Frauenpower im Weihnachtstheater

Das Weihnachtstheater in Neubrunn ist auch eine Freude wegen der Mimik der Kinder (Foto: rg)

Traditionellerweise fand am Mittwochabend vom 20. Dezember im Primarschulhaus Neubrunn die Schulweihnachtsfeier statt. Nebst der Schule wirkten in den bewährten Rollen auch der Männerchor und der Frauenverein mit.

Wie immer wurde die Weihnachtsfeier vom Männerchor Neubrunn eröffnet. Da hat es übers Jahr einen markanten Seitenwechsel gegeben. Der langjährige Dirigent Willy Weibel steht nun als Sänger inmitten des Chores, dafür hat sich Dani Stamm aus der Gruppe herausgelöst und dirigiert die Sänger. Im Zentrum des Liedervortrages standen Texte zum Thema Kinder wie beispielsweise «Das Elternhaus».

Die Verminderung der Schülerzahl in der Aussenwacht Neubrunn führte dazu, dass heuer ein Aufführungsabend reichte. Grosseltern, Eltern, Geschwister, ehemalige Schüler und Vertreter der Schulpflege genossen den stimmigen Anlass. Die beiden Haupt-Lehrkräfte Matthias Drescher und Iris Göldi blickten in der Begrüssung kurz zurück auf zwei intensive Einübungswochen. Dabei durften sie auf die Unterstützung der übrigen im Schulhaus agierenden Lehrerinnen sowie des Abwarts zählen. Wenn im Rollenspiel jedes der Erst- bis Sechstklässler so schauspielern kann, wie es seinem Alter entspricht, dann ist das im ganzen Paket gesehen schon ganz toll. Wie alle Jahre machte es Freude, die Mimik der Kinder zu sehen und wie locker sie mit kleinen Patzern umgehen. Dem Publikum entgeht im beschränkten Schulzimmer nämlich nichts und es geniesst die lokalen Einflechtungen in den Texten.

Ein ausgefallendes Weihnachtstheater entsteht

Im Theater übergab die Lehrerschaft die Themensuche den Schülern, die sich für das herkömmliche Krippenspiel entschieden. Um die Rolle des Herberge-Wirts zu besetzen, fragten sie erst einen Mann aus dem Dorf an, ob er bereit sei, als Herberge Wirt mitzuspielen. Dieser sagte auch zu, wollte jedoch der Rolle einen zeitgemässeren Touch geben. Das war den Kindern aber nicht geheuer. Doch es gab doch noch eine moderne Wendung – ein Mädchen brachte die Idee ein, sie könnte eine Herberge-Wirtin spielen. Von da an erlebte das Publikum eine wahrhaft lebendige Interpretation des Weihnachtsspiels. Die Wirtin, müde vom strengen Tag wegen der Volkszählung, wollte endlich schlafen. Nun wurde sie aber laufend gestört. Nebst Maria und Josef, den Hirten und Engeln klopften auch die Könige an die Türe. Die Wirtin zelebrierte nun den stets gleichen Ablauf: Aufstehen, Kerze anzünden, Türe öffnen, Begehren anhören, Türe zu, Kerze löschen und wieder ins Bett schlüpfen. Das alles immer wieder in dieser Reihenfolge war sehr vergnüglich anzuschauen. Zumal alle Kinder mit sichtlicher Freude dabei waren.

Und zum Schluss noch dies

Integriert im Theater wurden eifrig Lieder gesungen. Besonders waren «La Paz» mit der Gitarrenbegleitung eines Schülers sowie «Zimetstärn han i gern», bei dem ein Mädchen in die Tasten der Hammond Orgel griff. Ganz am Schluss ertönte «En helle Stern inre dunkle Nacht“, was irgendwie als Neubrünnler Weihnachtshymne bezeichnet werden kann, weil es unweigerlich im Programm auftaucht. Die Schulweihnachtsfeier ist selbst wie ein heller Stern; sie steht für ein Miteinander von Schule, Männerchor und Frauenverein sowie dem Drandenken, dass es andernorts nicht immer gut geht. Die diesjährige Geldsammlung war bestimmt worden für traumatisierte Kinder des Erdbebens in New Orleans vor zehn Jahren.

Durch und durch weiblich war die Rolle des Frauenvereins an der Schulweihnachtsfeier. Die Frauen des Vereins schmückten den Baum, beschenkten die Kinder und boten abschliessend mit der weihnächtlich dekorierten Kaffeestube eine Verweilmöglichkeit. So waren die herzlichen Dankesworte der Präsidentin der Primarschulpflege Gabriella Pfaffenbichler an alle Beteiligte eingebettet in einem wahrhaft weihnächtlichen Anlass.