Friedenslicht wärmt im Schlatter Pfarrhaus die Seele

Vanessa holt sich mit der Mutter zusammen die Flamme für ihr eigenes Friedenslicht (Foto: rg)

Am Freitagabend ist das Friedenslicht in Schlatt angekommen. Etliche Kirchgemeindemitglieder kamen im Verlaufe des Abends versehen mit einer Laterne ins Pfarrhaus, entzündeten an der grossen Kerze ihr eigenes Licht und trugen es später in die Nacht hinaus.

Die Idee mit einem Friedenslicht ist 1986 im ORF Landesstudio in Oberösterreich entstanden. Auf Initiative des Fernsehsenders entzündet jeweils kurz vor Weihnachten ein Kind in der Geburtsgrotte von Bethlehem ein Licht, welches in einer speziellen Laterne mit dem Flugzeug nach Wien gebracht wird. Von dort aus wird es an über 30 Länder in Europa und Übersee weitergegeben. 1993 hat das Friedenslicht erstmals den Weg in die Schweiz und in die Herzen der Menschen gefunden. Es ist ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung, wird von Mensch zu Mensch weitergeschenkt und bleibt doch immer dasselbe Licht. Am 11. Dezember kam dieses besondere Licht in Zürich auf dem Bürkliplatz an und wurde von dort in die Regionen gebracht. Am Freitag, 23. Dezember, wiederum holte Pfarrer Kurt Gautschi das Friedenslicht in Weisslingen ab und brachte es nach Schlatt, von wo es anschliessend in die Kirchgemeinde Elgg gelang.

Warmer Ort, der Ruhe und Frieden ausströmte

Seit dem Wegzug des langjährigen Amtsinhabers wirkt Pfarrer Kurt Gautschi in der Kirchgemeinde Schlatt. Da er das Pfarrhaus nicht bewohnt, entstanden neue Möglichkeiten für das kirchliche Leben in der Gemeinde. Während die Wohnung im zweiten Obergeschoss vermietet ist, wurde die Stube im ersten Obergeschoss samt einem Nebenraum umfunktioniert zu einem eigentlichen Kirchentreff. Anders als in den Jahren zuvor, als der Anlass jeweils im Eingangsbereich des altehrwürdigen Pfarrhauses stattfand, wartete nun eine behagliche Stube mit drei hübsch dekorierten Festbankgarnituren auf die Gemeindemitglieder.

Nach und nach trafen immer wieder Leute ein, liessen sich an den Tischen nieder und zündeten beim Verlassen des Hauses ihr ganz persönliches Friedenslicht an. Nils und Silvan, zwei Oberstufenschüler (JuKi-Kinder) bewirteten aufmerksam die Gäste. Pfarrer Gautschi sowie die Kirchgemeindepräsidentin Verena Wüthrich und Pflegemitglied Marianne Roost genossen ganz offensichtlich das Zusammensein mit den Besuchern in diesem behaglichen Ambiente. Es mangelte an nichts – Glühwein, Tee, Guetzli und Stollen sowie heisse Würstchen machten das Verweilen einfach. Ein Leib und Seele wärmender Raum und ein Moment, wo Sorgen und Probleme für einen Moment draussen vor der Türe bleiben, so stellt man sich wohl Weihnachten mitunter vor. Die Stimmung war denn auch heiter und angenehm, und man konnte ganz nebenbei noch über die Streiche reden, die in der Nacht zuvor durch den Schulsilvester gemacht worden waren. Die Berichterstatterin genoss auf jeden Fall den ruhigen Moment und freute sich abschliessend bei einem Rundgang noch an dem mit Adventsfenstern wunderbar dekorierten Schlatt.