags füllte sich das Areal merklich, zahlreiche Interessierte zog es ins Festzelt, dort hatte der weitherum bekannte und beliebte Kinder- und Jugendchor Bau-ma, unter der Leitung von Angelika Plüss, einen abwechslungsreichen Auftritt. Mit bekannten und neuen Liedern wurde das Publikum eine Stunde lang bestens unterhalten. Und die anderen Neugierigen zog es schon zum Fussballfeld, einerseits, um einen guten Sitzplatz zu sichern oder um den Mannschaften beim Aufwärmen zuzuschauen: Die U21-Junioren des FCZ und des FC Winterthur boten inter-
essanten Spitzenfussball. Viele spannende Zweikämpfe waren zu sehen, Torchancen wurden knapp vergeben und schnelle Gegenangriffe liessen das Spiel spritzig werden.

Riesiges Klassentreffen mit Fussball

Der Sonntag gehörte den SchülerInnen der Gemeinden Bauma und Fischenthal. Klassenweise waren Eltern, Geschwister und Gspännli angereist und feuerten ihre Teams lautstark an. Pro Team waren einige wenige Vereinsfussballer dabei, die von den anderen Klassenkameraden immer angespielt wurden. So war manch einer der Spieler total verausgabt, und andere wiederum hatten kaum den Ball berührt.

Jöggele am extra-grossen Tisch – ob als Spieler oder Zuschauer – es macht Spass
Jöggele am extra-grossen Tisch – ob als Spieler oder Zuschauer – es macht Spass

Ohne Frauen geht’s nicht

«Vieles ist planbar und einiges wird spontan improvisiert», begann der Vereinspräsident Werner Berger augenzwinkernd seine Ansprache an der Jubiläumsfeier. Überglücklich und sichtlich gerührt begrüsste er die zahlreichen Gäste zum 70-Jahre- Festabend, der Baumer Gemeinderat war anwesend, langjährige Wegbegleiter des FC Bauma, zahlreiche Sponsoren, die U21-Junioren und erfreulich viele Ehemalige hatten es sich im Festzelt gemütlich gemacht.

Als erstes holte der FC-Bauma-Präsident sechs Frauen auf die Bühne, stellvertretend für all die helfenden Frauenhände im FC. «Ohne Frauen geht’s schlicht gar nicht», betonte Berger, «Diese sechs Frauen sind mehrfach engagiert, sie sind aktive Fussballerinnen, waren am Nachmittag auf dem Fussballfeld am Spielen, sind teilweise auch Juniorentrainerinnen, Mütter und Ehefrauen, und für dieses Jubiläumsfest in wichtigen Positionen tätig, ob als OK-Chefin, Festwirtschaft-Leiterin, Fotografin oder Abendprogramm-Gestalterin. Es ist absolut nicht selbstver-
ständlich diese Mehrfachbelastungen auf sich zu nehmen.»

In seiner Rede sprach der Baumer Gemeindepräsident Res Sudler anerkennend über die grossen Leistungen des FC Bauma, einem der tragenden Vereine der Gemeinde. Dieser leiste jahraus, jahrein wichtige Jugend- und Integrationsarbeit. Zahlreiche Begebenheiten des FC Bauma seien in den letzten 70 Jahren prägender Bestandteil des Dorflebens geworden.

Musik bis in die Nacht hinein

Der gemeinsame Nenner der Baumer Musikgruppen, die das Abendprogramm gestalteten, war – natürlich der Fussball. Die Jugendlichen der ersten Gruppe «Young Eagles» hatten keinen leichten Stand, einerseits war draussen im lauen Samstagabend noch der Apero im Gang, sodass erst wenige Zuhörer den Weg ins Zelt fanden, andererseits lief im Bar-Zelt noch ein Fussball-WM-Match. Doch mit der Auswahl der Lieder, dem tollen Gesang der zwei jungen Frauen und dem Beherrschen der Musikinstrumente der drei Jungs kamen immer mehr neugierige Zuhörer ins Zelt. Ein gelungener Auftakt in den musikalischen Abend. Spritzig-frech, laut und quirlig übernahm dann der Hitparadenstürmer Florian Summer das Mikrofon. Mit seinen Mundart-Liedern erzählte er aus seinem Leben: in «Mami hät gseit» darüber, dass sein Mami (die natürlich mit Mutterstolz im Publikum sass) einmal mehr Recht hatte, oder in «Mare amore» über die Liebe seines Vaters zum Meer.

Die sympathischen Zwillinge Mirjam und Christina Plüss, aufgewachsen in Bauma, aktiv in ihrer Jugend im FC Bauma überzeugten mit ihren Interpretationen bekannter Songs und der speziellen Schönheit ihrer eigenen Lieder. «Bonfire» nennen sie sich und haben mit ihrem abwechslungsreichen Auftritt bewiesen, wie vielschichtig sie sind und sich stets perfekt-passend durch die Musik ausdrücken können. Zu vorgerückter Stunde brachten dann die 7-Monkeys das Festzelt zum Beben, die schicke Bekleidung mit Hemd und Fliege täuschte manch einen Zuhörer – keine brave, ruhige Musik, sondern viel energiegeladene Melodien brachten jeden Gast in Schwung, bis in die tiefe Nacht hinein.